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Jüdische Rundschau · 1907-04-12 · Heft 15 (12.4.1907) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 15 (12.4.1907)
Date
1907-04-12
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 54 No. 13/14 JÜDISCHE RUNDSCHAU dati. Dr. Kalmus (2X).!ng. Scelcnfried (2*). Die sich hieraus ergebenden Anträge, welche den Gruppen zur Besprechung zu Überweisen sind, sind am Schlüsse dieses Protokolls vcrin׳*'Kt. Referat Schnelling, betr. Neuorganisation acs Nationalfonds. wurde aufgeschoben, da die Zeit zu weit vorgeschritten. Nach DankcSwortcn des Herrn Fischbein und Verlesen der Nalionalfondsdcpcschcn von Lcmaan Zion in Emden, Zionistische Ortsgruppe in Lübeck und Zcntralbureau in Berlin wurde die Tagung um 5 Uhr geschlossen. Nationalfonddcpcschen gingen vcii unserm Präsidenten, Herrn D. WoHsolm. von Herrn R.-A Croncmann. Berlin, von d. Bremer Loge z. 25 ],׳ihr. Ordens- Jubiläum etc. ein. Abends 9 Uhr fand Volksversammlung im Gewerbehause statt, und der Herr Dr. Bloedc aus Nürnberg sprach. — Die Nachwirkung der Tagung wird für die Verbände und Gruppen eine anregende, fruchtbringende sein. Ludwig Meyer. Angenommene Anträ ge: Antrag fng. S c e I e f e l d: Die Ortsgruppen, in weichet! eine Absatzmöglichkeit besteht, haben. Verschleiss filialcn von PaI״s tina ־ A r t i k c 1 n und anderen fii! die Agitation geeigneten Gegenständen zu errichten. Antrag E. van Cie cf: Der Verbandstag empfiehlt den .Zusammenschluss des Nordwestdeutschen und des Hanscati-;sehen Oruppenverbandes zum Zwecke der Veranstaltung genieinsan er Agitationstouriiees. zwecks Versendung geeigneten Agitctionsmaterials vor allen Dingen an die Juden in kleinere!: Städten und auf dem Lande, sowie zum Zusammenschluss überhaupt. soweit der der Ausbreitung des zionistischen Gedankens förderlich ist. Antrag Ing. Seele nfeld: Die Ortsgruppen und Vertrauensmünner in den einzelnen Städten werden beauftragt, eine intensive Agitation in den jüdischen Kultusgemeinden /u entfalten. Als Grundlage soll das au! deutsche Verhältnisse modifizierte Programm von Dr. Egon Michael Zweig in Wien dienen. Antrag Dr. Landen: I. Die Vcrbandsbureius sollen eine Anzahl von Wänderrednern für Propagandavorträge gewinnen und diese den Ortsgruppen zur Verfügung stellen. If. Die Sammlungen für den Nationalfond, für die Kolonialbank sowie für die Materialiensammlung soll möglichst den zionistischen Frauen übertragen werden. III. Die Ortsgruppen sollen sich die Verbreitung jung-jüdischer Litteratur. der WELT und der JÜDISCHEN RUNDSCHAU möglichst angelegen sein lassen. IV. Die Ortsgruppen sollen es sich angelegen sein lassen. Zionisten in die an ihren Plätzen bestehenden Vereine, vor allem aber in die Gemeindevorstände l.ineinzuwählcn. G. Schwabe. J. Schnelling, Varel. Hannover. LA.* Ludwig Meyer. Hannover. }—ך Aus den Ortsgruppen r— RybrJk, O.