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Jüdische Rundschau · 1905-01-06 · Heft 1 (6.1.1905) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 1 (6.1.1905)
Date
1905-01-06
Page
Seite 5 (sequence 10)
Language
German
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No. 1. t JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5. schfcbtsvortrag am Sontag, den 9. d. Mts., abends 9 Uhr. Beides, wie immer, in den Räumen des ״M0ntefi0Te“-Vefeins, Dirksenstr. 46. Gäste, Heeren und Damen, sind zum Geschichtsvortrage herzlich willkommen. Kempen. Am Montag, den 26. Dezember er.״ fand ein Öffentlicher Vortrag der hiesigen Ortsgruppe statt, den unser Vorsitzender, Herr Richard Goldberg, hielt Thema: ״Was •ist und will der Zionismus?” Besuch und Verlauf gut. Lebhafte Diskussion. Nationalfondsammlung. Leipzig. In der Leipziger Zionistischen Vereinigung hielt am Mittwoch, dem 28. Dezember 1904, vor zahlreicher Versammhing D r. Heinrich Locwe aus Berlin einen beifällig aufgenommenen Vortrag über ״Dasjiir. gstcBlattausder Jüdischen Geschiehte”. Leipzig. Am 29. Dezember konstituierte sich hier eine jüdisch-nationale Frauen verein'gung. Von den zahlreich anwesenden Damen licssen sich 13 als Mitglieder ein tragen; hierauf wurde ein aus 5 Mitgliedern bestehendes Komitee gebildet. Die Referentin, Fräulein Sachs—Berlin, welche einen mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrag über die Aufgaben der modernen Jüdin hielt, unterbreitete der Versammlung das Statut der Berliner Vereinigung, welches bis auf den Punkt bezüglich des hebräischen Unterrichts, welcher vorläufig wcgiällt. augenommen wurde. Duisburg. Am 2$. Dezember fand ein Diskussionsabend der Zionistischen Vereinigung statt, den stud. Jur. Paul Locwe mit einem wenig günstigen Bericht über den Stand unserer Bewegung im Rheinland und Westfalen eia'.eitete. Die Ortsgruppe hat eine Sanunelstellc ihr Kleidungsstücke errichtet, die dem Auswandererbureau in Hamburg übermitfeit werden sollen. Herr Moritz Meyer, Beek- Strasse, hat die Leitung ircundlichst übernommen. Die Gegenstände werden abgeholt. Jedem Mitglied der Gemeinde ist ein zu Spenden aufiorderndes Rundschreiben zugegangen. Mailand Am 15. Januar, nachmittags 3 Uhr. veranstalten die Zionisten Italiens in den von der jüdischen Gemeinde Mailands zur Verfügung gestellten Sälen Via Guastalla 17 eine Gedächtnisfeier für unsern toten Führer Theodor Herzl. Ansprachen werden Dr. Felix Ravenua und Dr. Roberto Ascoli halten. Die italienische Federation bittet im Süden weilende ausländische Gesinnungsgenossen, an der Feier tcilzunehmen. Zum 30. Todestage von Moses Hess. Am 6. April wird sich zum 30. Male der Todestag von Moses Hess jähren. Es wäre eine Undankbarkeit, wenn wir Zionisten d'cscn Tag vorübergehen Hessen, ohne unseres fnihen Vorkämpfers zu gedenken. Er war es, der sich in einer Zeit schnöden Abfalls und traurigen Indifferentismus die Liebe zum angestammten Volkstum bewahrt hatte, und der in den hitzigen Kämpfen der Neureform und der Neuorthodoxie klar und scharf erkannt hatte, was die konfessionellen Genoch fünf Stunden und mehr entfernt ist, stellt es aus, als brauche man nur eine Viertelstunde hinabsteigen, um an seinem entzückenden Ufer cinherreiten zu können. Wir sehen das jenseitige Ufer als ein Hochplateau aus dem 256 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden See bis zu einer Höhe von etwa 500 Metern schrofi emporsteigen. Dazwischen scheu wir zwei tiefe Einschnitte diesen Teil des DscholAn durchschneiden; der eine, Wadi-ed-Dalije, mündet in den Jordan dicht vor seinem Eintritt in den See, der andere, Wfidi-cs-Scmek. geht direkt in das Seebecken. Bei einer Biegung des Weges verlieren wir das himmelblaue Wasser wieder aus dem Auge: aber grosse Herden beweisen uns, dass wir in bewohntere Gegenden kommen. Nach dem Uebersteigen eines Hügels kommeil wir an den Rand des langgestreckten Dsehabal-al-Anis, des ״Berges der Verliebten“, von wo das Auge sich w irklich in die Landschaft verliebt. Während der Bergrücken, auf dem wir reiten, dem Auge schier endlos dünkt, dehnt sich darunter ein grünes Tal, aus dem die Lied arabischer Wächter empor zu uns dringen, wührend die länglichen, schwarzen Zelte der Beduinen den grellsten