Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1907)
- Date
- 1907-06-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 23 Setto 94 OelbSame sind gestiftet worden: in Beuthen 21, in Glelwitz 9. in Ratibor 8. in Kattowitz 5, in Rybnik 3, in Qrossstrehlitz und Obergtogau ie 2. in Zabrze. Cosel, Königshfltte und Neisse ie I. Die besonders günstigen Ziffern von Beuthen sind zum Teil auf die Sammlungen am Oberschicsischcn Zionistentage zurückzuführen. Für den Be za lei snendeten: Zabrze 300 Mk.. Königshüttc 22 Mk.. Cosel 16 Mk.. Glciwitz und Tarnowitz Je 4 Mk.. Kattowitz 2 Mkkk. Dass in den anderen Ortsgruppen nichts zusammenRekommen ist. erkUirt sich dadurch, dass infolge des Mangels eines geeigneten Flugbtattes die Ziele des Bczaici noch zu unbekannt geblieben sind. Für andere Zwecke wurden noch in der RUNDSCHAU ausgewiesen: von Beuthen 17,20 Mk.. Zabrze 5 Mk.. Orossstrehlitz, Königshütte und Ratibor ie 2 Mk. Dass die Spenden in Anbetracht der durchschnittlich wohlhabenden Jüdischen Bevölkerung verhältnismässig geringe sind, ist offenbar, erklärt sich aber zum Teil daraus, dass sowohl Geldmittel als auch Zeit der Mitglieder durch die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen und von Vergnügungen, besonders durch den Fnde Dezember stattgefundenen Oberschicsischcn Zionistentag sehr in Anspruch genommen worden sind. Die Selbstbcsteuerung lässt noch sehr viel zu wünschen übrig, ebenso die Verbreitung der N.-F.-Markcn. Letztere sind in grösserer Zahl bei den Purimvergnügungen in Königshütte und Zabrze zur Verwendung gelangt, indem sämtliche Eintrittskarten bezw. Programme mit N.-F.-Markcn versehen worden sind. Referendar Georg Schutz- Tost. Aus den Ortsgruppen C Berlin. 3. Juni. Die Jiidlsch-natlonale-Fraucn-Verelnigung veranstaltet am Sonntag, d. 16. Juni er., einen Ausflug nach Hessenwinkel, verbunden mit geselligen Veranstaltungen, wie gemeinsames Spiel, Kabarct. Tombola, Sommcrnachtsball, Fackelzug durch den Waid und sonstige Uebcrraschungcn. Offizielle Abfahrt 9.15 Bahnhof Alexanderplatz. Nachzügler, die den Zug 2,49 Uhr benutzen, werden am Bahnhof Wilhelmshagen erwartet. Treffpunkt für sonstige Nachzügler ist Restaurant Gesellschaftshaus am Dämeritzsec, Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Das Festkomitee. Ratibor. Die hiesige zionistische Ortsgruppe veranstaltete am Sonnabend, dem 1. Juni, abends eine gut besuchte Ver- Sammlung, in der Rechtsanwalt Li ch t e n s t ei n -Zabrze über ״Der Fall des Rabbiners Dr. Cohn" berichtete. In der interessanten Diskussion, an der sich auch Dr. Kassel und Zahnarzt Block beteiligten, geisseife besonders Rabbiner Dr. Dienemann das ungerechte Verhalten des Berliner jüdischen Gemeindevorstandes. — Broschürenverkauf und NationalfondssammJung durch Frl. E. B ö 11 m. Stuttgart. Am 7. Mal hielt Herr Dr. M. K ahn aus Esslingen einen Vortrag in unserer Ortsgruppe. Thema: 10 Jahre Zionismus. Die interessanten Ausführungen fanden bei der zahlreichen Zuhörerschaft grossen Beifall. Es folgte eine anregende Diskussion, an welcher sich hauptsächlich der Vorsitzende Emanuei Kaufmann und Zahnarzt Schcreschewskv beteiligten. Gleichzeitig war mit der Versammlung der Schekeltag verknüpft. K. Strausberg L d. Mark. Am Sonntag hielten hier D r. Hans Gideon Hey mann und Dr. Heinrich L 0 c w e in 'der Synagoge, die hierzu bereitwilligst vom Vorstande zur Verfügung gestellt wurde, eine erste zionistische Ver- Sammlung ab. bei der Dr. Loewc über ״Die gegenwärtige Lage tm Judentum“ und Dr. Heymann über ..Die Organisation sprach. Die meisten Gemcindemitgliedcr zahlten den Schekel. München. Verbindung im K.Z.V. J o r d a n i a. Das neue Semester führte unseren Reihen wiederum eine ansehnliehe Zahl fungcr Zionskämpfer zu. — Am 11. Mai fand unsere Antrittskneipe statt, zu der zahlreiche Bcgrüssungsschreibcn und Telegramme eingelaufen waren.. Die Tendenzrede hielt Bbr. Peissakowitsch. Fenier sprachen die Vertreter unserer Berliner Kartell Verbindung Hasmonaca. des Vereins Jüdischer Studenten, der Vereinigung Jüdischer Akademiker, der zionistisehen Ortsgruppe und des Vereins für Statistik der Juden, die uns die besten Glückwünsche für das kommende Semester darbrachten und die Notwendigkeit des Zusammenarbeiten aller jüdischen Korporationen Münchens energisch betonten. Die Kneipe nahm einen überaus gelungenen Verlauf. — Die Chargenwahlen für das Sonmierscmester hatten das Ergebnis: X jur. Georg Gerson, XX jUr. Alfred Wöllstein. XXX med. Martin Nathan. Den wissenschaftlichen Fuxenunterricht