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Jüdische Rundschau · 1907-04-12 · Heft 15 (12.4.1907) · page 25

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 15 (12.4.1907)
Date
1907-04-12
Page
– (sequence 25)
Language
German
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No. 15 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 61 Aufruf Dem Andenken des kürzlich in Hamburg dahiitgeschicdcncn. unvergesslichen Mitschöpfers und Vorkämpfers der zionisti« sehen Idee * Gustav G. Cohen. . der als treuer Jude und •echter Menschenfreund in stilier Einiaehheit Grosses geleistet hat soll von seinen Freunden und Verehrern ein Ehrenzeichen gestiftet werden, das — in der Richtung seines jüdischen Lebensideals gelegen — gleichzeitig cm in die Zukunft ragendes Kulturwerk im Heiligen darstellt: Wir gedenken zur ewigen Erinnerung einen Oelbaumcarten In Palästina zu pflanzen, der seinen Namen trägt, und bitten alle, die den! Verstorbenen ein treues Gedächtnis bewahren, sich durch eine Geldspende an dieser Ehrung zu beteiligen. Beiträge nimmt entgegen: Herr Sa ml. Cohen . Hambürg. A dm i r a I i t ä t s s t r. 33. Bk.-Kto: Norddeutsche Bank, Dr. Besser. Samt. Cohen. L. Estermann. Dr. L. F r a n c k. Dr. H a I p e r n. Dr. Huldschi ה er. Dr. Kalmus. Ed. Levinsun. Ludwig M a t h i a s o n. Otto Rüben. Gustav Tuch. Dr. Victor. Mor. S. Wolff in Hamburg-Altona. David Wolffsohn. Köln, Dr. Adler, Lübeck. Dr. B 0 d c n 11 e i m e r. Köln, Jos. Cowen. London. Dr. Friedmann. Wiesbaden. L. J. Orecnbcrg, London. Dr. H a n t k e. Berlin Prof. Dr. Kellner. Czernowitz J. Krcmenctzky. Wien. Dr. Schemarja Lcwin, Wilna. Dr. Heinr. Locwe. Berlin. Prof. Dr. M a n d e I s t a in m . Kiew. Dr. A. M a r m o r c k, Paris. Pr. Max Nordau. Paris. Hermann Struck. B.rlin. \VI. Ten! k in. Elisabethgrad. Dr. Tschlcnow. Moskau. N. S o k o 1 s o. Köln. Berthold F c i w e l. Köln. Lübeck. Die Ortsgruppe hatte wieder einen glücklichen Abend da Herr Pr. Blocdt unseren dringenden Bitten nachgekommen und zum zweiten Male bei uns erschienen war. Seine Ausführungen über ..Pie physische Regeneration der Juden“ waren so glänzend, dass alle Anwesenden, auch die Nichtziouisten. laut bedauerten, dass Herr Pr. Blocde nicht noch einmal zu uns kommen könne. hr. Leipzig. Sonnabend, den 23. März,!and hier unter Leitung des neuen Vorsitzenden der Ortsgruppe. Dr. Locbl. eine von ca. 71K» Personen besuchte Volksversammlung statt. Dr. Schcmarjahu Lcwin-Wilna sprach über ״Die Juden in Russ-!and and in Amerika und die endgültige Lösung der Juden* frage". Der geschätzte Redner gab ein grosszügiges Bild von dem sich Mensch fühlenden amerikanischen Juden; zeigte, dass gerade auf den! Boden der Freiheit der Zionismus erst recht gedeihe und dass wir nur unter eigener Firma in. Palästina die Jtdenfrage endgültig lösen können. Reicher Beifall lohnte die klaren und fesselnden Ausführungen, an welche sich eine bis nach 1 Uhr dauernde lebhafte Diskussion anschloss. Diese Veranstaltung brachte der •Ortsgruppe zahlreiche neue Mitglieder und Schekclzahler. Ja. Varel a. d. Jade. An! Sonntag, dem 24. März fand hie. in der Synagoge ein Vortrag von Herrn Dr. Bloede stau, über ״Die soziale Lage des jüdischen Volkes“. Die Versamm• tung war verhältnismässig gut besucht, wenn auch wie überall, verschiedene nicht ׳Ja waren. Die Diskussion vollzog sich sehr ruhig, es war nur schade, dass Herr Herr Dr. Bloede weiter musste, urn abends in Emden zu sprechen. Der Vortrag hat hier einen grossen Eiudiuck gemacht und zweifele.ich nicht, dass, wenn bald ein zweiter Redner nach her käme, auch wir in Vaicl eine Ortsgruppe vtn grösserer Bedeutung bekamen. Töplitz-Schönau. Am 28. März d. Js. fand im hiesigen städtischer! Kursalon eine vom Verein ״Zion" einberufene Versam mlung statt, in der Herr Ernst Bechert über die I c 17. t e n Vorgänge in Rumänien referierte. Er führte aus. dass die Juden in Rumänien zwar allen staatsbürgerlichcn Pflichten mit Treue und Gewissenhaftigkeit Nachkommen, vor dem Gesetze jedoch nur als Ausländer gelten, die der ärgsten Willkür und barbarischen. Grausamkeit der Machtfaktoren preisgegeben seien. So seien sic zur Aus- Wanderung genötigt und konnten in keinem Lande unterkommen. Ihrem Elend könnte nur durch die Erfüllung: de! Forderungen des Zionismus abgehoben werden. Die Vcr- Sammlung nahm einstinmf.g eine Resolution in diesem Sinne an. י vf. Mayen. Am Sonntag, dem 31. März sprach Herr Land• messer Treidel in der hiesigen Ortsgruppe vor einem zahlreichem Publikum über die Geographie, die kulturelle und wirtschaftliche Eiiiwicklung Palästinas. Per