Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1907)
- Date
- 1907-09-13
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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I ״. i Beilage JUEDISGHE RUNDSCHAU Jg.XH,N37.־ ׳ Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der grösste Teil der Schekelblocks für das neue Rechnungsjahr ist in den letzten zwei Wochen zur Ausgabe gelangt. Wir bitten daher die- /eiligen Vertrauensmänner, welche noch Schekelblocks wünschen, um diesbezügliche Mitteilung. Wir bittfcn ferner alle Ortsgruppen und Vertrauens-!minner dringend, mit der K i 11 z i c h u n g d c r S c h e k c. 1 bereits in den nächsten Monaten zu bcginnen, damit wir in der Lage sind, einen grossen Teil dpr neuen Schekelgelder noch im ■jL«111׳f/e dieses Jahres an das A.-K. abzuführen. Berlin. Am Sonnabend, dem H.’d. Mts., abends 9 Uhr. findet in der J ii d i s c 11 -11 a t i o n alc n I־' r 11 ״ c n v e r e i n i - uunc in Präseis Festsälcu. Neue Friedriclistr. 35, eine Vcrsamrr.lung mit lobender Tagesordnung stau: I. I'rl. Noemi Baneth ..Kongressbclrachtungcir. -• Frl. Cilly Tauber ״Zionistische Vorkämpfer‘־. 3. Wahl einer D c I eg i e r t c n zum jüdischen Frauenbund. •I. Geschäftliche Mitteilungen. Sitzung des Grossen A.-K. Donnerstag, den 22. August, vormittag um 10 Uhr, begann unter Vorsitz des Präs. Wolffsohn die erste Sitzung des neugewählten Grossen Aktionskomitees. Anwesend waren Gronemann. Fciwcl, Franzic ־ Bercnstein, Rosenl)aun׳• (Minsk). Scheinkin, Pineies, Böhm, Saiz, Mahler, Marmorek, Stand, Gaster, Warburg, Friedeniann, llantke, Sokolow, Moser, Tschlenow, J. L. Goldberg, Boris (loldbcrg, Wolf. Goldreich, Frankel, Rosoff, Trietsch, Sapir, Brande, Spitzer, Bezalcl, Jaffe, Fischer, Gabel, Brutskus, Lcwiu, Noss:g, Kessler; ausserdem wohnt der Präsident der Jüdischen Kolonialbank, Katzeneisohn, di’r Sitzung als Gast bei. I ber verschiedene Anträge, betreffend Finsetzung von Aus- Schüssen, aus der Mitte des grossen A.-K. wird zur Tagesordneng iibergegangen. l:s wird ein Antrag Moser-Trictsch angenommen, wonach zu Anfang Januar 1908 die nächste Sitzung des A.-K. möglichst nach Berlin einberufen wird. Ein Antrag Scbeinkin, dass die Mitglieder des A.-K. in Palästina, die Vorsteher unserer dortigen finanziellen Institute des Odcssaer Komitees und der Geulah als beratende Körpersebaft ihr die Palästinanrbeiten hcrangezogen werden, wird angenommen. Ein Antrag Scbeinkin, dahingehend, dass das A.-K. den Vorstehern der palästinischen Organisationen empfiehlt, dem Palästinarat beizutreten, wird angenommen. Pr. Wolf beantragt, dass das Engere A.-K. zumindest Jeden Monat einmal den Mitgliedern Bericht zügelten lässt. (Angenommen.) ln Hinsicht auf den Relief-Fonds wird beschlossen, das Engere A.-K. zu beauftragen, raschest für eine zweckdienliche Verwendung zu sorgen und der nächsten Aktionskomitccsitzung hierüler Bericht zu erstatten. —I Aus den Ortsgruppen ן— Lübeck. Am letzten Mittwoch erstattete unser Kongressdelegierter. Herr Eduard Joel, vor einer zahlreich bcsuchten Versammlung der hiesigen Ortsgruppe sein Referat ober den Verlauf des VH1. Kongresses. In fast zweistündiger Rede verbreitete sich Herr Joel in lichtvoller und interessnntcr Weise * über die einzelnen Vorgänge des Kongresses und über seine Eindrücke vom Kongresse. An den Vortrag schloss sich eine anregende und lebhafte Debatte. — Wällrend der Dauer des Konngresses fand ein gemütliches Beisammensein der Mitglieder der Ortsgruppe statt. Auch diese Versammlung war gut besucht. m. m. Zur Nachahmung bestens empfohlen! Sehr geehrter Herr! Wir gestatten uns ergebenst, Ihre Aufmerksamkeit auf die von der Berliner Kommission zur Erforschung Palästinas vorgcschlagene und seit 2 Jahren bei den deutschen Juden sehr populär gewordene O e 1 b a 11 m s pe n d c zu lenken. Vor jetzt