Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1906)
- Date
- 1906-01-26
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 61 gegeben hat. befragte Herrn Ravenna über den gegenwärtigen Stand und die Fortschritte der zionistischen Bewegung und folgte dessen Mitteilungen mir sichtlicher Aufmerksamkeit, worauf er sich noch einige Zeit in sehr freundlicher Weise mit Herrn Ravenna unterhielt. Ein jüdischer Kinderhort Am Sonntag, dem 14. Januar, morgens 9 Uhr, wurde der jüdische Kinderhort in der Vereinigung jüdischer Frauen in Breslau eröffnet Die Vorsitzende, Frau Paula Falk, begrösste die anwesenden Damen, hicss s־'c hcrzlichst willkommen und betonte, das? der Verein von einer grösseren, öffentleiten Einweihung absche und cs vorziehe, zunächst lieber im StUlen zu wirken und zu arbeiten. Erst wenn einige Erfolge erzielt sein werden, wolle er, vielleicht schon nach einem Jahr, in eine grössere Ocffcntlichkcit treten. Alsdann begrüsstc Frau Ealk die Kinder, von deren 12 erschienen waren. Zu Ehren des Tages wurden di-e Kiemen bewirtet. Die anwesenden Mitglieder vereinigten sich darauf mit der Kindergärtnerin, die eigens für den Kinderhort engagiert worden ist und vergnügten sich bei den verschiedensten Sp’clem bis gegen M:ttag. Dann verabschiedete man die Kinder, die alle bittend fragten, ob s:e auch an den nächsten Tagen wiederkommen dürften. Und über alles Erwarten fanden sich am nächsten Morgen bereits 30. teils schon schuloflichtigc Kinder unter sechs Jahren c p. Das Kinderfräuiem und eine Dame vom Vopjtandc beschäftigten steh mit den Kindern und hatten auch vollauf zu tun. Am Nachmittage wurden die Schulaufgaben der älteren Kinder bcaufsichtiet und nachdem dies geschehen war. wurden alle Kinder ni t Handarbeiten, nach Fröbel’schcn Prinzipien, versehen und ihren die nötige Anleitung gegeben. Die erste Arbeit bestand aus einer Aufzeichnung der Sabbathlichte auf Pappe, die die Kinder auszunähen hatten. Selbst d:c Kleinsten stellten sich sehr geschickt an und es machte viel Vergnügen,, ihnen zuzuschulen. Die Kinder werden aneehaltcn, stets sauber und ordentlich 711 erscheinen und geschieht dies nicht, so werden sie nochmals zurückgeschickt. Damit keine Ucbertragung irgend einer Krankheit vorkommt hat Herr Dr. Sandler es unentgeltlich übernommen, zweimal in der Woche die Kinder zu untersuchen. — Die K'nder unbemittelter Leute fnden natürlich unentgeltliche Aufnahme. Kinder aus besser situierten Familien zahlen einen Beitrag nach Belieben jedoch nicht •־unter 75 Pf. monatlich. Zum zweiten Frühstück bekommt jedes Kind einen Becher Milch und eine Butterscmmel. Da die V. j. F. auf e'nc so grosse Beteiligung von Kindern nicht vorbereitet war, erwies sich das Lokal bereits als zu klein und sie sieht sich schon nach einem grösseren um. das möglichst mit einem Garten versehen sein soll. Allerdings ist auch noch fraglich, ob die Vercmsmittel für 'e:n solches Lokal ausreichen werden. Wenn auch die V. j. F. schon 140 Mitglieder hat. darunter einige sehr gut zahlende, so sind doch die Ausgaben keineswegs gering. Frieda Schachtel. Warnung. Seit einiger Zeit sucht ein gewisser Samuel Epstein aus Oesterreich die Ortsgruopcn heim. Die aus Wien eingezogenen Erkundigungen raten dringend von jeglicher Unterstützung ab. Zugleich teilen wir mit dass unseres Erachtens kein Bruder dieses Epstein in Berlin in der Hasmonaea jemals aktiv war. Verbindung Jordanla, München. Aufruf Jüdische Handlungsgehilfen und Gehilfinnen! Immer offener und schärfer. Stnmec gefährlicher und verderblicher wird das Wüten des Antisemitismus. Es gibt keinen unter Euch, der das nicht täglich s'eht, keinen, der cs nicht zu fühlen bekommt Jüdische Angestellte sind es die am meisten unter dem Antisemitismus zu le:dcn haben, sic stösst der jiidisehe und nichtjüdische Antisemit zurück. N:cht das Fach, nicht die Arbeit der Jude