übernahm A. H. Dr. I s a c S t r a u s s. den Konimentfuxenuntcrriclit Bbr. Simon. Strassburg. Der Zionistische Grupperiverband von Eisass- Lothringen hielt am 26. Mai in Saargcmünd einen Propagandavortrag. Redner war Herr Dr. Dannenberg aus Metz. Nach der Diskussion meldeten sich eine Anzahl neuer Schekelzahler. so dass man bald eine selbständige Ortsgruppe dort gründen kann. — Trotz der vielen Prophezeiungen der Gegner steht der hiesige ״Jüdische Turnverein‘‘ in hoher Blüte. Dass sein Bestehen keinen Antisemitismus erweckt, selbst in den Kreisen, wo er am häufigsten ist. beweist folgende Antwort der Konimandantur von Strassburg auf ein Gesuch des Vereins: ״Auf Ihr Schreiben vom 15. V. 07 teilt die Kommandantur mit. dass der jüdische Turnverein auf dem Exerzierplatz zwischen Stcirnvallstr, und Steinring an den Sonntagen dieses Sommers, zwischen 7 und 9 Uhr vorm.. Turn- und Exerzier- Übungen abhalten darf. Der Kommandant, von Pawlovski. Generalleutnant.‘‘ Der Verein hat jetzt auch einen Turnlehrer lind verspricht daher die besten Erfolge. cs. Duisburg. Am 3. d. M. sprach in der Zionistischen Vercinigung Herr Redakteur Julius Berger, Cötn. in trefflichen, beifällig aufgeiionmicnen Darlegungen über die jüngsten Erfolge der Zionistischen Gegenwartsarbeit, die Wahlsiege der Zionisten in Galizien. III. Jüdischer Turntag in Wien Auf Dienstag, den 21. Atai. war nach Wien der 3. Verbandstag der ״Jüdischen Turnerschait*' einberufen. Vertreter fast sämtlicher jüdischer Turnvereine Deutschlands. Oesterreichs und der Donauländer waren erschienen, andere bezeugteil ihre treue Anhängerschaft und ihr Interesse für die jüdische Turnsachc durch Telegramme und Zuschriften. Der J. Wiener Jüdische Turnverein hatte umfangreiche Vorbcrcitungen für den Empfang und die Unterbringung der zahlreichen Gäste (erschienen waren 35 stimmberechtigte Teilnchmer zur Tagung, während beim Verbandssehautiiriten 125Turner antraten) getroffen. Am Sonntag fand ein Begrüssungsabend mit gesanglichen, deklamatorischen und schauspielerischen Darbietungen statt. Der folgende Tag war mit Vorbereitungen für das öffentliche Verbandsschauturnen ausgefüllt. Nicht geringe Schwierigkeiten bot cs. die aus den verschiedenen Gegenden zusammengekommenen an verschiedene Turn- und Kommandosprachc gewöhnten Turner zu einem einheitlich wirkenden Ganzen zusanimenzuschwcisscn. Der weite Saal des Wiener Arbeiterheims war von mehr als 1000 Personen gefüllt, als die schmuck gekleidete Turnerschar strammen Trittes unter den Klängen des Zlocistisclien ..Wohlan lasst das Sinnen und Sorgen“ den schwierigen/fein komponierten Aufmarsch vollzogen. Es folgten Stabübungen, die exakt und schneidig ausgefiihrt wurden. Dann marschierten die Riegen an die Geräte, wobei sich besonders die Kölner Truppe durch ihre vorzügliche Haltung auszeichnctc. Einen wundervollen Reigen schritten 16 graziösc Wiener Turnerinnen unter der vollendeten Leitung des Turnlehrers Pollack. Den Schluss der Vorführungen bildete eine mit begeistertem Beifall aufgenommenc. von Turnern aller Vereine zusammengesetzte Musterriege am hohen Reck. Auf dieses glänzend gelungene Schauspiel das ein erfreuliches Bild des turnerischen Niveaus im Verbände darbot. folgte ein animierter Festkommers, an dem eine grosse Atengc befreundeter Vereine und Korporationen durch den Mund ihrer Sprecher dem Verbände zu seinem Ehrentage ihre Sympathien und Glückwünsche darbrachten. Am Dienstag traten die Delegierten zur Tagung zusammen. Eingehende Berichte ergaben ein zwar langsames, aber stetiges Fortschrciten der Jüdischen Turnbewegung. Ausgezeichnete Referate folgten: Isidor Wolff-Berlin entwickelte einen grosszügigen Plan zur ״Ausbreitung der Turnbewegung über die bisherigen Grenzen ihrer Wirksamkeit hinaus, besonders auf die Länder im europäischen Osten, den Orient und Amerika." Führende Männer haben ihre Bereitwilligkeit erklärt, bei der Durchführung dieses Planes mitzuwirken. — Verbandsturnwart Blum-Berlin behandelte in instruktiver Weise das für die jungen jüdischen Vereine sehr wichtige Thema ..Turnen ohne Turnhallen“. Turnlehrer Pollack-Wicn legte die ..Grundzöge eines zu schaffenden auf die besonderen Bedürfnisse der indischen Turnvereine zugeschnittenen Leitfadens für die Turnwarte“ vor. Den Schluss bildete das Referat Julius Berger-Köln über ״Die Pflege der national-jüdischen Idee in den Turnvereinen.“ Alle Vorträge boten Gelegenheit zu eingehenden, fruclitbaren Debatten, die sich in einer Reihe wichtiger Beschlüsse und Resolutionen niederschlugen. i