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Jüdische Rundschau · 1908-02-21 · Heft 8 (21.2.1908) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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״.״.־ JÜEDISCHE RUNDSCHAUJgx,״,no־ Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. in einer grösseren rheinischen Stadt ist die Niederlassung eines jüdischen Rechtsanwalts und eines jüdischen Arztes erwünscht. Beiden böte sich aussichtsreiche Praxis. Nähere Auskunft durch das Zentralbureau. 2. Praktischer Arzt in Gotha sucht einen jüdischen Assistenten. Gehalt T500 M, evtl, später 3000 M., bei freier Wohnung und freiem ersten Frühstück. Nähere Auskunft durch das Zentralbureau. . 3. Zionist oder Zionistin, die Hebräisch und Jüdischdeutsch vollkommen beherrschenund die einige Stunden wöchentlich für zionistische Arbeit frei haben, wollen dem Zentralbureau ihre Adresse mitteilen. Erwünscht wird auch Meldungin von Zionisten, die Spaniolisch, Rumä* nisch, Ungarisch, verstehen. —1־ Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung. Eine indische Studentenversammlung wird am Dienstag, dem 25. Februar, 9 Uhr abends, in den Germaniasälen (Hochzeitssaal), Chaussee- Strasse, stattiinden. Herr Dr. Elias A u c r b a c 11, Wilmersdori, wird ein Referat halten über ,.״Das Problem des modernen ׳indischen S t u d e n t c 11“. Berlin. Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband, Gipsstr. 12a II. Montag, den 24. d. Mts.: Vortrag des Herrn Rabbincr Dr. Höxter: ״Soziale Gesetze int Lichte des Talmud.“ Beginn 9 Uhr abends. Gäste (Damen und Herren) will• kommen. Zuschriften für den Verband erbeten an Herrn her mann Rosen bl um, Berlin N. 5$. Treskowstr. 57. Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung, Abteilung: Bnel Zion. Am Montag, den 3. Februar 190:5. veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinigung, Abteilung, Bnei Zion, in Dräsels Festsalen eine öffentliche Versammlung: zu der sich ein zahlreiches Publikum eingefunden hat. Dr. Heinreh Loewe hielt einen Lichtbilder-Vortrag über Palästina. Das Publikum, das grösstenteils aus Nicht-Zionisten bestand, schenkte dem Redner grosse Aufmerksamkeit und lohnte seine inhaltreichen Ausführungen mit stürmischem Beifall. Eine Sammlung ergab Mk. 30,— für den Parteifonds und Mk. 10,- für den Nationalfonds. Mehrere Mitglieder haben sich der Ortsgruppe angeschlosen. Halle a. S. Im hiesigen ..Jüdischen Literatur- Zirkel* fand am13־. Februar ein Vortragsabend statt. Herr Dr. Ascher-Dessau sprach über ״Probleme im modernen Judentum“. Nach einem längeren historischen Rückblick auf den Verlauf der jüdischen Geschichte •zeigte er in geistvoller Weise, dass für die Lösung der Judenfrage nur der Zionismus in Betracht kommen könne. Als zweiter Redner des Abends erstattete Herr Blitz-Dessau einen von glühender Begeisterung getragenen Bericht über den letzten ״Zionisten- Kongress 1111 Haag“. Das ausserordentlich zahlreich erschicncnc Publikum folgte den Ausführungen beider Redner mit sichtlichein Interesse und belohnte dieselben durch reichen Beifall. Es setzte eine lebhafte, zeitweise stürmische Formen amiclnnendc Debatte ein. 111 deren Verlauf wurden die alten Einwände gegen den Zionismus vorgebracht; sie fanden aber durch die Referenten wie durch andere Herren treffliche Widerlegung. Der Abend bewies, dass auch in Halle die iüdische Bürgerschaft dem Zionismus lebhaftes Interesse entgegenbringt. Halle a. S. Sonnabend den 22. Februar, 9 Ulir abends, Hotel Goldner Löwe (Jaeobi). Töpfe!plan: Ortsgruppen- Sitzung. Tagesordnung: Statiitcnfestsetzuug, Vorstandswahl, Propaganda! ragen״ Breslau. Am Sonntag, den 16. er., beging einer der Besten und״Opferwilligsten unter uns, der Mitbegründer der*,.Breslauer Zionistischen Vereinigung“, Redakteur S. Gottschalk, seinen 50. Geburtstag. Seine zionistischen und nichtzionistischen, auch christlichen Freunde, darunter Gemeindc-Rabbiner Dr. Rosenthal, Breslau und der bekannte Schriftsteller Carl Jentsch, Neisse Hessen ihm als ein kleines Zeichen ihrer Freundschaft und Verehrung am Morgen des Geburtstages 20 Anteile der ״Palestine ־ Land ־ Development- Company" •überreichen. — In der letzten Mitglieder - Ver- Sammlung der Breslauer Ortsgruppe sprach Herr Dr. Curt Weise über das Them ״ : נWas hat der Zionismus bisher geleistet?