Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 336 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 22 Sphynx und die Pyramiden zu zeigen. Das letzte Bild, das dem Schekeltagc galt und das ein lebenswahres und lebensgrosses Bild Herzls gab. nach der letzten Photographie, deren Originalplatte vorlag. löste minutenlange Ovationen und Stürme der Rührung und Begeisterung aus. Eine weihevolle Stimmung bemächtigte sich der riesigen Versammlung, die in treuem Gedenken ihres Frühlingsfürstcn sich eins mit ihm wusste in der treuen Bewahrung‘ des Zionismus. Die Schekelsammlung wurde mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die Forderungen des Basler Programms vorgenommai und ergab ein vorzügliches Resultat. Eberswalde. In der Schekcltagsvcrsanmihmg am Sonntag referierte Herr cand, phil. P o 11 a k (Hasmonaea). dem ,wir an dieser Stelle nochmals danken. — Zum Delegierten filr Hannover wurde Herr Sally Michaelis gewählt. Die im vergangenen Herbst gegründete Vereinigung zählt 37 Mitgüeder. - -h. Hamburg. Alle 3 Schekeltagsversammlungen mit Thema: ..Die Einheit des jüdischen Volkes“ sind über Erwarten gut verlaufen. Sämtliche Redner (Dr. Franc k. Dr. Ha Ipern, Dr. Victor. Dr. L a n d a u-Lübeck) ernteten stürmischen Beifall. •10 neue Schckelzahler. Erhöhung der Schckelsummc um ca. 100 Mark. Bericht folgt. Dr. K. Freiburg 1. B. Die hiesige Ortsgruppe feierte den Schekeltag durch einen äusserst gelungenen musikalischliterarischen Abend. Der Vorsitzende, Herr Dr. Kauf m a u n. begrüsste die Anwesenden und machte sic mit der Bedeutung des Tages vertraut. Herr Dr. S i c k c 1 begründete in seiner Festrede den Zionismus hauptsächlich vom national-kulturellen Standpunkt, indem er aus dem Werdegang der jüdischen Kultur während der verschiedenen Epochen unserer Geschichte folgerte. Die Herren Hildesheimer (Harlnonium uni» Violine). Ros en f cI d (Cello). G r u be r (Klavier) und P e 1 ־ tesohn (Gesang) erfreuten durch vorzügliche Darbietungen. Frl. H e r z f e 1 d rezitierte jungiiidische Dichtungen mit feinem Verständnis und gutem Geschmack. Um den anschliessenden gemütlichen Teil machten sich Frau Weil und die Herren Hil* desheimer und Krctschmar durch ernste und heitere Vorträge verdient. Den Beschluss bildete Tanz. Frequenz: 130 Personen. Eingang an Schekeln und Spenden etwa 45 Mark. Dazu ist zu bemerken, dass die Schekel unserer Mitglieder samtlieh bereits ciugczogen waren. Dessau. Gestern Abend, am 27. d. M., fand hier anlässlieh des bSchckeitagcs eine zionistische Vcrsanuntung statt. Herr!Blitz hielt einen Vortrag übet den Untergang des jüdischeu *,Staates. In einer langen, wohlgclungcnen, auf historischer Grundlage aufgebauten Rede entrollte er ein anschauliches Bild des römisch-judäischen Krieges. Die Rede rief einen tiefen Eindruck hervor. Die Zuhörer waren erstaunt, zu vernehmen, welch’ gewaltiges Ringen einst zwischen Judäa und Rom stattgefunden hat In geschiehtcr Wendung kam der Redner dann auf den Schekel zu spreclicn, dessen Geschichte er kurz skizzierte. Seine Ausiührungen fanden ungeteilten Beifall. In der Tat ist die Rede am besten geeignet, das Hochgefühl der Juden zu wecke*: und verdient