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Jüdische Rundschau · 1907-07-12 · Heft 28 (12.7.1907) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 28 (12.7.1907)
Date
1907-07-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seite 115 1 No. 28 JÜDISCHE RUNDSCHAU. Man sieht leider, dass die altjüdischc Pflicht, Maasser j (einen Zehnten) seines Einkommens filr Wohlfahrtszwccke 1 licrzugeben, selbst in abgeschwächter Form in unseren Kreisen nicht mehr gekannt wird. Die Propaganda-Abteilung kann auch nur die anderweitig gemachte Feststellung bestätigen, dass die deutschen Zionisten, obwohl sie doch im allgemeinen zu den besser situierten Kreisen gehören, bei weitem nicht einmal den‘ Prozentsatz ihres Einkommmens fiir zionistische Zwecke übrig haben, den ein deutscher Arbeiter für seine Parteizwecke hiergibt. Nicht zu reden von den Riesensummen. die einzelne Sozialdemokraten ihrer Partei zur Förderung ihrer Zwecke jährlich hingeben. Wohl gibt cs Aus- ״ahmen von unserer Regel, aber sie sind etwas spärlich. Die Propaganda-Abteilung, die cs sich angelegen sein liess, die wöchentlichen Ausweise sehr genau durchzustudicrcn, hat zu ihrem Bedauern konstatieren milssen, dass Akademiker und Kaufleute, die in jüngsten Jahren eifrige Werber des Zionismus waren, wenn sie erst selbständig geworden sind und nun eigentlich die Bewegung materiell mehr fördern solltcn. immer seltener und seltener in den Ausweisen zu finden 5tn!. Das sollte anders werden. In der Zusammenstellung ist bei den Orten, aus denen nut selten etwas einging, angegeben, wie selten Eingänge zu verzeichnen waren, und wann solche zuletzt gemeldet wurden. Die Leiter der Gruppenverbünde sollten cs sich angelegen sein lassen, diesen Feststellungen nachzugehen und in den betreffenden Ortsgruppen eine Besserung anzubalmen. Aus der Zusammenstellung ist auch vielleicht fiir die zionistische Propaganda-Arheit Nutzen zu ziehen, da Spenden aus manchen Orten auf einen dort immerhin vorbereiteten aber häufig noch nicht bearbeiteten Boden hinweisen. Die Namen der Städte, die in! verflossenen Geschäftsjahr über 500 Mark auswiesen, sind im Druck hervorgehoben. Es sind leider nur deren 15. Die Gesamtsumme der Spenden für den Nationalfonds und die ölbaumspende betrug im Jahre 1906/07 : 27 341,20 Mark, gegen 23 100 Mark im Jahre zuvor. Die Propaganda-Abteilung versandte an Briefen, Karten ond Drucksachen 166 Stück. Die bisherigen Kosten der Bureaus mit 39,09 Mark sind durch einen Anonymus gedeckt worden. Deutsches Bureau des Jüdischen Natlonalfonds. י Abteilung für Propaganda. . ״ Hugo Schachtel. j-—ך Aus den Ortsgruppen Berlin. Die Ferlcnausfliigc der jüdisch-nationalen Frauen* Vereinigung mit Kindern aus den Gemclndcschulcn besinnen am Mittwoch, dem 10. Juli und finden von da ab bis חיה! Schlüsse der Ferien jeden Mittwoch statt. Abfahrt präzise 2 Uhr Nachmittag mit bestelltem Wagen vom Alexander-. Platz nach Reinickendorf, Restaurant Waldidyll, Scliarnwcbcr- Mrassc 114/115. Aufnahme von Kindern kann nicht mehr erülgen, da die Anzahl bei weitem überschritten Ist. Mituliedcr der Fraucnvcrcinigung, die sich an der Arbeit beteiiigen wollen, werden gebeten, sich bei Frau Lina Wagncr-Tauber, Prenzlauer Allee 9, zu melden. Uli I 11 UdüV| Berlin. Am 6. Juli fand ln! Schlosshotel, zehnsemestrige Stiftungsfeier der Verbind ungim K• Z. hasmonaca statt, zu der zahlreiche Gaste erschien "aren. Bbr. Rosenbaum erüffnete die Kneipe mit einer A spräche, in der er auf die Entwicklung der Verbindung h "ies. Die Festrede hielt Bbr. Lichtlicim. Es sprachen fe d!e Vertreter der befreundeten Korporationen, des V. I. Berlin, des V. I. St.-Charlnttcnburg, des V. I. c* u-u,1״ 1•11U der ״Freien Ve *י 'יי״״י י " ' > ' W U 4 ftt MW. ״.- . erbindung Dahlcmia.“ fm haer Zionistischen Vereinigung überbrachte •«men des Hilfsvercins der Deutschen für den Herzlklub Herr Lewinski und dum* t nl.nl. nu. *■״wi « ••Vlltlltuvi 1ic14ucuc St.