gerade 25 Jahren begann man in Palästina teils mit den MilUonenspenden grosser Philanthropen oder den Mitteln philanthropischer Gesellschaften, teils durch Privatinitiative eingewauderter Juden jüdischer Kolonicen zu grün den, deren Zahl inzwischen auf 25 angewachsen ist, und die sich zum grossen Teile selbst erhalten. Einige sind zu blühenden wohlhabenden Dörfern geworden. Hier sitzt der jüdische Bauer, der einst in Russland und Rumänien als Krämer ode! kleiner Handwerker unter de rW'illkür seines barbarischen Wirtes seufzte, — hier sitzt er als freier Mann auf eigener Scholle und ernährt sich und seine Familie in friedlicher Arbeit durch seine Hände Fleiss. Die entsetzliche Lage der Juden in Russland und Ru-!minien malmt uns. das Werk der Kolonisation mit Energie weiter zu betreiben. Die Kolonisation in grossem Stile erfordert ungeheure Kapitalien und ist Sache der philanthropischen Institutionen und der zahlreichen jüdischen Kolonisationsgesellseliaftcn. Aber auch dem Einzelnen!rietet sich Gelegenheit, mit inen Mitteln das edle Werk in rationeller Weise zu untertzen. Hierzu eignet sich besonders die Oclbaumspende. Palästina ist zu einem grossen Teil hervorragend für Gemüse- und Plantagenbau, iast durchweg aber für Körnerbau geeignet. Während diese Bcbauungsmethoden aber intensive Arbeit. Bewässerung und vor allem Fleiss und Zeit erfordern, ist die Pflege des Oelbaunis eitle ziemlich leichte und stellt an den Boden die denkbar bescheidensten Ansprüche. Uebcrall in Palästina, an der Küste, im Flusstale, im Gebirge, selbst auf steinigstem Boden, gedeiht der Oelbatun. Die Gefahr einer Ucbcrproduktion ist ausgeschlossen: die Olive dient der Bevölkerung als Nahrungsmittel, und die aus den Oliven gewonnenen Produkte — Oel und Seife —. erfreuen sich der grössten Sicherheit des Absatzes. Der Gelbaum ist der langlebigste Repräsentant der Kulturpflanzen, dr ein Alter von 300—100 Jahren und darüber erreicht. Die Anlage- und Untcrhaltungskosten sind relativ gering, da die Kulturen keine speziehen Bcwasscrupgs- und andere Anlagen brauchen, wie sie z. B. für die Oraiigeplauttigcn notwendig sind. Es ist daher möglich, entsprechend den verfügbaren Mitteln ein Stück Landes nach dem andern zu verpflanzen. Die Bäume werfen bereits nach 5—6 Jahren grössere Erträge ab; während der ersten Jahre lassen sich noch durch Zwischenkulturen (Oclfriiclite, Faserpilanzcn) Gewinne erzielen. Die Oelbäumc können, da sie keiner besonders aufmerksamen Pilege bedürfen, von den Kolonisten während der arbeitsfreien Alonatc versehen werden. Zur Pflege grösserer Anlagen könnten indess neu einwandernde Familien ansässig 'gemacht werden. Die Ucbcrschüssc sollen den kulturellen Anstalten Palästinas zu gute kommen. Die Anlage- und Unterhaltungskosten für den jungen Baum während der ersten 5 Jahre betragen nach der Berechnung der Palästina-Kommission fiir jeden Baum 6 Mark. Da für die Zwecke jüdischer Kolonisation noch grössere unbebaute Strecken zur Verfügung stehen, so stellt die Oelbaumpflanzung eine besonders leichte und rentable Ausnutzung dieses Besitzstandes dar. So bietet sich Jedem Einzelnen Gelegenheit, durch eine Spende von 6 Mark das Werk der Kolonisation Palästinas zu fördern. In den letzten 2 Jahren ist in Deutschland allein eine so grosse Anzahl von Oelbünmen gespendet worden, dass vor wenigen Monaten bereits ein grosser Olivenhain in der Nähe der fruchtbaren jüdischen Kolonie Chederah angelegt werden konnte. Helfe ein jeder, dem das heilige Werk am Herzen liegt, die Basis begründen, auf der sich ein neues freies Leben unserer schwer bedrückten Brüder entwickeln soll. ׳ (Folgen Unterschriften.) Zur Einsendung der Spende für einen oder mehrere Oelbäume (zu 6 MK.) oder von Teilbeträgen bitten wir. sich der beiliegenden Postanweisung zu bedienen. f •T * *8*“.*."«״־ *^!**״"4“«<•►)'