Vortragende, weleher bekanntlich einer der besten Kenner des heiligen Landes ist. veranschaulichte seine Ausführungen durch Lichtbilder und erntete reichen Beifall. Per Zuwachs, den unsere Ortsgruppe und damit die Sache des Zionismus an fchem Abend erhielten. wiid aber Herrn Tcidcl mehr als Beifall und Anerkennung für seine uneigennützigen Bemühungen entschädigt haben. *m. Bekanntmachung der Zentralsammel stelle für Materialien' Lübeck. . Die Leiter der lokalen Sammelsteilen werden hiermit dringend ersucht, die bei ihnen lagernden Materialien, nämlich Schokoladenstaniol, Flaschenkapseln. Zigarrenabschnitte, Briefmarken (von diesen die seltenen extra gepackt), möglichst umgehend an Frau Dr. Margarete Joel, Lübeck, ßeckergrube 5S. zu senden. English Zionist Federation Wir tragen den Bericht über die engischc zionistisch«. Jahresversammlung nach: Die Jahreskonferenz der E.Z.F. war beherrscht von dem Kampf der Geister, der seit dem VI. Kongress und seit der Aufnahme des Prinzips praktischer Arbeit in Palästina durch die zionistischen Reiben geht. War dieser Kampf für die kontinentalen Landsmannschaften eine Quelle regen politischen Lebens, so war er hier in England von persönlichen Differenzen derart Überwuchert, dass der erzieherische Eiiekt ausblieb und für eine Zcitbng politische Stagnation die Folge war. Die Konferenz hat dem Bruderzwist ein Ende bereitet und die divergierenden Heeressäulen in dieselbe Marschrichtung gebracht. Ihr Verdienst geht aber darüber hinaus. . Durch eine tiefangclegtc prinzipielle Ik• batte brachte sie Klarheit m Dinge, in denen man dem englischen Zionismus bisher mit einigem Rechte Ignoranz vor werfen durfte. Die Beseitigung der Personalfragen hat die Bahn freigelegt, mit der Diskussion und Anna.hme der au! praktische Palustinaarbcit gerichteten Re- Solutionen hat die Konferenz den Boden für künftige fruclitbringende Tätigkeit geschaffen. Zu besten Hoffnungen berechtigt das lebhafte Interesse, welches dm Konferenz programmatischen Fragen entgegenbrachte. Fine programmatische Broschüre von Weiznnnn und Sacher vcranlasste die Delegierten, am Vorabende der Konferenz zu einer zwanglosen Besprechung zusimmenzutretcn, eine Neuerung, die beweist, dass nun auch im englischen Zionismus das früher ganz fehlende Interesse für theoretische Fragen lebendig geworden ist. Die Konferenz wurde am Sonntag, dem 3. Februar vormittags von Sir Francis Montefiore in Anwesenheit von ca. 51׳ Delegierten eröffnet. Der Geschäftsbericht des Sekretärs, H. Percy Baker, gab Anlass zu einer recht lebhaften Debatte, die sich zunächst um den seinerzeit mit der Jto gemeinsam erlassenen Aufruf dreht. Sir Francis ergreiit die Gelegenheit, am sein Bedauern auszusprechen, den Brief ohne Vorwissen der Exekutive unterzeichnet zu haben, eine Erklärung, die lebhaften Beifall findet und die Diskussion abschliesst. (Greenborg ist abwesend.) Zum Punkte ״Zionistische Presse“ wurde auf Antrag Salkinds eine Fünferkommission gewählt und beauftragt die Herausgabe eines zionistischen Blattes in jüdischer Sprache vorzubcrciten Die F'rage der Legalisierung des Nationalfonds brachte die Annahme eines Antrages des Bnci Zion. Glasgow, betreffend Einsetzung eines Komitees mit dem Auftrag, einen Plan zur Schafiung.einer legalen Grundlage für die Sammlungen auszuarbeiten. Eine Majorität findet ferner der Antrag Bentwich, der verlangt ״dassdas Aktionskomitee ersucht werden möge. Schritte zu unternehmen, um das im Namen des National• fonds zum Zwecke des Landaukaufs in Palästina gesammelte Geld sicherzustellcn und zu verhindern, dass es für andere Zwecke verwendet werde.“ Der Bericht des Sekretärs wird genehmigt. h Resolutionen: I. Die Konferenz ist der Ansicht dass die diplomatische Arbeit des Aktionskomitees nur einen Teil der politischen Aktion darstellt und dass die Diplomatie um so wirkungsvoller wird, ic mehr sic sich stützen kann auf starke wirtschaftliche und kulturelle Positionen in Palästina. II. Der nächste Zionistenkongress möge in Palästina selbst eine Kommission zur lintersuchung der natürliehen Hilfsquellen des Landes cinsetzeu. Diese Kommission sol! der Kontrolle des Aktionskomitees unterstehen. IIL Man möge, um jüdische Aktivität in Palästina zu ermuntern, den Kolonisten bei Gründung von Vereinen und Gesellschaften behilflich sein. Spezielle Aufmerksamkeit soll der Entwicklung von jüdischen Schulen in Palästina zugewendet werden .und schliesslich mö׳׳e geschehen, was in unsern Kräften steht, um die Lage der jüdischen Proletarier in Palästina zu verbessern. *fy> •»«"■,**..,•■'*י'

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