wird boykottiert Nun denn. Ihr jüdischen Angestellten, wenn Ihr als Juden angegriffen, als Juden bedroht werdet warum verteidigt Ihr Euch nicht als Juden? Als jüdische Angestellte schlosset Ihr Euch zusammen, zur Abwehr der wirtschaftlichen und antisemi.t'schen Gefahr. Nichts ist ehrenvoller, nichts logischer, nichts klüger. Heraus aus Parteien, die Euch fremd sind, die Eure eigentliche Not dclit kennen wollen. Es nützt nichts, fremdnationalen Parteien nachzulaufen und sie um ihre Hilfe anzuwinseln. Ebensowenig nützt es Euch, wenn Ihr Euch in Vereine drängt. d:e Euch wehl angeblich wirtschaftlich helfen können, die aber vergessen müssen, dass Ihr Juden seid. Eine nicht unbedeutende Anzahl von Kollegen in Oesterreich hat sich bereits zu einer jüdisch-nationalen Handlungsgehilfen-Organisation zusammengeschlossen. Was rti Oesterreich möglich war, kann auch in Deutschland verwirklicht werden. Wir versuchen daher schon jetzt, alle Standesbewussten jüdischen Kollegen uns umgehend ihre Adressen bekannt zu geben. Derjenige jüdische Angestellte der von der Erkenntnis des Obenerwähnten durchdrungen ist, der sich sein Selbstbewusstsein. seine Ehre erhalten möchte, der im schweren Kampfe als wirtschaftlich Schwächerer und Jude brüderliche Unterstützung und Kräftigung sucht, wird und muss sich unserer Organisation anschliessen. Hinem in die jüdischen Handlungsgehilfen- Organisation! , . . Niemanden zum Schaden, uns zum Wohlc! Mit nationalrsozialcni Grusse Das vorbereitende Komitee. Zuschriiten sind vorläufig an den Schriftführer Erich S a I o m o 11. Cliarlottenburg, Lcibnizstrasse 34, zu richten. Nationalfond - Sammlungen für den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sind lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Max Wollsulner. Berlin NW.!j. ■—.-.-■. ■ Hotsteiner Ufer 10. =״ ־ — (L.) Dr. Heinrich Loewe und Familie, Berlin, gra* tulieren Frau Frieda Auerbach, Essen, zum Geburtstage ... Martin Oclsncr, Frankfurt a. 0., dankt der Dahlemia, Berlin, für ihre Einladung .... Curt Bader, Frankfurt a. 0., anstatt Glückwunschteleg<־amm zur Antrittskneipe der Dahlemia, Bert n.. Dr. S. H., Berlin, zum 19. Tebet £666 ...... S. Samitowsky. Bremerhaven, gesammelt bei einem Souper in der Villa Brück, Hamburg, Parkallee . Dr Emil Levy, Chtrl ittenburg. Rabbiner, als Gratulation an die Eltern von Zwi Jsrael Wagner, Berlin . Der Herziklub, Stettin, Versammlung am 14. I. 06* Stud für. Loewe, Bonn, anstatt Depesche zur silbernen Hochzeit von Herrn u. Frau Simon, Frankfurt a O. Arthur Cohn, Königsberg, verlorene Bittardpartie . . Referendar Block, Soltau, gratulier Herrn Fischbein zur Verlobung. Die Ortsgruppe Gleiwitz, gratuliert S. Behnsch, Tarnowrz, zur Verlobung mit Frl. Rosa Frey, Gleiwitz . .. Dieselbe, gratuliert Carl GrOnbaum zur Hochzeit Cil'i Tauber, gratuliert Nora Cosman zum Geburtstage, dem 26. Januar. Felix Theikhaber, München, verspäteter Glück* wünsch zur Silbernen Hochzeit L. Simon, Frankfurt a. O. Max, Hedwig u R u t h W o 11 s t e i n e r , Berlin, gratulieren Onkel Leopold in Bcuthen zum Ge* burtstage ... Dr. P R, Berlin, aus derselben Veranlassung . . . Sammlung Frl. Auguste Ochs, Simmero, auf einem Kaffee-Kränzchen... Cand. roed. W. Unna, Kiel, gratuliert Frl. Selma Levy, Hamburg, zur Verlobung. Cand. med. W. Unna, Kiel, gesammelt bei der Bar Mizwah im Hause K a t z , Kiel. Sitoy Karger, Breslau, aus ihrer Büchse .... Die Jüdisch Nationale Frauengruppe, München, als Dank der Jüdisch-Nationalen Frauenvereiniguug, Berlin 1,- Mir. ״ 0,50 0,50 ־,2 1,10! 0,50 3,- 1.— 3- 0,50 1,- ־,1 0,50 0,50 0,50 0,50 -,10 0,50 5,25 2,67 .2 xu«ammen 47,52 Mk. Goldenes Buch des Nationalfonds Zur Eintragung des ,Vereins Jüdischer Studenten*, Bresian. N. N. (monatliche Seibstbesteuerung). 1,50 Mk. ZurEintragungdcsRechtsanwaltsHans Stein itz, Gleiwitz. Die Ortsgruppe Gleiwitz ..15,— Mk