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Jüdische Rundschau · 1907-08-09 · Heft 32 (9.8.1907) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 32 (9.8.1907)
Date
1907-08-09
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Beilage JUEDIS0HE RU N DSOH AU Jg.XII.N0.32 ,_Aus der zionistischen Bewegung_ Zur gefl. Beachtung! Die Redaktion der ״JUEDISCHEN RUNDSCHAU“ befindet sich vom Sonntag, dem 11. August ab im Haag. Es wird dringend gebeten, bis auf weiteres alle redaktionellen Zuschriften während der Dauer des Kongresses nach dem Haag zu richten an die Adresse «des Kongressbüros, Haag, Heerengracht 13. Es empfiehlt sich ferner der Adresse den Namen Dr. Heinrich Loewe hinzuzusetzen. Das Zionistische Zentralbureau befindet :sich seit Montag, dem 5. August im Haag, im Kongressbureau. Alle für das Zentralbureau bestimmten Briefe und Sendungen sind während der Dauer des Kongresses an das Zionistische Zentralbureau, Haag, Heerengracht 13, Telegr.-Adresse ״Zionism“, Telephon 245, zu adressieren. Mitteilungen des Zentralbureaus ׳der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Die Sitzungen d e r d e u t s c 11 e n Landsman nschai t auf dem 8.'Kongress finden •sämtlich in der lio0kduitschen Sc 110uw־ bürg Haag. Körte Houtstr. 22 (nahe dem Kcngressgebäude) 1. Stockwerk statt. Im einzelnen bitten wir folgendes zn beachten: Montag, den 12. August 3 Uhr: Sitzung des Zentralkomitees. Montag, den 12. August 5 Uhr: 1. Sitzung <6 c r Landsmannschaft. Wahlen zum Permanenzausschuss. Diese Sitzung muss betreits am Montag stattlinden. da der Permanenzaus- *scliuss schon Dienstag früh Zusammentritt. Dienstag, den 13. August nachmittags 3.Uhr: '2. S i t z 11 n g der Landsmannschaft. 7ai den Sitzungen der Landsmannschaft werden hiermit auch die ausserhalb Deutschlands gewählten, aber in Deutschiand ansässigen Kongressdelegiertcn eingeladen. 2. Der Kongress wird am I I. August vormittags 10 Uhr Im Gebäude für Kunst und Wissenschaften eröffnet werden. Die Delegierten werden gebeten, int Track oder Geh rock zu erscheinen. 3. An den Bahnhöfen im Haag werden ׳O r i e n t i e r u n g s t a f e I n aufgestellt sein. Auch er- ,hält jeder Delegierte auf Wunsch eine Orientierungs-;karte, vom Haag zugesandt. 4. Beim Kongrcssbiircau Haag. Heeren- *Kracht 13, sind Wohnungen in allen Preislagen zu haben. Vorausbcstcllung ist zu empfehlen. Ebenso ist es angebracht, für G ü s t n des Kongresses int voraus Galerie karten zu bestellen. In der Nachwahl sind gewählt Dr. Adolf Friede mann in Freiburg i. Br. als Delegierter und 'S c I i g m a n n , A nt s t e r d a m ebendaselbst. als ״Stellvertreter, Dr. Hans Gideon Hey mann in Rösseln 'tGouv. Kowno). National- und Agrarfonds Von Proi. O. W a r b u r g. In den Mitteilungen des Hauptbureaus des Jüdischen. Nauonalff.nds in Köln findet sich in No. 29 der WELT unter dein Titel ..Prof. \\ arburg und die Bedeutung des Nationalfonds" ein kurzer Artikel, der von dem Veriasser ״eine Krwideruiig** genannt wird, g!)gleich er sich mit dem Inhalt meines Reieraks in No. 7 der \\ ELT im w esentlichen deckt und sich eigentlich nur gegen eine ev. denkbare, aber nicht sehr wahrscheinliche, missverständliche Auffassung desselben seitens dritter wendet. Ich erkläre hier ausdrücklich, dass ich an dem Wert des NationalfonJs für den Zionismus ebensowenig zweifle wie das Hauptbureau des Fonds, und ebenso anJ.rseits — was ja auch die Ouiatesscnz meines Referates in No. 27 der WELT ausmacht — anerkenne, dass ״die grosse Lee der Erwerbung des palästinensischen Bodens iiir das jüdische Volk, welche dem N'ationalfonds zugrunde liegt, nach wie vor die wichtigste Aufgabe der zionistischen Bewegung bleiben muss.‘* Ich kann mir auch denken, dass dieses Ziel durch Kreditgewährung seitens des momentan nicht zum Landkauf berechtigten Nationalfonds wesentlich gefördert wird; jedoch kann ich die in dem besagten Artikel ausgesprochene Ansicht nicht teilen, dass der N'ationalfonds bei seinen gegenwärtigen Statuten ״schon jetzt durch Gewährung von Krediten an Iandwirtschaftliche Unternehmungen aller Art erheblich zur Förderung der Agrikultur in Palästina beizutragen‘* vermag. Die Gründe habe ich in meinem Referate (S. 12, 2. Spalte) dargelegt, und sie sind bisher nicht widerlegt worden. Ich zweifle nicht daran, dass in fast allen Einzelfäl’en die Kreditgewährung seitens des Nationalfonds an schon vorhandene palästinensische agrarische Institutionen genau so wie der Landkauf an schweren Bedenken theoretischer oder praktischer Natur scheitern wird, und dass gerade Dr. Bodenheimer diese Dedenken am ersten erkennen und betonen wird. Vorläufig ist meiner Ansicht nach der Nationalfonds Janer im grossen ganzen nur ein Kapital-Sammelreservoir für spatere Zeiten, unbeschadet der Durchführung der schon zu Herzls Zeiten gefassten Beschlüsse*) sowie der Bereitstellung von Mitteln für einige sozialokonomische resp. landwirtschaftlich wichtige Versuche, sowie des Landkaufes für die schon jetzt sehr wichtige ölbaumspende. Um eine Kreditgewährung seitens des Nationalfonds zum Zw ecke des Landkaufes in grosserem Masse überhaupt ermögliehen zu können, müssen erst die nötigen kreditverdienenden agrarischen Institutionen geschahen werden. Momentan existieren in Palästina keine kreditfähigen und gleichzeitig allgemein landwirtschaftlichen Zwecken dienende jüdische Institutioneu, mit Ausnahme der Geulali, welche Gesellschaft schon über den ihrem Kapital entsprechenden Kredit veriiigt, und ev. der Gesellschaft Agudath Netaim, welch letztere aber erst ihre Kreditfähigkeit erweisen muss und jedenfalls in den nächsten Jahren nur kleinen Kredit wird beanspruchen können. Auch die Leihgenossenschaiten mit gemeinsamer Haftung sind, soweit sic landwirtschaftlichen Zwecken dienen, vorläufig in finanzieller Beziehung noch recht unbedeutend. Die in dem Artikel des Hauptburcaus als zweckdienliches Mittel anerkannte Kreditgewährung an Heimstättengcsellschafteil und Grundbesitzhanken habe auch ich in meinem Referat in Aussicht genommen. Aber freilich müssen diese Institute *) Wie wenig berechtigt die vorjährigen Kassandrarufe bezüglich der Festlegung des Kapitals des Nationalfonds oder gar des ״Bankrotts“ desselben gewesen sind, erkennt man daraus, dass selbst die iiir die Durchführung der Projekte aus der Herzischen Zeit nötigen Landküme in den letzten zwei Jahren leider keinerlei Fortschritte gemacht haben.

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