Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1903)
- Date
- 1903-12-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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» Seite 55S. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No .51. typisch zugegangen sein, wie jüngst bei den W a 111 c 11 z11 «1 Abgeordneten hause in Ungarn, diesem gesegneter Lande, das nicht mir magyarisch-nationale .luden hat. sondern auch noch die strammsten patriotischen Juden bis nach Deatseh* laud Ein ahgiht. ln Sz atmar schmollten die Juden, wacker׳., liberale Regierunqswühler, mit ihrem Kandidaten, dem Handelsminister Hieronymi. weil k e i 1t Jude zu dem Bankett anlässlich der Programmredc H i e r o 11 y ni i’s ein geladen worden war (was wahrscheinlich aus zarter Rücksicht auf die Sneisegesetze der jüdischen ״Gliuhätsgenieinschait’־ geschah. Anm. d. Red.). Sie enthielten sich aisr, der Stimmen, und so schien der Kandidat der Opposition unter dem Jubel einer grossen Volksmenge als erster durchs Ziel zh gehen. Da gaben in den Naehmittagsstuiiuen die Jpden klein bei, gingen einer nach dem andern zur Wahlurne und brachten endlich den Regierungskarididaten mit 5-1 Stimmen Majorität durch. Die Volksmenge geriet hei der Verkündigung des Wahlresultats in rasende Erregung. Es erhoben sich grosse Krawalle, .,liberale״ Wähler (d. 11. Juden) wurden misshandelt, mehrere Häuser und Läden (d. 11. jüdische) demoliert, die Syuagogeii verwüstet, zwei Personen (wahrscheinlich Juden) sollen getötet sein. Militär machte dem Aufruhr ein Lude, der, wie selbst die Wiener ,.Zeit־‘ zugibt, ausgesprochen a 1111 s c 111 i t i s c h e u C 11 a r a k t e r trägt. Auch im Waldkreis des Ministerpräsidenten Tis/a wurde ein liberaler Parteigänger Salomon Kupferstein, durch Messerstiche verletzt. - Die ungarischen Juden erziehen sich mit unheimlicher Geschicklichkeit eine kräftige antisemitische Bewegung. Oh sie wohl bei Zeiten klug werden? Pfarrer in Jerusalem cingezogenen Erkundigungen überein, dass Jerusalem eine Bevölkerung von 80 0• י!! Seelen hat. welche sich etwa wie folgt verteilt: 9■ וי״ Mohammedaner.?יייי׳י K u«1 יlikc.1, 5100 schisrr.atische Griechen. Armenier. Kopten. 75:* Protestanten. 15•) Mormonen aus Amerika. (MOiiti Juden. Die letzteren weisen also eine fast sechsmal grössere Zahl auf als die Christen. Seit Russland und Rumänien ihre drakonischen Gesetze gegen die Juden erlassen, verarmte der grösste Teil der jüdischen Bevölkerung dieser Länder, und war gezwungen, auszuwandern. Sowohl Argentinien, wie auch die Vereinigten Staaten, ja die Türkei boten Gastfreundschaft und nahnmeü die so Bedtäugteu auf. Auch hier nach Palästina zog sich ein Strom der Auswanderer. Viele Hessen sich in Hebron, Tiberias, Safet, Samarien und hier in Jerusalem nieder. (Köln. Volksztg.) Persönliches. Unser Gesinnungsfreund Dr. Karl J e r emias und seine Braut Kraulern Rosa Grün bäum iti Posen feierten am 15. Dezember ilire Hochzeit, Auch die Redaktiou der Jüdischen Rundschau sendet mit vielen andern Gesinnuugsgenosseu dem jungen Paare die herzlichsten Glückwünsche. c Nationalfond. 2,35 Mk. Lustige Ecke. Der vortrefflichen Nummer 2 des ״Schlemier entnehmen wir folgende Anulkung an unsere Adresse, die wir mtscrii Lesern um so weniger vnremhaiten dürfen, als sie vielen so recht aus dem Herzen kommen dürfte: Der ״Jüdischen Rundschau“ entnehmen wir iolgendc Erklärung: Unsere gelehrten Eser bitten wir söfüchst um Lachsicht, dass wishelleu ein Drcckfehler stehlen bleibt. Beider werden sich sehrartige Irrtümcr schwerlich ganz verleiden lassen, sobange wir unter dem Zwange stehen, unsere Reitling mit der Petzmaschine wrucken zu müssen. Redaktion und Fresscomite. der jüdischen Mundschau. 1׳ —,5 -.