Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1907)
- Date
- 1907-09-20
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage JUEDISCHE RU N DSCH AÜ Jg.XII,N0.38 Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der grösste Teil der Schekelblocks für das neue Rechnungsjahr ist in den letzten zwei Wochen zur Ausgäbe gelangt. Wir bitten daher diejenigen Vertrauensniänner, welche noch Schckclblocks wünschen, um diesbezügliche Mitteilung. Wir bitten ferner alle Ortsgruppen und Vertrauensinänner dringend, mit der E i n z i c 111! n g d e r S c 11 e k e 1 bereits in den nächsten Monaten zu beginnen, damit wir in der Lage sind, einen grossen Teil der neuen ScliekdgUidcr noch im Laufe dieses Jahres an das A.-K. abzuführen. Hie Wr.LT schreibt in ihrer letzten Nummer: An unsere Leser!;Mit der vorliegenden Nummer öeschlicsst der bisherige Redakteur unseres Blattes. Herr Bert hold E e i w e 1. einer bereits früher getroffenen Vereinbarung gemäss, seine Tätigkeit in der WLLT. deren Redaktion nunmehr vom Zionist isehen Zentralhurcau übernommen wird. Bei dieser Gelegenheit spricht der scheidende Redakteur allen Freunden und Mitarbeitern für ihre Anteilnahme an dem Blatte und die Unterstützung, die sie ihm zuteil werden licssen, seinen herzlichsten Dank aus. Die Redaktion der WLLT. Aus den Ortsgruppen Cliarlottenburg. Der Herzl-KIttb Charlotten bürg teilt mit, dass seine allwöchentlichen Sitzungen nicht mehr am Mittwoch, sondern am Sonnabend, abends 9 Uhr, stallfinden. Gäste stets willkommen. Klublokal vorläufig noch Restaurant G r e n s i n g, N.W., B a c h s t r. 6. Zuscliriften an Herrn Alfred 1. e w i 11 s k i, N.W., C u x h a v c 11 c rs t r a s s e 3. Berlin, den 16. September. Die Mitglicdcr-Versanmilung der J 0 d i s c It n a t i o n a I c 1t Frauen Vereinigung fand am Sonnabend 7 Uhr bei Dräsel statt. In derselben wurde ein reichhaltiges Herbstprogramm entworfen, ausserdem hielt Fräulein Ciily Tauber einen Vortrag über: ״Zion istisehe Vorkfimpie r“, Fräulein Noemi Ba neth brachte eigene Ko ח g r c ss - B c t r a c h t u n g e n , welche uns das Gewaltige und Erhabene desselben noch einmal vor Augen führten. ms. Berlin, den 13. September 1907. Gestern fand eine Mitg I i c d e r v e r s a :n m 1 u n g der . hiesigen M i s r a c h i - Gruppe statt, in der der Vorsitzende, Herr Hermann Struck, über den Kongress berichtete. Herr Struck konnte am Schlüsse seiner Ausführungen feststeüen. dass der Misraehi mit seinen Erfolgen auf dem Kongresse voll und ganz zufrieden sein kann. Vor allem sei der Beschluss der misrachischcn Delegierten, in Palästina eine Mittelschule zu gründen, überall mit Beifall aufgenommeu worden. Es schloss sich hieran eine lebhafte Aussprache über die vorbereitenden Schritte zur Gründung dieser Schule an. Eingehende Behandlung fand auch die Frage der Neuorganisation des Misraehi, dem ja nach dem Kongressbesehhiss die Möglichkeit geboten wurde, eine eigene Feileration zu bilden, wenn er über 3000 Sehckelzahler in allen Ländern vertilge. Es wurde beschlossen, überall Vertrauensmünncr zu ernennen und sich an die Oeffentlichkeit mit einem Aufruf zu wenden, alle Scliekelzahlungen an die Vertrauensmänncr ahzutühren, um so festzustellen, wie gross die Zahl der tnisrachistischen Zionisten ist. Zu diesem Zwecke werden alle misrucliistNchcn Gesinnungsgenossen in Deutschland gebeten, ihre Adresse dem Unterzeichneten einzusenden. Schliesslich wurde bestimmt, dass nach den Feiertagen eine öffentliche Versammlung stattfinden soll, zu der Herr Lazarus Barth das Referat übernahm. Beitrittsmeldungen sind an den Sehrifttiihrer Herrn Edmund Lewy, Berlin, Auguststrasse 8-1, zu richten. Hamburg. In der zionistischen Ortsgruppe Hamburg- Altona referierte in einer stark besuchten Versammlung Herr Dr. med. Kalmus, der Delegierte der hiesigen Ortsgruppe, über den int Haag stattgehabten VIII. Zionistenkongress. Er bcgriisste