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Jüdische Rundschau · 1907-09-27 · Heft 39 (27.9.1907) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 39 (27.9.1907)
Date
1907-09-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 39 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 429 Allerlei •־= Fritz Richard ף-׳• ־־ * *. »- --- : - ׳ -״*”־*-*"־-־־ ׳• ׳ ־־" ״ J־ '«׳1j i! I ׳ 1 | .י• י \ 1 ■ \ i \־ < Für das Wintersemester ist den \’creinen für Jüdische Geschichte Gelegenheit geboten. aus der neuen Jüdischen Literatur Proben zu hören von einem hervorragenden Vortrauenden. Herr Fritz Richard, Regisseur und Charakterdarsteiler am Deutschen Tlieater zu Berlin (Adr.: Berlin NW., Lessingst r. 26,) gibt ein Buntes Allerlei aus der modernen Jüdischen Literatur, von der wir im folgenden ein Probcprogramm gehen: 1. Szene des ״Roten Itzig1‘ aus ״Der Grai von Chnrolais“ Richard Bccr-Hofmai!n. 2. Vom hohen Rabbi Löw Hugo Salus (Prag). 3. Die alte Frau Nussbaum Ignaz K o h n (Wien). 4. Szene aus ״Abarbane?' D r. A I f r e d N o s s i g. 5. Ghetto Abraham Reise!1 (Warschau), 6. Die Stimme gestohlen S c h a 1 o m A s c 11. 7. ״Im Speisewagen“, ein elegischer Schwank T h c o d o r 11 c r z 1. 8. Vision D r. Max Jungmann. 9. Die Landstreicher Morris Roscnfcld. 10. Der standhafte Reh Isroel Isselhcimer Bernhard Fuchs (Wien). 11. Aus ״Der Pojaz" Karl Ktnil Franzos. 12. Das grosse Wecken Israel Auerbach. Ferner Dichtungen von D r. Z I o c i s t i, D r. Julius Moses, Freiherr von Münchhausen, M. S p c k t o r (Warschau) etc. etc. Kleine Mitteilungen Eine Odessaer Polizeivcrliigung. Man schreibt der RUSS. KORR, aus Odessa; Es wäre zum Lachen, wenn cs nicht so traurig wäre, liest man die albernen Verfügungen des Odessaer Stadtliauptmauns Nowitzki, mit denen er die Ruhe herzustellen den Anschein gibt. Da heisst eine Vcrsiigung an die Polizei, dass sie bei der Ucbergabc von Nachrichten an Zeitungsreporter weder den Namen noch die Strasse, wo der Voriall sieh ereignete, angeben darf und mir mit dem Buchstaben N. bezeichnen soll. In den Odessaer Zeitungen liest man deshalb folgende kuriose Berichte: Herr N. in der Stiasse N. ist von den Hooligans N., N. und N. misshandelt und N. Rubel sind ihm gerauht worden; der Misshandelte wurde ins N.-Krankenliaiis gebracht. Die Zeitung RUSSIJ macht dazu folgende sarkastische Bemerkung: ״Es dar! wohl vorausgesetzt werden, dass die Reform des Gcncrals Nowitzki irgend ein politisches Ziel verfolgt; welches Ziel aber, das ist dem gewöhnlichen Sterblichen schwer zu erraten. In der Tat, was soll denn diese dumme• Maskerade bcdeuten? — In welch eine glühende Hölle wird sich die Sttadt für die Einwohner verwandeln, wenn alles Grausige, das geschiebt, ein ״Polizeigeheimnis“ bleibt? Man raubt — so im allgemeinen, man tötet — so im allgemeinen. Aber in einer solchen Stadt ist jedes Leben unerträglich. In einer solchen Stadt wird eine beliebige Hooliganbande in einer Strasse eine Panik erregen, und die allerphantastischstcn Gerächte werden durch die Stadt ziehen und die Einwohner mit Entsetzen erfüllen. ... Sehirnieck. Der jüdischen Gemeinde zu Schirmeck wurde zum Bau einer kleinen Synagoge eine Beihilfe von 7000 Mark gewährt. Mltaii. Die SLOWO erhielt am 23. 8. (6. 