ו An eine andere Adresse, in Berlin W., richtet sich folgende Nachricht derselben Nummer des ״Schlemiel**: -Privattelegramm dis SchlemleL *Monibassa. den 30. Nov. 1903. Die Zeitungsnachrichten über das endemische Auftreten der Schlafk'r ankheit im Keniagebiet haben sich nicht bewahrheitet Der von der britischen Regierung zur Untersuchung eigens hingesandte Prof. Dr. Koch hat festgestellt, dass nur vereinzelte Fälle vorgekommen sind, die er auf einige, durch einen unglücklichen Zufall cingeschleppte Exemplare der ״Allgemeinen Zeitung des J u d e n t u m s״ zurückführt. Gesammelt im Cafe Roland-Berlin durch S. Weis s. . Rosa Benjamin- Breslau anlässlich ihrer Verlobung B. u. L. S.. . . . Ciili Tauber gratuliert p . I...0,'0 Dr. mcd. C i t r o n - Berlin. Anstelle Telegramm zur Antrittskneipe des Vereins jüdischer Studenten in Freiburg i. B.I,— An Stelle Telegramm zur Hochzeit JereniiaS-Grünbäum in Posen: Distriktsbureau Berlin 0,50, Dr. mcd. Simonson - Berlin 0.50. Rechtsanwalt Dr. Arthur Ha.ntke 0.5 >. Dr. rned. Robert llantlcc 0,50, Dr. Alfred Klee 0,50, Dr. mcd. Ernst Kalmus- Lübeck 0,95. Frau Dr. D a n i c 1 ־ l'renzlau 0,5’>, (L.) Dr. Heinrich Loe wc-Berlin 0,50. (L.) Lehrer Jakob Auerbac h-Neustadt a. W, 0,50, (L.\ Solinger- Ncuztadt a. W. 0,50.zus. 5.45 Verbindung Harra onaea gesammelt.7,2•» Bertha M a j e r 0 w 11 sch , für Honorar, das, weil zweifeihaft, dem jüdischen Volke zukommen soll.9. - S. M. Monopol gesammelt.0,95 L. S. Berlin.*,.0,5»* Schleraiel ..1,70 Cb. 0,80 In der Harmonaea gesammelt II.1,22 Im A. J. G. V. von Herrn Graupe.1.25 Aus der roten Ecke Schlüssclgeld.1.20 Dr. med. Gottgetreu - Czarnikau anstat Gratulation zum Geburtstag seines Bruders ״Adolf“ . . . . t.— Kleine Chronik. Nur sehr selten vergisst man jemandes Zugehörigkeit zum Judentum. Und doch ist es einmal vorgekommen: Das 01mfitzer tschechische Blatt ״Pozor“ berichtet einen eigenartigen Vorfall, der sich dieser Tage in Göding ereignet hat. Ein Dragoner des dort garnisoiiieremlcn Regiments war schwer erkrankt tmd starb, nachdem er die letzte Ölung empfangen hatte. Der Verstorbene wurde beerdigt, noch che man dessen Eltern von dem Hinscheiden ihres Sohnes benachrichtigen konnte. Als diese erschienen, wurde festgestellt, dass sie Juden seien und dass deren Sohn durch einen Irrtum l die letzte Ölung erhalten hatte niud nach katholischem Ritus I begraben worden war. Die cingeleitgtc Untersuchung ergab. ' dass der verstorbene Dragoner beim Regiment irrtümlich als Christ geführt worden war. Der an diesem Irrtum schuldtragende Wachtmeister wurde mit vierzehntügigem Arrest bestraft. . Jerusalem, 23. Oktober 1903. Im Orient wird die Bcvölkerung nicht nach Köpfen, sondern nach Familien gezählt, j Man ist keineswegs genau bei Zahlenangaben. Doch stimmen I die beiden verschiedenen europäischen Konsulaten, sowie beim I Verantwortl. Redakteur: Dr. H e in rl c h L oe we. Berlin NW. Berlin N. 54 •Auguststrasse 49a. Druck: F. Lenz & 40,12 Mk. Zur Eintragung des verstorbenen Sigmupd Seellg In das Goldene Buch. Moritz Weil Freiburg i. B.. . . .2,95 . ־Mk. Moritz Kurz Freiburg i. B.. . . 1.— 3.95 Mk, Zur Eintragung des ״Bar Kochba“ Berlin Ins Goldene Buch. In Berlin gesammelt ..2,54 . . . ־Mk. Zur* Eintragung des ״Schfemlel" Ins Goldene Buch. In "B e rl i n gesammelt . ,.., . 1,80'“^ Für die Walsen In KIschinew ‘ Pb. Sachs* Berlin..:ן>_. Mk Für die Ostafrika-Kom misslon. Gesammelt von Dr. Fritz Kass cl-Ratibor bei einem Familienvergnügen des Dr. H. L i n d n c r.<>.76 Mk. ßv '? 77 77'7-7; 7? 7 7.7 זג׳ P^7? 7 . 7 ',־ ל A 3« AA AJ, »L A A AA\vA A 3. J! J!A AA A A 3.3. A A 3. A 3. >1 ci J, 3.3. A 3« |;־ Briefkasten der Redaktion, ßj fef V T i V T T T v V V V? V T r T V T T T 1׳' V T 1־' Y Y V ׳? ין׳!'?y? V V ‘ i Regensburg. Wir bitten dringend, die Berichte knapper zu fassen und Ihre Sendungen ireur.düchst ausreichend zu tränkiereu. 40, Lehrterstr. 14/15. Verlag Jüdische Rundschau, E. Q. m. b. KL Comp., G. m. b. H., Berlin 0. 27. HolzmarktsJrasse 4.