Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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B.i ugo JUEDISCHE RU N DSC HAU Jsx־״ N°7 Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Wir bitten die verehriiehen Ortsgrupcpn und Vertrauensmänner uni baldige Erledigung unseres Rundschreibens vom 2• Februar d. J. über die geplanten P r 0 p a g a n d a 11 u m m c r 11 der JUEDISCHEN RUNDSCHAU. Wir bitten ebenso um baldige Zusendung der gewünschten Berichte, wie um Adressen für die Versendung der Propagandanummern. 2. Die Monatsschrift ALTNEULAND. welche seit dem 1. Januar unter dem Titel PALAESTINA erscheint, hat den Abonnementspreis für die Abonnenten der JUEDISCHEN RUNDSMAU auf 2.50 Mk. herabge• setzt. Bestellungen nimmt der Verlag Jüdische Rundschau, Berlin N. 54, A u g u s t s t r. 49a, entgegen. / j—ן Aus den Ortsgruppen ן—— Cliarlottenburg. Die zionistische Ortsgrupppe Charlottenburg veranstaltet am Montag dem IS. d. M., eine öffentliche Versammlung mit dem Thema: ״Die Entwick- I u n g der Juden z 11 m Z1 o n i s m u s*\ in der Dr. Elias Auerbach das Referat halten wird. — Der Vortrag findet abends 8’-• Uhr im Eestsaai des Schillertheaters Charlottenburg in der Bismarckstrasse statt. Es wird tun recht zahlreichen Besuch der •Versammlung gebeten. Berlin. Jüdischer Turnverein *Bar Kochba“. Am Sonntag. dem 17. <!. Mts., abends 7 Ihr, im Vereinslokal Münz- Strasse 8 I. Vortrag des Herrn Dr. jur. Bernhard Kahn über: ״Die jüdischen Partner in den Vereinigt e n Staate n‘\ Nach der Diskussion findet ein geselliges Beisammensein statt. Gäs^e haben Zutritt. Berlin. Am 5. d. Mts. snrach der vereidigte Landmesser Herr Treidel .(Palästina) über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in den letzten drei Jahrzehnten. Der Saal der Musikerbörse war ausserordentlich überfüllt, und das Pubilkum folgte mit Interesse dem durch schöne Lichtbilder belebten Vortrage. In sachlichen Ausführungen zeichnete der Vortragende ein wahrheitsgetreues Bild des Landes. Man erhielt eine deutliche Verstellung von der raschen Abwärtsbewegung Palästinas, die unso-e Aussichten steigert, aber auch zur Anspannung aller Kräfte aufjordert. In einem Appel! zur tätigen Mitwirkung an dieser Arbeit klang auch der Vortrag aus, dem das Publikum den verdienten Beifall zollte. Berlin. Die J ii d i s c h - n a t i ״ n a I e Frauenvcreinigung gab anlässlich ihres 7jährigen Bestehens am Sonnabend, den! 2. Februar in den Räumen des Hotel .König von Portugal ein grosses F«־st mit Tbeateraufiührung, künstlerischen Dtirbieluugen mul Tanz. Um das reichhaltige Pro- Kr.',mm machten sich die Sängerinnen Erl. Frieda K u s c h n a , Erl. P o m o r y und Fr!. Cohen verdient, sowie Herr Hardt, der in formvollendeter Weise die Novelle ״Der Zadik“ und eine Szene aus dem Grafen von Charolair vortrug. Erl. Tauher rezitierte ein Gedicht von Prag ״N a c h 11 i c d“ im Jüdischcn-deutschcn. Das Theaterstück war sehr hu.noristiscn und deckte manche Geheimnisse der Eraiienvereinigung auf. Gespielt wurde sehr flott. Das Eest wäre tadellos gewesen, wenn man die Philharmonie oder sonst einen grossen Saal genommen hätte. So aber waren alle Räume weit überfüllt und hunderte von Gästen mussten wieder umkehren. Viele bereits angemeldete Vorträge konnte« auf diese Weise nicht mehr zu Gehör kommen. - - Der nächste Diskussionsabend der .1 ii d i s e 11 - n a t i 0 n a I e 11 Frauenvcre i 11 i g u n g findet am Sonnabend, den! 16. d. Mts., abends 9 Uhr, in den Räumen des Jüdischen Volksvcreins, Dirckscnstr. 46, Hof I. statt. Hamburg. Herr Julius Holländer aus Altona veranstaltete ant 30. Januar die erste zionistische Versammlung in ' Chrbtbnlar'Ef spracS "unter lebhaftem Beifall in cuistünuiger Rede über das Thema: ״Der Zionismus als Lösung der Judenfrage“. Der Erfolg war ein recht befriedigender; trotz geringer Besucherzahl wurden nach angeregter Diskussion 33 Schekelzahler gewonnen. Herr Holländer setzte ein Komitee . zur Gründung einer Ortsgruppe ein, er beabsichtigte demnächst auch!11 Schweden in einer Reihe von Städten zionistisehe Vorträge zu halten. Das Hanseatische Verbandsburcau in Hambuig hat sich im Einverständnis mit dem A.-K.