zunächst in herzlichen Myrten den als Gast anwesenden englischen Friedensrichter Jakob Mosen aus Bradiord, der im Haag ausser sonstigen namhaften Beträgen 80 000 Mk. fiir die Errichtung eines hebräischen Gymnasiums in Jaffa gespendet hat. Darauf schilderte der Referent den Verlaut des Kongresses, den gewaltigen Eindruck der Rede Nordaus und seinen wirkungsvollen Appell an die internationale Berechtigkeit. Von grösster Bedeutung war bei den diesmaligen Vcr- ' handliiiigen die Einmütigkeit der Delegierten. Im \aag sei \ unter Ablehnung extremer Forderungen die Synthese der ver-; sehiedenen Richtungen im Zi<mismus vollzogen worden. Die 1 energische Forderung der realer! Arbeit, d. h. der Kolonisntions- 1 t.'itigucit und der Ktilturptlcgc in Palästina, und eine parallel; lautende politische Tätigkeit zum Zweck der Erlangung rechtlieber Garantien seien von allen Sehen als gleichwertige Momente anerkannt worden. Die zionistische Bewegung habe aui's neue ihre Lebenskraft bewiesen und für ihre Aktionen in 1 der nächsten Zeit ihre Linien klar vurgezeichitci. Eine weitere 1 Konsolidierung sei durch die beschlossene Schaffung eines 1 lärtcifomls gegeben. Bemerkenswert sei, dass inan seitens der türkischen Regierung die Verhandlungen des Kongresses mit wohlwollender Aufmerksamkeit verfolgt habe. Herr Dr. L. Frank schilderte dann die Tätigkeit der Misraehi-Gruppe, j die auf dem Kongress bereits durch 25 Delegierte vertreten « gewensen sei. Der Misraehi steht bekanntlich aut dem Boden des gesetzestreuen Judentums und bezweckt, die Bedenken, die bei den ausserhalb der zionistischen Bewegung stehenden Glaubensgenossen gegen den Zionismus vorherrschen, zu zerstreuen. Allen Forderungen der Misraehi-Gruppe wurde auf dem Kongress das weiteste Entgegenkommen bewiesen, und ausdrücklich wurde iestgclegt, dass offiziell niemals etwas gesc liehen werde, was gegen das traditionelle Judentum nach irgend einer Richtung hin verstosse. Die Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft. Herr J. Moser aus Bradford äussertc sich vom Standpunkt der englischen Zionisten über die Aussichten der Bewegung. Es sprachen u. a. nocclt die Herren Dr. Besser, Estcrmann, Holländer und Dr. Frank teils zustimmend, teils ablehnend über einzelne Kongressbesehhissc. Beuthen O.-S. Wir versandten das unten abgedruckte Zirkular an d*e meisten Gcnieindemitglieder. Die Namen und Adressen zogen w ir aus dem Adressbuch aus. Hierbei passierte cs uns, dass wir auch einen Nichtjuden, da er einen jüdischen Namen hat, für uns reklamierten und ihm ein solches Zirkular schickten, dieser spendete 3 Mk. und schrieb dazu: ״Ich erlaube mir höil. zu bemerken, dass ich Protestant bin. Aber nichts desto weniger ist es mir eine Befriedigung, meine jüdischen Mitbiirger — durch den Beitrag eines Schärilcins — ihren hohen idealen Zielen näher cntgegcniühren zu helfen. Nehmen Sie daher den durch Postanweisung folgenden Betrag freundliehst entgegen.“ Der wackere Herr hält cs — wie die meisten edlen und vorurteilsfreien Nichtjuden —- für ganz natiirlich, dass unsere Bestrebungen von allen Juden geteilt oder wenigstens unterstützt werden. Er würde sich gewiss sehr wundern, wenn er das Antwortschreiben eines unserer einflnssrcichsteii ״Glaubensgenossen, eines Herrn Bankdirektors lesen würde, das also lautet: ״Ich zeichne fiir den Jüdischen Nationalfonds nicht einen Pfennig.‘' — Wir wundern uns auch, trotzdem wir an vieles gewöhnt sind. Dr. D. Beuthen O.-S., den I. September 1907. P. P. Beim Heratmaheu des RoscUUaschana-Fvstcs erlauben wir uns, an Sie die herzliche Bitte zu richten. Ihre Glückwunschkarten durch eine Spende fiir den Jüdischen Natlonalfonds abzulösen. Den Zweck des Nationalfonds ersehen Sie aus beifolgcndem Flugblatt. Wir bitten Sic, anliegenden Kupon ausgefüUt an unseren Schatzmeister, Herrn de B e e r, b a I d g e iä 11 i gs t ein/usenden. Die Beträge werden in der JÜDISCHEN RUND-