9.) von ihrem׳ Korrespondenten die telegraphische Meldung, dass in Mitau im September ein jüdisches Progyinnasium mit staatlichen Rechten erüiinet werden soll. Bukarest. Aus Russland in Jassy ciiigetroffene Reisende bestätigen die Meldungen von Ausschreitungen gegen die Juden in Klschlnevv. Die Exzesse begannen Sonntag nachts lind wurden von aus Odessa eingetroffenen Rowdies, denen sich der Mob anschloss, begangen. Die' Reisenden erzählen schreckliche Einzelheiten. In einer Vorstadt zündete der Mob ein Holzlager an und trieb die aus dem Schlaf geweckten Juden der Umgegend gegen die Brandstätte. Die Polizei verhält sich vollständig passiv. — Aus dem Städtchen Kalarascli, welches gc- Icgciitlicli des Pogroms vor zwei Jahren zur Halite cingcäschert worden war, entflohen fast alle Juden. Die Juden wandten sich an den Gouverneur um Schutz. Dieser beobachtet aber unter dem Eindruck der Vorgänge in Odessa und den Drohungen Kruschewans eine unentschlossene Haltung. — In dem Kellerratimc eines jüdischen Wirtshauses in Kischinew entstand in der Nacht eine Explosion durch wahrscheinlich vom Gesindel hineingelegtes Pulver; die einzige Tochter des Wirts, welche zuerst erwachte mul flüchten wollte, wurde von den Mordgesellcn auf offener Strasse ereilt und niedergemacht. Odessa. Während des Gottesdienstes am Vcrsöhniiiigstage drangen Militär und Polizei in die Odessaer Synagogc ein und verunstalteten eine sechsstündige Durch* suclnmg. — Natürlich aus purer Toleranz und der sattsam bckannten Liebe. Petersburg. Eine bewaffnete Bande überfiel das Städtchen Perlitz, misshandelte die Juden und warf mehrere jüdische Kinder in einen Brunnen, wo sie ertranken. Auch aus anderen Orten Bessarahicns sind derartige Judenverfolgungen gemeldet. Der ISRAELIT berichtet: ״Konstantluopel. Wir haben jüngst mitgctcilt, dass die Gemeinde Saioniclii beim Grossvezier vorstellig geworden sei. dass die Regierung ihre ursprüngliche Entscheidung in Sachen R. Jakob Meirs rückgängig machen und ihm die Genehmigiuig zur Übernahme des Rabbinats von Saioniclii erteilen möge. Die Regierung hat jedoch dem Gesuch nicht stattgegeben. R. Jakob-Meir erhielt den Bcfclil. die türkische Hauptstadt, in der er sich aufhielt, sofort zu verlassen und nach Palästina zurückzukehren. Er ist daraufhin mit einem französischen Dampfer nach dem heil. Lande ahgercist.“ Der ISRAELIT hätte hinzutiigen dürfen, dass die Angriffe von angeblich orthodotcr und an der Jerusalemer Einfluss- Politik beteiligter Seite, die den Cluicham Jakob-Meir. weil er ein ehrlicher Mann und Zionist ist. als Landesverräter denunziert haben, natürlich auch für Saloniki, das ihm die Jcrusalciner und aiisserpakistimsclie Orthodoxie und Einflusspolitik grossmiitig gestatten wollte, zur Wirkung kommen. Gibt.es doch auch in Starnbul unter derselben Decke Leute, die die gleiche Einflusspolitik treiben, wie es in Jerusalem und sogar in Berlin der Fall ist. Und der Chacham Jakob-Meir ist so leicht zu verleumden, er ist ja ehrlich, selbstbewusst, gebildet und echt jüdisch. x Mexiko. Eine jüdische Kolonie soll demnächst iii Mexiko errichtet .werden. Der Plan geht von Bürgern der Stadt Los Angelas in Kalifornien aus. Die Kolonie soll besiedelt werden von 15000 russischen Juden und es werden bereits in Mexiko wegen Ankauis von 100 000 Acics Boden in der Nähe von Fa pico Unterhandlungen gepflogen. Swakopmund, ■I. September. Eine anscheinend aus der Zeit König Salomons stammende Münze wurde nach einem Bericht der DEUTSCH-SÜDWESTAFRIKANISCHEN ZTG. von einem Eingeborenen in den grossen Ziinbaje-Ruiiien im Masclimaland geinnden und befindet sich nunmehr im Bc-

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