Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 36 (7.9.1906)
- Date
- 1906-09-07
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 2× ep/1000834
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Seite 548 JODISCHE RUNDSCHAU No. 36 , mit einiger Gewissheit darauf rechnen, dass es den Kolonisten gelingt, schon nach wenigen Jahren rr.it der Amortisation ihrer Schuld zu beginnen, sodass sie nach vielleicht 15 Jahren, vielleicht auch schon eher, vielleicht auch etwas später, ihren eigenen, gänzlich schuldenfreien Boden beackern. Durch das Freiwerd.n des investierten Kapitals wird die Gesellschaft aber neuen Zuzüglern Unterstützung gewähren und auf diese Weise wird die Besiedelung Palästinas imty.er grössere Ausdehnung gewinnen. Man wird mir vielleicht den Vorwuri machen, dass ich der Bestimmung des Nationalfonds vorgreii;. denn seine Mittel sollen doch zur Erwerbung von Grund tun! Boden dienen. Keineswegs liegt cs in nu־i״er Absicht, zu einem Vorgreiien Anlass zu geben, denn die Statuten des Nationalfoi ds enthalten die ausdrückliche Bemerkung, dass seine Mittel erst dann zum Ankauf von Boden verwandt werden dürfen, wenn die Gross- Kolonisation vom Kongress beschlossen wo: den ist Dieser Beschluss ist aber einstweilen noch nicht gefasst und sobald die Gross-Kolonisation ins Werk gesetzt wird, dann werden die schon bestehenden Dörfer wertvolle Dienste leisten als Muster-, gewisserntassdu als Schulgründungcn. Sie werden die Ecksteine für das grosse Kolonisationsgebäude. ihr das wir heute nicht anders arbeiten, als wie durch Gcldsauunclu. (Schluss folgt.) Sprechsaal Berlin, den 31. August 1906. Herrn Dr. Elias Auerbach München. Gestatten Sie mir. Sie um Beantwortung der folgenden Anfrage zu hatten. Alle Zionisten sollten Interesse für diese Antwort habet und dari ichdieselbe wohl auch in der RUNDSCHAU erwarten. hi No. 35 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU fordern Sie zur Sammlung von Geldern für den Jüdischen Nationalfond auf. Sobald von Sammlung von N.*F.-Geldern die Rede ist, muss Ich an die Broschüre des Herrn Hoi- und Gerichtsadvokaten Dr. Leopold Kahn-Wien ״Durch Wahrheit zum Frieden“ denken, der damals in derselben juridische Bedenken gegen die Inangrifinahmc von Landkäufen aussprach. Herr Dr. K. betonte, dass von dem Gelu. welches vor dem betreuenden Kongrcssbc- Schluss gesammelt worden ist. und das in der Absicht gegeb״n wurde, dass die Gelder des N.-F. bei Beginn von Landkäufen eine bestimmte Summe erreicht haben müssen, nichts in Anspruch genommen werden darf. Mir wäre es nun sehr lieb, wenn ich von Ihnen erfahren könnte, ob sich das A.-K. ן über den juristischen Inhalt dieser Broschüre mit andern An- ן walten besprochen hat und zu welchem Resultat man gelangt ist. — Es ist doch kaum zu erwarten, dass eine grössere Propaganda für N.-F.-Sammlungen einen Erfolg hat. wenn durch Broschüren eines A.-K.*Mitglicdcs das Publikum erfahren hat, das» bedeutende juristische Bedenken bei der Anlegung des N.-F.-Oeldes nicht in Betracht gezogen werden. Ergebenst Joseph Goldsctimidt. Konferenz der russischen Zionisten In Anschluss an die Generalversammlung des Odessacr Palästina-Komitees fand in Odessa eine Konferenz der Vertrauensmänner der russischen Zionisten statt, die ebenso wie die unlängst in Wilna abgehaltene Konferenz der zionistischen Presse zu dd! wichtigsten Fragen des gegenwärtigen zionistischen und jüdischen Lebens in Russland Stellung nahm und so die Plattform schuf für den im Herbst einzuberufenden .allrussischen zionistischen Kongress, in vielen Hinsichten aber auch schon fü! die nächste praktische politische Arbeit. Die Konferenz tagte vom 27. Juli bis I. August unter den ungünstigsten äusseren Verhältnissen. Teilgenomnien haben 75 Zionisten, darunter neun Akt'ons-Komitee־Mitg!icder und Vertreter des Bureaus für Russisch-Polen. Das Präsidium bildete Dr. Kohan- Bernstein, Ing. M. Bruck und Ing. M. Ussischkin. Die Hauptredner und Referenten waren Ussischkin. Schabotinsky. Kohan- Bernstein, Rat irtowicz. Syrkin. ariinbaum, Goldberg und Dr. Sapir. Tagesordnung: 1. Organisation: 2. Reale, Arbeit in Palästina und 3. in Russland. Folgende Beschlüsse und Resolutionen wurden gefasst: A. Organisation. 