Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1907-02-01 · Heft 5 (1.2.1907) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 5 (1.2.1907)
Date
1907-02-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651500-2651506--04375-2661345
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

No. S JÜDISCHE RUNDSCHAU 6*»• SS ׳ ״״■y >׳■׳ * ׳■׳■ Am 31. Dezember 1906 versammelten sich (Ke Delegierten von sechs zionistischen Vereinen von Texas in Houston, um über einen engeren Zusammenschluss der texanischen Zionisten zu beraten. Es wurde einstimmig beschlossen, die Zionisten von Texas in einer besonderen Organisation zusammenzuschliessen und sich mit Eifer und Ausdauer der Propaganda der zionistischen Idee in Texas zu widmen. Die Vereinigung untersteht der American Federation und hat in dem. ersten Jahre Ihres Bestehens schon grosse Erfolge erzielt. Die Zahl der Vereine wurde verdoppelt, die Mitgliederzahl nimmt beständig za. der Nationalfond und die übrigen zionistischen Institutionen wmrden m reichem Masse unterstützt. Von grosser Bedeutung für die Entwickelung des Zionismus in Texas wurde das neugegrffndete Organ, die Monatsschrift THE JEWISH HOPE. Die äusserst elegant ausgestattete und sehr gut redigierte Zeitschrift trug nicht wenig dazu bei. die zionistische Idee zu popularisieren. Auch die vorliegende Nummer, die anlässlich der Konferenz in besonders reichem Gewände erscheint. Ist Ihrer ganzen Anlage nach geradezu musterhaft Präsident der Vereinigung ist Rabbi Fricdlander, früher in Bcaumont, nun in Waco. einer aus der alten zionistischen Garde, der di© Geschäfte der Vereinigung mit Geschick und Energie leitet. Dr. Friedlander ist zugleich der Herausgeber der Zeitung, und wir möchten nicht verfehlen, unserem veidienstvollen Kollegen jenseits des Ozeans unseren aufrichtigen Glückwunsch zu seiner ausgezeichneten Leitung des Blattes auszusprechen. _ Die Dczembemunimer der JKW1H HOPE bringt Berichte über sehr gut verlaufene Versammlungen in San Antonio. Asiin. Houston. Waco. Dallas und Fort Worth. DIE WELT. Gegen den Zionismus. In Reisenwebers eleganten Lokale an der 8. Ave. und der 58. Str. hielt die Daniel Webster Loge No,£*l der Unabhängigen Söhne Israels ihre jährliche öffentliche Versammlung und Installierung ihrer Beamten 2b. Der Orden ist bekanntlich eine der bedeutendsten Vereinigungen von Israeliten dieses Landes und hat Ix>gen in allen Teilen desselben. Sheriffs- Anwalt Maurice B. Blumcnthal. welcher der hiesige Repräsentant iiP der Vcr. Staalen-Grosslogc des Ordens ist. war der installierende Beamte und hielt bei dieser Gelegenheit eine scharfe Rede über die Stellung ‘der Juden in diesem Lande, in welcher er sich entschieden gegen den Zionismus aussprach. Er sagte, die Lösung der jüdischen Frage — wenn es eine solche gebe — sei unmöglich durch die Isolierung dieses Volkes nach irgend einem abgelegenen Teile der alten Welt. Seit Jahrhunderten ein wanderndes Volk, sei die ganze Welt seine Heimat geworden und es habe sich überall eine Stellung errungen, welche cs wohl imstande sei aufrechtzuerhalten. Die Verteilung des Volkes über alle Teile des Landes sei die einzige richtige!Methode. Die herrschenden Schwierigkeiten seien die wiederholten Ausbrüche des Rassen- Hasses und die religiösen Verfolgungen und gelegentlichen Äusserungen ähnlicher Impulse auch in diesem Lande. Veranlasst würden diese Vorkommnisse durch den Klassengeist, welcher, wenn auch die natürliche Folge jahrhundertelanger Verfolgungen, dennoch im Lichte der fortschreitenden Zivilisation schwinden müsse. Der erste Schritt, um diesen Geist zu bannen, sei die Trennung der hier wohnenden Israeliten von den stetig efnströmenden Einwanderern. Man verteile sie über das Land und gebe Ihnen Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Kräfte. — Die ״Unabhängigen Söhne Israels“ haben einen stolzen Namen, aber, wie es scheint, schon weniger stolze Oeswnung. £F~j Sprechsaal ' r~F Pfir 41« Mtatilungth an dicitr Stelle Obffoimmt die Redaktion mir die preaigesetzllche Verantwortlichkeit. 1. In «der letzten Nummer*) der JÜDISCHEN RUNDSCHAU erwies mir der Brestauer Berichterstatter die Ehre, mich tu überaus geistreicher und witziger Weise zu apostrophieren. Er behauptet aber zugleich, dass ich aus Unkenntnis oder gar in böser Absicht die Veranstaltungen der Breslauer Zionistischen Vereinigung heruntergerissen hält;. — Diese Ansicht müssen alle die gewonnen haben, die den letzten Bericht in der JUEDI- SCHEN RUNDSCHAU gelesen haben. Ich halte es deshalb für meine Pflicht, erstens die Vorgänge wahrheiCsgamSss der Oeffentlichkeit zu schildern; zweitens aber will ich mich davor schützen, dass man von mir glaubt, ich hätte eine Vcranstaltuwr heruntergerissen, die ich — elngestandcncrmassen — *) Raummangels halber voriger Nummer zurückgeblieben, nicht