in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Bei der Dclcgierteuwahl kam es zu grüssucr Deuaüc. Ileir stud. Kaufmann kritisierte die Haltung des letzten Kongresses. Herrn ing'. Gicsland gelang es. in glänzender Ausführung den Sprecher zu widerlegen. Gewählt wurden: Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher. Herr Dr. med. Moses. Arzt, als Delegierte; Herr Hofbankier P. Märker und Zigarettenfabrikant Schapivo als Stellvertreter. Dr. M. warmen Worten begrüs$*e. Die Festlichkeit nahm den frohliehen Verlauf, den man von dergleichen Veranstaltungen des V. J. St. Strassburg gew־ohnt ist; sic legte aber auch Zeugnis dafür ab. wie segensreich die Tätigkeit der Vereine jüd. Studeuten im B.J.C. für die Fortentwickelung eines lcocndigei* Judentums ist. Das kam zum Ausdruck in der Tendenzrede von stud. iur. Marcel Lcvy, der an seinem eigenen Beispiele zeigte, wie sehr‘ die Mitglieder des V.J.St. diesem zu Danke verpflichtet sind. In das weitere Programm, bestehend aus jüdischen und anderen Liedern und feinfühlig ausgefiihrten Musikvorträgen, fügten sich Reden von Gästen ein. So sprach u. a. stud. phil. L. Drcyfuss über die in unserer reaktionüren Zeit doppelt anerkennenswerten fortsvhriivtlicheii Be- Strebungen des B.J.C., Miiller-Sprceviae drückte den Wunsch auf ein gutes Einvernehmen •zwischen dem St.C. und dem B.J.C. aus, t’3br. Nussbaum (V.J.St״ Freiburg) betonte das herzliche Verhältnis, das zwischen den einzelnen Kartellvereinen im B.J.C. besteht. Kaufmann Max Lcvi wies auf das Interesse der Bürgerschaft für den V.J.St. hin, Dr. Heintendinger dankte für die freundlichen Worte, die stud. phil. Schwab an die alten Merten gerichtet hatte. Nach 12 Uhr tral die Fidulitas in ihr Recht, x'crci! Präsidium stud. mcd. Nussbaum übernahm. Den Clou der Fidulität bildete eine von den Füchsen M. Lcvy, Sch w ab und Frankfort vorgeuonimene Burschenprüfung, derer! Opfer, Kaufmann Samuel Weill, sich mit seid! prächtigem Humor aus der Atfaire zog, dass ihm feierlichst ein ״Bursehendiplom“ überreicht wurde. Die meisten Gäste blieben bis zum Schh.sso der Festlichkeit — J2׳-׳ Uhr! — anwesend, war. am baden der. schönen und fröhlichen Verlauf des Abends bezeugt. |f AiutlCl! :1. Das laufende Semester wurde eröffnet durch z int die die am 9. Mai abgchaliene AnirUtskueipc reicher Gäste, insbesondere der Vertreter K.Z.V. Jordania.‘ des Vereins für Statistik zionistischen Ortsgruppe vor sich. ging. ־- Die hatte folgendes Ergebnis: cand. iur. Arnold im Beisein der Verbuch; der Juden 1 ud der Charge;!wähl _ __.. . ״!na X, c׳:'d. med. Ernst Wolf XX, ץ. W., cand. iur. Ludwig Mayer XXX; :and. mdJ. dent. Alfred Unna K. W. — An Mitgliedern zäh!: ler Verein bis jetzt 26 Aktive w.i 3 Inaktive. Zuschriften s'r.J JII?»11 r*r>»1H iltr I iirtwit/ Mnvr»P IZ”*! rfi!r<if'»Kl r. (1' i i I. Hannover. Am 19. Mai sprach in einer von c t . a 203 Personen besuchten Versammlung der Ortsgruppe Herr Referendar Hans Block über ״die gegen wärt ige Lagt im Z ion is m u s.