1־. Die Leitung besteht aus fünf Personen, davon wenig• stens zwei, höchstens drei Aktions-Komitec-Mitglieder. 2. Diese fünf Personen bilden das ״Zentral-Komitce“. 3. Das Zentral-Komitee organisiert und führt die sonstigen Aufgaben der zionistischen Bewegung in Russland selbständig auf Grund der von der alljährlichen Konferenz erteilten Direktiven. *1. Die Organisationseinheit ist das Lokalkomitee in jedet Art. welches aus Repräsentanten der zionistischen Vereine und Schekclzahler gebildet wird. 5. Der Sitz des ZentraUKomitces wird von Wilna nach Odessa verlegt. B. Reale Arbeit in Palästina. 1. Die im Geiste des politischen Zionismus gefassten Beschlösse des Odessacr Komitees (Chowewe-Zioti) werden ,voll* inhaltlich bestätigt. 2. Die Schaffung einer Agrar-Bank von den 3S 000 Rubel iiir nicht volleiugczahlte Aktien und $0 000 Rubel für nichtbe• hobene Dividenden und einer leihweise auf Zinsen überlassenen Summe des jüdischen Nationalfonds. 3. Ins Bank-Direktorium soll ein Mitglied gewählt werden, welches für reale Palästinaarbeit cintritt. 4. Ein russisches Aktions-Konmee-Mitglied soll Batik- Gouverneur werden. 5. Die Förderung der Privatinitiative zur Entwicklung der Industrie auch seitens der Bank, deren Hauptarbeit in Palästina und im Orient sein soll. 6. Eine nute Bankfiliale in Haifa. 7. Erforschung Palästinas und breite Informationsarbeit. 8. Organisation der Schulen und ׳ Unterstützung des ..Bezalel“. 9. Für die von den ..Pionieren“ gesammelten Nationalfondgelder s >11 sofort Boden iiir diese Gruppe gekatitt werde;־.. 10. Bis zur Gründung der Agrarbank trägt die Kolonialbank das Risiko iür die vom Nationalfond vorgenommmenen Landkäufe in Palästina gegen gewisse Provision. C. Politische Arbeit in Russland: 1. Die russische zionistische Organisation führt eine selbständige natlonal-Dolitische Arbeit in Russland. 2. Für konkrete Zwecke ist ein Block mit anderer! politischen Parteien zulässig. 3. Die Frage der Anteilödtme einzelner Zionisten an anderen Parteien bleibt bis zum nächsten allrussischen Kon - gress offen. •1. Die Konferenz nimmt als Programmentwurf die auf deta Wilnaer Kongress der zionistischen * Presse ausgearbeitete:! Thesen an. Frankfurt a. M. Am 2$. August tagte in Frankfurt a. M. eine Konferenz des M i s r a c h i-Z e n t r a PK o »tu t e e s. zu welcher der Mitglieder und Gäste aus verschiedenen Städten Deutschlands. Russlands und der Schweiz erschienen waren. Die Tagesordnung lautete: Rechenschaftsbericht des Zentralhurcaus. 2. Allgemeine Beziehungen des Misrachi zur Gesamt- Organisation. Ref. Dr. Adler-Lübeck. 3. Beziehungen des Misrachi zu den kuhurelleu Strömungen int Zionismus und praktische Arbeit des Misrachi. Rei. Dr. Frauck-Altona. 4. Orgättisation und Agitation. Rei. Ch. M. Eiss-Ziirich. Es wurde ein unverkennbarer Stillstand des Misrachi konstatiert, den man einerseits aut die Wirren in Russland, andererseits au! die parteipolitischen Gegensätze der letzten Zeit innerhalb des Zionismus zutückfiilircn zu müssen glaubte. Die Frage der Stellungnahme des Misrachi gegenüber diesen politischen Diiferenzen. sowie zur kulturellen Bewegung im Zionismus wurde eingehend eröttert und füllte den grössten Teil der Beratungen aus. Eine Resolution Farbstciu wurde angenommen: .Um lrrtütner zu beseitigen, wiederholt die Konferenz, dass der Misrachi nach wie vor auf dem Boden des Basler Programms steht und die Beschlüsse des Kongresses, sofern sie sich nicht zur Tradition in Widerspruch setzen, für verbindlich erachtet.“ *«-׳—■—■1.— Bitte an die Gesinnungsfreunde Der Unterzeichnete Verein bittet die Gcsinungsgcnosson um Uebcrlassung der Nummern 31. 35. 4$ .42 .41־ und 51 dc^> X. Jahrgangs und Nummern 2 und 12 des XI. Jahrgangs det JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Der Verein ist gern bereit, den Betrag zu bezahlen bezw. dem Nationalfond zu überweisen. Bar-Koctiba, Verein der indischen Hoclischüler. Prag. Elisabethstr. 6.