-Makkab: Namen der B Herr Barth. Juden Herr Dr. Ka für die Kartcllverb Giiickwunscne. Za reiche Schreiben und Telegramme waren cingelaufcn: Von den Kartellverbindungcn Jondania-Miinchcn und Ivria-Frciburg, von der Verbindung Zcphirah-Czernowitz, von Herrn Dr. Bodcnheimcr, Herrn B. Feiwel, A. H. Dr. Klee und vielen auswärtigen Bundesbrüdern. Besondere Freude erregte ein herzliches Begrüssungsschreibcn des Präsidenten des A. K. Herrn D. Wolffsohn, den die Verbindung anlässlich des Stiftungsfestes zum Ehrenmitglied ernannt hatte. A. H. Dr. Leszynsky feierte die Gründer der Hasmonaca, Bbr. Treidel insbesondere den Gründungsburschen Egon Rosenberg; Bbr. Lichtheim sprach auf Bbr. Treidel als den ersten Fuxen der Verbindung. Der OI b a u m h a i!1. der zur Erinnerung des Stiftungsfestes auf den Namen Hasmonaca im Herzhvald erstehen soll, ist durch die Spenden der Gönner der Verbindung bereits auf 100 Bäume angewachsen. Die Kneipe verlief überaus harmonisch und war ein deutlicher Beweis der Sympathien, ifcrcn sich die Verbindung in weiten Kreisen erfreut. Berlin. 4. Juli. Gestern abend fand die dicsmonatlichc V crsrimmluug 11er hiesigen Misrachi-Gruppc statt. Der Vorsitzende. Herr Hermann Struck, berichtete zuerst über die Erfolge der Enquete über ..Zionismus und gesetzestreues Studentuni“. Es lagen bereits 26 Antwortschreiben vor. Fast sämtliche Rabbiner füliicn in diesen, teils mit längeren Be- Erfindungen aus. dass der Zionismus keineswegs dem gesetzestreuen Judentum widerspreche und weisen auf die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der gesetzestreuen Zinnisteit i!1» Misrachi hin. dem die hohe Aufgabe zuficle. die Bewegung in religiösem Sinne zu beeinflussen. Es wurde beschlossen, mit der Veröffentlichung der hochinteressanten Antworten im September zu beginnen. Im zweiten Teil der Sitzung wurden Anträge fiir den Kongress besprochen. — Auskunft über evtl. Anschluss an die Misrachi erteilt der Schriftführer Edmund Lewv. Auguststr. 84. Hannover, 8. Juli. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltete am I. Juli 9 Uhr abends in der Börse eine Merzl-Gedenkfeier, mit deren Arrangierung die Herren Ludwig Meyer und H. Londner betraut waren. Der leider etwas kleine zur Verfügung stellende Saal, de! die zahlreich Erschienenen — etwa 80 Personen — kaum zu fassen vermochte, war in stimmungsvoller Dekoration dem ernsten Charakter der Feier angepasst. Sie wurde durch ein אל ב? א רהמיש eröffnet, das ein Herr vom hiesigen Synagogenchor sehr ansprechend zu Gehör brachte. Ihm folgten einige Begrüssungsworte des Herrn Ludwig Meyer worauf Herr Schnelling ein kurzes Lebensbild Herzls gab, das in Bezug auf seine letzten Lebensjahre etwas ausführlicher war. Es wechselten dann Gesänge des Synagogenchors mit Vorlesungen aus Herzls Schriften ab. die von Frl. Anne Berliner und Herrn Karl Schleisncr vorgetragen wurden und ersichtlich Eindruck machten. Die Feier erreichte mit einem Schlusswort des Herrn Meyer ihr Ende. Sie muss in all ihren Teilen als würdig und wohlgelungcn bezeichnet werden und hat sicherlich bei allen Eischicnenen einen nachhaltigen Eindruck!unterlassen. Die Mittelwand des Saales zierte eine Nachbildung des bekannten Struckschen etwa lebensgrossen Hcrzlkopfes. Das lebhafte Braun des Eichcnholzrahmcns war durch schwarze Crepcschlcicr gedämpft; ein Strauss üppig erblühter dunkelroter Rosen flankierte Herzls Charakterkopf und half im Vcrein mit zwei wirkungsvoll aufgestelltcn Kerzen, die magisch flackernde Reflexe auf die gütigen Züge unseres verstorbenen Führers warfen, die in Anbetracht des Zwecks der Feier doppclt wehmütige Illusion verstärken; die uns statt des Strucksehen Meisterwerks Herzl lebend in unserer Mitte sehen liess. Hannover, 7. Juli. Am 24. Juni abends 9 Uhr, hielt die Ortsgruppe ihre Wahlversammlung für den 8. Kongress ab. Als Kandidat referierte Herr J. Schnelling über die den 8. Kongress hauptsächlich beschäftigenden Fragen. Die gegen die Richtung Schnelling sich wendende Opposition fand nur einige wenige Anhänger, so dass Genannter mit überwiegender Majorität gewählt wurde. Ersatzmann Herr Dr. Presch. — Nach Bewilligung von 5 Bäumen für den Herzhvald wurde die Versammlung um 11?* Uhr geschlossen. Bcuthcti O.-S. Am 2. Juli veranstaltete die hiesige Ortsgruppe eine Herzl-Gcdcnkfeicr. Sie wurde cingeleitet durch ein von Herrn Oberka itor de Beer einstudiertes Quartett. Die Gedenkrede hielt Rechtsanwalt Dr. D 0 b r ־ zynski. Herzls 1. Kongressrede und die ״Mcnorah“ wurden von Herrn Rcfd. Weissmann zum Vortrag gebracht. Eine Sammlung für den Herzl-Wald ergab 5 Oelbäume. Bei der sich anschliessenden Delegicrtcnwahl wurden gewählt: R.-A .Dr. Dobrzynski als Delegierter und Dr. Frankel- Königshüttc als Ersatzmann. D. Flichnc. Am Sonntag, dem 7. Juli, veranstaltete die hiesige zionistische Ortsgruppe eine HerzliVier FH. Arndt trug ein vom Apotheker Bruno Boschwitz verfassten Prolog vor. I

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