-Schl. Am Sonntag, dem 10. März 1907, veran- Btaltete d e hiesige Ortsgruppe das Purin fest. Trotz der Schwierigkeiten, die uns yon Seiten des Vorstandes der Gcnicindc und den sogenannten Antizionisten in den Weg gestellt wurden, nahm es einen sehr befriedigenden Verlauf. An das am Nachmittag stattfindende KinJcricst schloss sich der eigentliehe Purimball der durch Prolog. Vorträge, Übende Bildet »md besonders durch die begeisterte Rede des Herrn Dr. Stahl Tarnowitz. O.-ScitL einen besonderen Gehalt erhielt. A. Sch. Kattowltz O-S. An der Fülle zionistischer Veranstaltfngcti, in deren Zeichen das jüdische Leben Obcrschlcsicns in den letzten Wochen stand, hatte auch unsere Ortsgruppe ihren Anteil. Herr Dr. Walter S t e 1 n i t z-Breslau hielt am 3. d. M. im dicht besetzten Saal des Grand-Hotel einen sehr interessanten und gedankenreichen Vortrag über ..Friedrich Niet/־ sches Stellung zu Juden und Judentum.“ — Der zweite Teil des Abends vereinigte die Mitglieder der Gruppe und die zahlreich erschienenen Gäste zu einem Purim-Kommers, der von Herrn Rechtsanwalt Dr. Dobr z y!1 s k i-üeutiicn geleitet m.d mit einer schneidigen Ansprache eröffnet, würdig und gc* tnßtllcb verlief. Gemeinsamer Gesang nationaler Lieder wechselte in bunter Folge mit Rezitationen jung-jüdischer Dichtung ab. Herr J. Frie dlaende r trug wirkungsvoll Morris Roscnfeld's .Sturm“ vor. Frau Guste Bock rezitierte überaus fein desselben Dichters ״Scpbira'* und Hugo Salus JCimlerreim“ und Herr Auf rieht las mit hlnreissender KraR und feiner Pofntlerung eine grandiose Scene aus Richard Itee*־ Hofmanns ..Graf von Charohis*. Frl. Lätti F'reund sang mit ihrer frischen Stimme einige melodiöse Lieder — der Übergang zun! Tanz war gegeben. Hannover. Einer. Einblick in die ausserordentliche Arbcits- Icistung derien'gcn Damen und Herren, w-lcnc im vergangenen Jahre die durchreisenden maischen jüdischen Auswanderer verpflegten, zeigte der am vergangenen Dienstag in der Ir'esigcn Logo erstattete Jahresbericht. Der Vorstand des hiesigen Hilfskomitees Herr Handclsschuldirektor M Berliner, erstattete denselben und ist insbesondere daraus hervorzuheben. dass nsgesamt ca. •1-1000 ^Menschen mit einem Kostenaufwand von ca. 10 000 Mk. verpflegt wurden. Die Hilfsarbeir. unter der äusserst energischen Leitung des zwar noch jungen, aber unerreicht tätigen Frl. Anna Berliner stellend, verursachte keine Kosten, da sämtliche, zum Teil -sehr schwere Ar!>eit, ohne jede Vergütung geleistet wurde. Der Herr Vorsitzende stand rieht an. hervorzuheben. dass zum weitaus grössten Teil diese Arbeit durch Zionisten geleistet worden sei: ,iahen wir Iver doch grade in. Frl. Anna Berliner auch für den Zionismus eine lins« erst gewandte, scharte Parteiiiiiigerin. die Jen Besuchern des vorjährige:! Delccierteatagcs liier in H. gewiss tmch in bester Kr!1״'nmg steht. Um di: Damen welche früh morgens und spät abends zum Teil weite Wege haben, vor etwaigen Beläitigungca zu schützen.1 werden v.gisse Binden mit rotem Magen David :ingefertigt werden. Die Debatte über dieses Zeichen, für welches unsere -\sstmi-!amen sehr lebhaft ein anderes indmoreiites wünscht•.-׳'. war insofern interessant, als auch hier wieder sch zeigte, wie seihst Juden, welche Mitglieder der New brith Loge sind, ängstlich, zu vcnne'dcn streb׳■!!, das tntnna!