“ H. S. Gleiwitz. In unserer Ortsgruppe sprach am 12. d. Mts. Herr Diplom-Ingenieur Hecker aus Kattowitz über ״Palästina — das iiidischc Zukunftsland.“ Der hier gelegentlich der Versammlung in Kattow itz bereits besprochene Vortrag fand auch bei uns seitens des zahlreich erschienenen Publikums eine beifällige Aufnahme und hat sicherlich zur Vertiefung der Kenntnisse unserer Mitglieder über Palästina wesentlich beigetragen. Beuthen. Am Dienstag, den 11. er sprach in der hiesigen Ortsgruppe Herr Dr. Cassierer-Gleiwitz über das Thema: ״Berühmte Zeitgenossen über die Lösung der Juden frage." Der Vortrag erstreckte sich auf die von Herrn Redakteur Dr. Julius Moses, Berlin im Jahre 190:1 veranstaitete Rundfrage über die Lösung der Judenfrage an ca. 3000 hervorragende Männer und Frauen aller Staaten und Konfess onen, sowie auf die hierauf erteilten Antworten. Dieselben sind s. Zt. im ״Generalanzeiger für die gesamten Interessen des Judentums“ veröffentlicht worden und kürzlich in Buchform erschienen. Der Zweck der EnquCte, wie ,.die Gebildeten verschiedener Völker und Staaten von dieser Frage denken, ist voll und ganz erreicht und damit ein Dokument für alle Zeiten geschaffen worden. Doch auch hier gilt der Grundsatz: Tot capita, tot sensus. 5 Gruppen von Antworten unterschied der Vortragende. Zu der ersten gehören die Ant- Worten derjenigen, die sich mit der Ihnzn vorgelegten Frage wenig oder gar nicht befasst haben, daher keine Stellung hierzu nehmen. Die zweite Gruppe enthält die Antworten derjenigen Persönlichkeiten, die in der Assimilation die einzige Lösung der Judenfrnge erblicken. Zu der dritten Gruppe zählen die Kosmopoliten, die eine Vermischung aller Völker erstreben und eine Teilung in einzelnene Nationen. Die vierte Gruppe umfasst die Antworten derer, die eine Lösung der Judenfrage im zionistischen Sinne ablehnen und eine Besserung der Lage der Juden aller Länder einzig und allein vom Kulturfortschritt erwarten. In der fünften Gruppe bespricht der Redner schliesslich die Antworten der Zionisten und Halbzionisten, welch' letztere nur die zur Beseitigung der Not der osteuropäischen Juden ergriffenen Massnahmen als allein berechtigt ansehen. - Indem der Vortragende die namhaftesten Vertreter jeder Gruppen anführte und öfters deren Anschauungen im Wortlaut vorlas, gab er den Anwesenden Gelegenheit, die verschiedenen Ansichten kennen zu lernen und untereinander zu vergleichen. — Leider war der Vortrag schwach, besucht, aber der Beifall, der dem Redner gezollt wurde, mit welchem Interesse die Zuhörer den fesselnden Ausführungen gefolgt sind und ein Erfolg war insofern aufzuw׳eisen, als wohl jeder überzeugt w׳ar. dass der Zionismus die einzige und richtige Lösung der Judenfrage ist. CI. Beuthen. Junger Arzt fiindet in einem oberschlesischcn Industricort sofort gut auskömmliche Praxis. Anfragen sind zu richten an Herrn Dr. Dobrzynski, Beuthen S/S. Kattowlt0.־S. Am Sonntag, dem 1. März, nachmittags Va4 Uhr spricht im Saale des Hotel Kaiserhof in öffentlicher Versammlung Dr. Emil Margu!Ies-T rautenau. Thema:,Das Wiedererwachendes jüdischen Vo I k s be w us s t se i n s “ Wir bitten die Gesinnungsgenossen aus den ben achbarten Gruppen um zahlreiches Erscheinen. Hannover. Da die auf Mitte Januar einberufenc General- Versammlung sehr schwach besucht war, wurden die stalurisch notwendigen Vorstands-Neuwahlen in der zu Sonnntag, den 9. Februar neu einberufenen Generalversammlung in der Börse erledigt. Leider war das Lokal ein derart beengtes, dass nur ca. 60 Mitglieder an den Verhandlungen teil nehmen konnten; verschiedene zogen es vor, der Ver- Sammlung nicht beizuwohnen. — Da der erste Vorsitzende Herr Dr. Presch bereits vor längerer Zeit sein Amt nieder- וז״י^ייוי \

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