Kontrast bilden zu jener aus weissem Stein aufgeführten Stadt, die sich auf dem gegenüberliegenden pÜl— -.... * _ II*. «״ v* ׳« <י>w * — genparteien einte: Die Loslösung von nationalen Banden. Sollte der Hader nicht zur Spaltung und somit zur Auflösung unserer Gemeinschaft führen, dann musste wieder der nationale Gedanke und das Volksbewusstsein zum Angelpunkte unseres Seins und unseres Handelns werden. Erst die geweckte and die gefestete Erkenntnis unserer Gemeinschaft als. einer natioimlen konnte die Voraussetzung für eine gesicherte Entwickeiung geben, die uns fortschreitend, im Geiste der ,Zeit bereichern muss. . Diese Grundgedanken, die Hess in seinem Werke: ״Rom und Jerusalem, die letzte Nationalitätenfrage’', ausgesprochen hat, haben sich in der Folge als lebensfähig und iebenerweckend erwieseu.!Haben sich auch manche seiner Hoffnungen nicht erfüllt, ist auch die Zeit über viele seiner phiiosophischen Ansichten hinweggcschritten, seine Kernanschauungen über die nationale Struktur unserer Gemeinschaft sind die Gruudfundamcnte unserer zionistischen Ueberzeugung geworden. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland betrachtet' es daher als ihre Ehrenpflicht, Moses Hess ein Erinnerungsmal zu setzen. Sic will die zahlreichen jüdischen Aufsätze und Essays von Moses Hess der unverdienten Vergessenheit etitreissen. Die Arbeiten sind zum Teil Streitschriften, die bei Gelegenheit seines Hauptwerkes entstanden sind, zum anderen Aufsätze allgemein jüdischen Inhaltes, philosophischer, kritischer und historischer Art. Sie werden den Wahn zerstreuen, als wäre Hess kurz nach dem Erscheinen seines ״Rom und Jerusalem” ein Apostat seiner unter schweren Seelenkämpfen errungenenjüdischen Ueberzeugung geworden. Der Sammelband, den Dr. Theodor Zlocisti zusammenstellen und ecnleiten wird, kann aber nur dann in würdiger Form erscheinen, wenn die bedeutenden Herstellungskosten gedeckt werden. Wir haben deshalb beschlossen, eine Subskription auf den mindesten 20 bis 25 Bogen starken Band auszuschreiben. Der Subskriptionspreis ist trotz des grossen Umfanges nur auf 1,50 Mk. angesetzt worden, statt auf 3 Mk. Buchhändlerpreis. Der Subskriptionspreis ist 1x3 zum 15. Januar 1905 an unseren Schatzmeister. Herrn .Max Wolisteiner. Berlin NW. 23, Holsteiner Ufer 10, zu senden- Die Auslieferung der Bände erfolgt bei genügender Beteiligung im Monat März. Wir hoffen, dass kein Ziomst es versäumen wird, an seinem Teil das Erscheinen dieses Werkes zu ermöglichen. Wer ehren uns selber, indem wir zu dieser literarischen Ehrung unseres grossen Vorkämpfers beitragen. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Rechtsanwalt Dr. Bodeneimer, Dr. E. Adler, Dr. Alfred Elias, Dr. Adolf Friedemann, Rechtsanwalt Gronemann, Dr. Halpcrn. Rechtsanwalt Dr. Hantke. Dr. Kaufmann, Dr. Alfred Klee. Dr. Julius Moses, Zahnarzt Schachtel. Gustav Wolff, David Woliisohn, Dr. Th. Zlocisti. Bergriesen dehnt, gekrönt von einer gewaltigen Citadelle. Es ist die uralte Stadt Safed, noch heute die grösste Stadt des galiläischcn Hochlandes. Wer* ja einmal Safed von hier aus gesehen hat, wird selbst, wenn er in ihren Strassen war, ein angenehmes Bild in seinem Herzen mitnelmicn. Der Dschabal Safed, auf dessen 838 Meter hohem rundem Gipfel die Stadt gebaut ist, ragt als grösster aller Berge so hoch über seine Nachbarschait empor, dass man die Stadt von dem eine Tagereise südlichen Teil Ma'ün genau erkennen und die Häuser deutlich unterscheiden kann. Durch das ,.Müh- Icntal“ Wadi-at-tawälnn von! Safedgebirge getrennt, ziehen wir etwa eine halbe Stunde der Stadt gegenüber am Berge entlang. Nachdem wir ins Tal niedergestiegen und einige Zeit an dem leeren Bette eines Baches gen Osten geritten sind, nimmt der Aufstieg von neuem seinen Anfang. Jetzt geht cs so steil durch FelstrUmmer aufwärts, dass mit Ausnahme des Chajjul alle von den Pferden steigen, obwohl der Mukäri ausdrücklich sagt, dass es der Pferde wegen nichts verschlüge, wenn wir atifsässcn. Ich allein tat nach den Worten des Mukers, und ich muss gestehen, dass ich gut daran tat. Ich glaube fast, dass diese Art Pferde nichts sind als verkleidete Gazellen oder Ziegen; wenigstens stürzte ^cr

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