■ jüdische Zeichen öffentlich zu zeigen. Das es nun aber doch in die Oeffentiiv'.;־ heit kommt, verdanken wir dem nachdrücklich•:•;;!־:־;treten ׳einiger unserer (k^imungs■genossen. M—r. Hannover. Am 10. März a. c. feiertedie OrLsgruniK: Hmiuover das Purin-Fest durch einen ausgezeichnet vei hufenen Untcrhaltungsabcnd und Ball Zwar war es n'cht :!• »gheh gewesen, durch Vermittlung des Zcntrai-Bureans in Berlin trotz! r 7 יי יי e i י g . r \ יי r! e י d u n g eine!! Festredner zu bckommen, *iber es ging auch so; zeigte es sich d•־:cb auch an u esc׳■! /U>.!;d mal wieder, dass cs innrer am besten ist sich ruf sich selbst zu verlassen. Der Geschäftsführer der Gruppe. Herr J. Schnelling, hielt eine kurze, scharf p/ntierte Ansprach׳:. d;e Damen Frl. Nass m a n n und Frl. Anna Bcrlinct trugen Gedichte von Roscnfc-M und Jungmaun vor die gtosstn Beifall hatten, das S o I o - 0 u a r t c 11 des hiesigen S v n:1 go g et: ch o r s verschönerte das Fest durch ns* einstudierte Quartetts sowohl religiösen wie auch weltlichen Inhal.s und Solo-Vorträgen. Insbesondere war d.r Ton. der auf dem von allen Kreisen besuchten Fest herrschte, ein solch gemütlicher, dass die Teilnehmer •die allerbesten Eindrücke von unserer Sache mit nach Hause nahmen. Die S a m m I u n g für den Nationalfond, ausgezeichnet crngeleBct durch?!ne wirkungsvolle Ansprache e'nes unserer neuesten Mitglieder, des Herrn Ingenieur Seclenfried. eines altbewährten Wiener Zionisten, ergab die Summe von ca. 30 Mk.; auch der Verkauf von Zigaretten und Schokolade, sowie dio aiitciikanisch versteigerten 2 Bilder brachten angenehme Eintiuhincn: unser Gesinnungsgenosse. Herr E p h r a i m P c t z e n. Aukt'onator. verstand es auch hier wieder, das nötige Kleingeld zusammenzubringen. Also kein Defizit in der Kn *sc. guter Erfo’g fiir den Natioitalfond. allgemeine Zufriedenheit über die •׳cmiitlichc scluine Feier; alles ist zufrieden. sogar unser Kassierer. — Und letzteres ist stets ein gutes Omen für weiters Zusammenkünfte. Hedad! Ludwig Meyer,?chriitf. Bremen. Am Sonntag, den 17. März fand hier nach längerer Pause anlässlich des Norddeutschen Vcrhandstigcs wieder eine offizielle grosse Versammlung statt. Herr Dr. Blöde sprach mit gewohnter Meisterschaft über das Thema. ״Die Entwickelung der Juden zum Zinnismus“. Die massig gut besuchte Versammlung spendete lebhaften Beifall. In der Diskussion trat Dr. Halpcrn einem Sozialdemokraten entgegen und verlas Stellen aus einem g r o h - a n t i s c nt 11 i - sehen Leitartikel d. NORDDEUTSCHEN VOLKS- BLATTS, eines sozialdemokratischen Parteiorgans. — lü Sehekclzahicr wurden gewonnen. Die Bremer Ortsgruppe, deren Tätigkeit im letzten Jahr geruht hatte, wurde zu neuem Leben erweckt. -— Hamburg. Am 18. d. Mts. veranstaltete die hiesige Ortsgruppe irn Theatersaal des Konzertgartens eine öffentliche Ver- Sammlung, in der Dr. Blöde einen Vortrag über ״Jüdische Koionisntionspolitik“ hielt. Die zaldreich erschienene Zuhörersc halt spendete dcö geistvollen Ausführungen des Redners stürmischen Beifall. Etwa 25 neue Mitglieder wurden «awonuen. , . I

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