besucht habe; last not least will ich durch die Vcröffcntlichung der Taten der Breslauer Zionistischen Vereinigung und durch die Kritik eine Besserung anbahnen. die wirklich an der Zeit wäre. s 1. In einer Beziehung hat es der Leser besser als der Breslauer Ziorist denn dem Leser des Berichtes in der letzten Nunnier der JUEDISCHEN RUNDSCHAU ist es nicht verheimlicht werden. dass die ״Zionistische Vereinigung Breslau“ ein Fest veranstaltet hat; dem hiesigen (nicht besonders emgcweihtcn) Zionisten war es bis zuletzt ein Geheimnis. Denn in allen öffentlichen Ankündigungen dieses ״Makkabäerfestes (!) zu Gunsten des Waisenhauses m Palästina“ Stand zwar von den vielen Genüssen, die den Gästen bevorstanden, aber von der ..Breslauer Zionistischen Vereinigung“ als Veranstalterin des Festes stand in allen Ankündigungen kein Wörtchen. Es ist im allgemeinen nicht viel von den zion'stischen Tanzvcrgnügungen zu halten. Um wieviel weniger von einem zionistisehen Chanuka-Wohltätigkeitsfest. bei dessen Ankündigung schon manchem manches höchst unklar ist? — Warum verschweigt der Berichterstatter desen bezeichnenden Vorgang? — Wie kann er es einem Zionisten zumuten, über eine solche Veranstaltung sich noch in Lobeserhebungen zu ergehen, wie er cs tut? — Herr Berichterstatter! Wo ist Ihr ״Mut“?! Warum bekennen Sie sich nicht als Zionist, wenn Sie einer sind? Wollen Sie es noch billigen, wenn die ״Zionistsschc Vereinigung“ sich auch nicht bekennt? --So viel über die Tendenz des Festes, das eigentlich ein Schekolfest hätte sein sollein— Was die Art zionistischer Veranstaltungen aiigeht, möchte ich dem Herrn Berichterstatter die Frage vorlegen, was er damit sagen wollte, wenn er cs besonders herverlebt, dass das letzte Fest insbesondere von ״besseren“ Leuten besticht worden ist. Wie war das denn sonst? — — — 2. Mit innerlichem Behagen erzählt der Berichterstatter dann von einer. Versammlung in der zu einer vielköpfigen Menschenmenge der bekannte Agitator Dr. El. Auerbach und Herr Dr. H. Sachse sprachen. Den Erfolg nennt der Berichterstatter gross, weil 37 neue Schekelzahler gewonnen wurden, die — das wird bezeichnenderweise hinzugefügt — vorher noch niemals Schekel gezahlt hatten. Es gibt nämlich auch andere. Ich konnte auch bei dieser — diesmal ganz sicher von der Ziontsfscben Vereinigung inszenierten — Veranstaltung nicht zugegen sein, was Ich in diesem Falle bedaure. Und doch habe ich folgende Kritik zu üben, die sich eigentlich aber gar nicht auf jene Versammlung־ bezieht. — Wer ist denn Herr Dr. Heinr. Sachse? — Der Name ״Löwe“ ist den Breslauer Zionisten doch nicht etwa zu jüdisch?! — Aber was viel wichtiger Ist. Ist die Frage: Was wird die Breslauer Zionistische Verein!- gung tun. um diese gewonnenen 37 ״Schckelschcnker“ z:1 Zionisten zu machen? — Hat die Leitung überhaupt den Willen, etwas in dieser Hinsicht zu tun? — Diese Frage muss jeden überraschen, denn die Antwort ergibt sich selbstverständlich von gelbst O nein! In Breslau nicht Seit Jahr und Tag wird hierin in Breslau arg gesündigt. Diese Schekelzahler werden so gute Zionisten, dass es der Vorstand der hiesigen Vcrclnigung für nötig findet sie beim Nahen eines Kongresses durch Versendung eines Zirkulars mit angebogener Postanweis'^ig höflich st und ergebenst zu bitten, den Schekel durch die Post ebizuscnden. Dieses Zirkular hat zwei Ausgaben: eine ist — wenn man so sagen will — nationaljudisch, die andere kolonialfreundlich und handelt von Cypcrn. Ana* toben. Pa’ästira usw.-Dies Ist die Innenarbeit der Zionistisehen Vereinigung! So bekommt man etw׳a 350 Schekel, was gewiss nicht viel ist und darf zwei Delegierte entsenden. Ist dann der Wahlabend gekommen, erscheinen 50 Personen, von denen 20 es aus guten Gründen verziehen, den übrigen Veranstaltung'en fern.zu bleiben. Und diese zwanzig sind nicht die schlechtesten Zionisten. — * Ich muss cs mir versagen, hier den Ursachen dieser höchst bedauerliclien Erscheinungen nachzugehen, ebenso den Berichterstatter über meine Ansichten über den Territorialismus zu belehren. Er kennt meine Wohnung, ich will ihn gern empfangen und ihm meine Meinung klarlegen. Ahcr auch dann darf er nicht erwarten, dass ich bei ernsten Dingen billige Witze mache, weil ich zum Berufe des ..Hanswursts" keine Neigung verspüre. '. Georg Hec h L Nachbemerkung der Redaktion. Wir sind ausnahmsweise •von der Gewohnheit abgewichem vor der Drucklegung des Angriffs, dem Angegriffenen das Manuskript zur Einsicht vorzulegen. w׳ei! wir der Meinung sind, dass leder Loser sieht, dass unser Berichterstatter sich durcliaus an der Wahrheit gehalten hat. Es wird dem Herrn Hecht nicht;je- Hilgen, den schönen Erfolg der letzten Agitationsversammlung m verkleinern. Dass an Säulen statt Heinrich Locw׳c ein י'^י|י|1יוימ!י!זי X

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.