-Mitglied Herrn Dr. Louis F rä n k e 1 - Kopenhagen bereit erklärt, hei der Agitation und Organisierung neuer Ortsgruppen in den skandinavischen Ländern soviel als möglich mitzuwirken. — Der christliche Philozionist Herr Generalkonsul Paul Ed. Nölting, der schon wiederholt unserer Ortsgruppe ansehnliehe Zuwendungen gemacht hat, zeichnete SSO Mk. (II Dunam Land) für den ״Pfianznngsvcrein Palästina“ Die Ortsgruppe ehrte ihn, indem sie 10 Oibäume auf seinen Namen pflanzen lic-ss. Hannover. Am 2. d. Mts. nahm Herr Rechtsanwalt Sammy Gronemann von unserer Ortsgruppe offiziellen Abschied. — Was wir an ihm verlieren, ist nicht so leicht ausgcdruckt! Nicht etwa weil er cs verstanden unsere Ortsgruppe auf eine Hohe zu bringen, dass kaum eine zweite deutsche Mittelstadt eine grössere Anzahl von Scheckelzahiern aufzuweisen hat. Wenn dies im allgemeinen auch schon als Verdienst anzurechnen wäre, ist es doch für den Zionismus insbesondere noch nicht das Hauptsächlichste. Denn wie viele Schekelzahler haben wir leider noch aufzuweisen, die den Schekel uns einfach als Almosen hingeben, vermeinend, dass der Zionismus blos eine' momentane Wohliah,*tseinrichtung sei! Gerade• darin zeigt sich das segensreiche Wirken unseres bisherigen Gruppen-Vorstandcs. Wir können hier mit gutem Gewissen sagen, dass kein Schekel in unsere Hand gelangte, der etwa abgezwuiigcn oder als Almosen hingegeben wurde! Rechtsanwalt Groiiemr.nn verstand es durch sein immenses Wissen und edle Begeisterung für unsere gute Sache die Volksmassen hinzurcisseii. dass jeder freudig seine ihm auferlegte Steuer entrichtete. Ihm zur Seite stand stets opferwillig und treu, seine von allen und jedem hochverehrte Frau, sie griff überall dort mit an wo sie glaubte, arn besten mithelten zu können.‘ Aber selbst bei diesen lauten Charakter bewahrheitet sich die alte Klage unserer Weisen: בניי קויח ל א מתו Trotz der Selbstlosigkeit, mit der er einer guten Sache diente, hat es auch an Nörglern und Neidern nicht gefehlt. Es wurde so manchmal versucht, ihn! ein Bein zu stellen, nicht etwa aus rein politischem Antigonismus, bewahre; dazu sind die Herren zu sehr indifferent, nein! Die Herren zitterten einfach für ihre Aemtcr und dergl, denn wo ein Gronemann die Oeffentlichkcit zur Entscheidung anrief, mussten sie immer den Kürzeren ziehen. Leider ist es aber doch seinen Widersachern gelungen, eine wunde Stelle an diesen sonst unverwundbaren — weil makellosen Manne herauszminden — seine Elternliebe — und diese hat’ ihm ein längeres Verweilen in unserer Stadt verleidet. Den Verlust haben aber nur wir hannoverische Gesinnungsgenossen zu beklagen, unsere Berliner Freunde hingegen können sich nur ireueii, denn zu ihren vielen bewährten Kräften haben sie noch eine Kraft ersten Ranges gewonnen. Die Stimmung, die Rechtsanwalt Gronemann hier zurücküess. spiegelte sich am klarsten ab bei der am Sonnabend ihm zu Ehren veranstalteten Absehiedsfeier. Trotz der grossen Betciügimg, der verschiedenen Reden und Vorträgen, war die Stimmung so recht getrübt durch das Bewusstsein, dass in absehbarer Zeit wir keinen Ersatz für unseren bewährten Führer finden oder teilweise ihm ergänzen würde. Zum Zeichen unserer Verehrung wurde Rechtsanwalt Gronemann eine kunstvoll ausgestattete Adresse überreicht, wo hunderte von Unterschriften derer Blätter decken. Möge sein stets reger Geist auch weiter nicht erlahmen im Dienste unserer guten Sache. Unsere besten Wünsche begleiten ihn! F. Icchak. Strassburg I. Eis. Der Jiidisch-Literarische Frauenverein veranstaltete am letzten Mittwoch, dem 6. d. Mts. einen Vortregsiheud. au welchem Herr cand. med. üent. Nussbaum aus Frtiburg sprach über ״Die Emanzipation der Juden". An der Hand von Beispielen aus der Geschichte zeigte Herr Nussbäum, wie die Stellung der Juden diese genötigt habe, ihre Gleichberechtigung zu erkämpfen; durch die Emanzipation, die von M. Mendelssohn ausging, sei die Gleichberechtigung (wenigstens die offizielle) herbeigeführt, aber gerade diese Emanzipation sei nur eine äusserliche gewesen; heute wäre es Zeit .dass die Juden i!1# sich hiucinsähen. und die innerliche Emanzipation vollführten; mit einer Aufforderung für da« % 0 *«-y «י*«™ •*ייו*?«יי*