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Jüdische Rundschau · 1904-08-12 · Heft 32 (12.8.1904) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 32 (12.8.1904)
Date
1904-08-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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1 1 Noch im Tiefsten erschüttert durch den allzufrühen Heimgang unseres grossen unvergesslichen Führers haben wir uns zusammengefunden, um über die Erfordernisse des Augenblicks zu beraten. Wir haben unermesslich viel verloren, mehr, als sich in Worten sagen lässt; dennoch wird die Bewegung, — des sind wir sicher — nicht Schaden leiden. Wir hoffen und erwarten, dass ein Jeder doppelt und dreifach seine Pflicht tut, wir zweifeln nicht, dass die Liebe zu unserem Volk, dem Theodor Herzl als leuchtendes Vorbild voranschritt, in den Herzen Aller aufs neue Begeisterung und Hingebung für die zionistische Idee erwecken und uns verdoppelte Kräfte verleihen wird. . Der geliebte Führer ist tot, aber die Bewegung lebt! Wir werden zeigen, dass wir würdig waren, ihn zu besitzen. Wir danken den Männern, welche unserem Führer durch die nationale Erziehung seiner Kinder ein dauerndes Denkmal setzen wollen, denn sie haben das öffentlich ausgesprochen, was uns alle bewegt. Die Kinder Theodor Herzls, die um unseretwillen so früh den liebevollsten Berater und Führer verloren haben, sollen wissen, dass das ganze Volk die Fürsorge übernommen hat, die er ihnen nicht mehr gewähren kann. An ihnen hat sein Herz gehangen mit einer Liebe, wie sie wohl selbst in jüdischen Häusern selten ist. An ihnen hängt unser Herz, sind sie es doch, die uns als lebende Erinnerung an ihn zurückgeblieben sind, jedes jüdische Haus muss das Haus seiner Kinder sein, darum ist es unsere erste und heiligste Aufgabe die Zukunft der Kinder Herzls sicher zu stellen. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass sie im Sinne und nach dem Willen ihres Vaters erzogen werden zu guten Juden und Helfern an dem grossen Befreiungswerke ihres Volkes. Hierbei dürfen wir auf die tätige Mitwirkung der Mutter, wie sie in ihrer Kundgebung versprochen hat, mit Sicherheit zählen. Darum darf von keiner anderen Sammlung oder Stiftung die Rede sein, bis dieses Ziel gesichert ist. Die schönste und würdigste Herzl-Stiftung bleibt ia doch die öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte für das Jüdische Volk in Palästina, an weicher wir unentwegt arbeiten. B3 fl r!? 1 ä 1 Beweist eure Liebe zu unserem Führer und seinen Kindern, damit sie rechtzeitig erkennen, dass im Jüdischen Volk keine Tugend höher geschätzt wird, als die der Dankbarkeit. Ein jeder gebe nach seinem Vermögen. Werktätige Liebe misst man nicht nach Zahlen. Herzl selbst hätte es nie getan. Sein höchster Stolz war ja die Liebe des armen, arbeitenden Volkes. Aber an den Spenden wird man die Menge derer erkennen, deren Herz voll darüber ist, von unserer Riesenschuld ein winziges Teil abzutragen. Indem wir so den ehren, der unsere Ehre vor den Königen und Völkern neu hergestellt, ehren wir uns selbst. Wir werden inniger verbunden mit dem grossen Toten, wenn wir einen Teil seiner Sorgen übernehmen dürfen. Leitet allenthalben unverzüglich die Sammlungen unter unseren Gesinnungsgenossen ein, damit die Welt sehe, wie wir unsere Führer ehren. Köln, den 3t. Juli 1904. Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschlands . ־ Dr. Bodenheimer-Köln, Vorsitzender. Dr, Adlcr-Lübcck, Stadtrat,: Dr. Cltas-Mülhausaii t. £., Dr. Frank-Altona, Assessor Dr. F'riedcmann-Wiesbaden, Rechtsanwalt Gronemann - Hannover, Rechtsanwalt Dr. Hantke ־ Berlin. Dr. phii. Halpern-München, prakt Arzt M. Kaufmann-Freiburg, Dr. Alfred Klee *Berlin, Dr. Julius Moses - Mannheim, Hugo Schachtel - Breslau, Gustav Wolff-Köln, D. Wolffsohn-Köln. ür. Theodor Zlocisti-Berlin. יייוייו pn*,״y. •IBS •KS*3*

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