“ Redner schilderte den Zionismus als dis Freilicitsbcwesung des jüdischen Ve'kes, die eingesetzt bt.be, als vor wenigen Jahrzehnten der moderne!.uUureüe und wirtschaftliclie Umwälzungsprozess die Völker Osteuropas ijncl damit die bisher schlummernden ostjüdischc״ Volksmnsscn ergriff. Er zeigte, wie der Zionismus verschiedene'Phasen durchlaufend immer grössere Arbeitsgebiete in Angriff genommen bat, u d forderte, dass er sich, den wachsenden Bedärinisen der Massen anpassen solle. Insbesondere .verlangte er politische und soziale Gegcnwmrtsarbcit in den Ländern mit grösserer jfidischer Bevölkerung. Fühlungnahme zu den nicht/ionistischen jüdischen Organisationen, praktische Arbeit in Palästina. — Nachdem sodann die Wahlen zum Delcgiertentage stattgefimden hatten, hielt Fräulein Anna Beil in er einen V'uilug über ..J ü d i s c. 11 c V 01 k s t y p c n." Rednerin zeigte, wie sich der jüdische Volkstypus Im Laufe der Zeiten den.jeweiligen Schicksalen des Volkes entsprechend umgehildef hat. und wie sich jetzt nach Jahrhunderten der Erniedrigung neben minderwertigen Typcnbildungcn durch Veredlung und Vertiefung des Jüdischen in uns der zionistische Volkstvpus entwickelt. Duisburg. Es sind als Vertreter der Ortsgruppe Duisbürg-Mülheim-Ruhr für den 10. Dclegiertcntag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Frau Rechtsanwalt Grone ntann -Hannover, Herr cand. med. L i c h t h e i nt - Berlin. Tauenzicnstr. 9; als Ersatzmann Herr L am b e r t C a p e 11 -Hannover, Hciligegciststr. 8, einstimmig gewählt worden. Mannheim. Folgende Herren wurden für den Delegiertentag einstimmig’ gewählt: Dr. Julius Moses-Mannheim, Professor Dr. Otto Wa r b u r g -Berlin. Jakob Wagner -Berlin; als Ersatz m a n n wurde gewählt: Herr B e r t h 01 d F e i wc 1 -Köln. Die zionistische Ortsgruppe Karlsruhe hat Herrn Dr. *Heinrich Loctve-Berlin gewählt. Strassburg. Samstag, den 19. Mai, fand die Antrittskncipc des Vereins Jüdischer Studenten Strassburg statt. Zu derselben waren nicht nur Bbr. aus Freiburg in stattlicher Zahl erschienen, cs hatten sich auch neben den alten Herren des Vereins zahlreiche sonstige Gäste eiagefmiden. Das Präsidium des offiziellen Teiles führte der Erstchargierte des Strassburger Vereins. Karl Mayer, der die Anwesenden mit Regensburg. Das Mandat unserer Vereinigung für den 10. Dclegiertcntag in Hannover wurde Herrn Maler Hermann Struck, Berlin, übertragen. Posen. In der Sitzung am 27. Mai wurden zu Delegierten der Ortsgruppe gewählt die Herren Dr. Citron-Bcrlin, Lehrer Hotmann-Posen und Leo Kollenschcr-Posen. als Stell- Vertreter Herr Emil Bcndix-Posen. Die Delegierten b'eabsichtigen, zu verschiedenen Punkten der Tagesordnung Anträge zu stellen; von einer Beschlussfassung hierüber iin Plenum der Ortsgruppe wurde abgesehen. Nur kam der allseitige Wunsch nach gründlicher Reform der Pressvcrhältnisr.c zum lebliaiten Ausdruck. Auch begegnete der Plan, eine!Hindere Palästina- Steuer in irgend einer Form cuuuiühven, keinem prinzipielihi Widerspruch. München. Die Münchener zionistische Ortsgruppe hielt anlässlich der Sclickcltage eine Versammlung ab. in welcher ן Herr Dr. Elias Auerbach über die Bedeutung des j Schekels sprach, der sich von dem ursprünglichen Zählorgr; j zu einer grundlegenden Institution der zionistisch::! Org::. l sation entwickelt habe. Der Anregung des Zentralkomitees,