Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1903)
- Date
- 1903-10-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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I r \f \יי וו ' i h 1 t י ji * 111 ■ ■■ **f £ ■M Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich• f. durch dio Expedition; a) In Berlin M. -*,90. b) nach auswärts M 1,— c) für das Ausland M. 1,50. Z, fm Postabonnomont M. 1,25 3. bol Sammelbozug durch dlo Ortsgruppe» M. ~foO. PostzoltungellBto No. 3944• Innorato die vicrgespaltene Petitzeile 25 l'i. Insoratonbollagoo 15 M יו i \ 1 d y. 1 ■ 1 •rs f?\ 1 י I: l 1־ l׳;. | | | ,N'-X \ 1 - ■ 'fy Organ der ae No. 43. Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Perlag Sfldisdie Rurtdsdiai* E. 0. m. b. H. Berlin n 54, ßugusfsfrasse Tlr. 4M• Sprechstunden: r. 45־ Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Heinrich koewe, Berlin HW. 40, üeltrfcrslrasse 14/15. Sprechstunden: Montag und Donncrsug 4—יי. Uhr. 9 nhoc^h1׳»on KfrS/f (Ür ey £ n% f* I «> € £ 0 5 # I^rseheint iGcleo. Freitii׳;. IBOcl. 2. Cheschwan 5 3 i ן %m» V# * I % % \J In* W 4 & %•*' %f ■ Ühhs 1! \tß t £ W U W M 5־**ו‘* & * W ^**1» 1' 1*iiäü.i.wä ״^ *יf .״*!. *^gfärnwur** ״snrr^aa'.fcHaw*: 1 ״ <׳«: ,‘Hf^-ifSÄaessו*וג*5ג1דזג4*»־«51 »^־ VIII. Jahrgang. l-Cf-apa L i U!U F. r\ f.;ר*. *י׳ <־, Ml-i üc^ Zwei Mc:r»a*c sind seit dem '1'ay.e verflossen, an dem Herzl die zionistische und jiidische Weit damit überfascht hat, •dass c־ dem Kongress Mitteilung von dem Krcssartit>c11־ Anerbieten maclne. das die hochherzige englische Na*icn dem jüdischen Stamme macht. Niemals, so lange die zionisrische Bewegung ihren Lauf begninen hat. sind die Geister so auieim ncler geplatzt als in diesem Augenblick. Schien es doch dem Uuoiiige־ weihten einen Augenblick lang möglich, dass der Kongress an dieser diplomatischen Kiippc scheitern sollte. Freilich nur der Sachunkundige konnte glauben, dass es zu einer Spaltung des Zionismus und der Zionisten kommen könnte,!denn die ״Neinsager", die in namentlicher Abstimmung ihr Votum gegen den Vorschlag des Parteiiiihrers ahgaken, waren gerade die energischsten lierzlisteu, und jene, die dem Ostairikaplane naher treten wellt n, waren zum allcrgrössten Teile der aufrichtigen Meinung, damit für Zion und mir für Zion einzutreten. So können wir schon jetzt, so kurze Zeit nach dem Kongresse, mit Befriedigung feststeilen, dass es dem tiussern Feinde t׳ctz seiner liebenswürdigsten Bemühungen nicht gelungen ist, Gegensätze im Zionismus zu schaffen, die dort keinen Platz haben. Heim w ir kennen unsere guten Freunde zu gut, um nicht den Wert und Zweck ihrer freundlichen Ratschläge zu verstellen. Und unsere russischen Zionisten, die man zu gern gegen den politischen Zionismus mobil machen möchte, sind viel zu politisch und viel zu klug, um den plötzlich aller Orten ihnen erstehenden Freunden auf den Leim zu kriechen. ׳ Unser Standpunkt in der Ostafrikafrage, den wir auf dem Kongress vertreten haben, ist unsern Lesern bekannt. Aber wir hielten es für unangebracht, unmittelbar unter dem Eindrücke des Kongresses eine Frage zu behandeln, die sachlich erwogen werden muss, wenn sic von Nutzen sein soll, und die nur Schaden bringen könnte, wenn sie lediglich aus Gemütscrregungen heraus erörtert w ürde. Um alle einer ruhigen Behandlung schädlichen Momente auszuselieiden, haben wir bis jetzt damit gewartet, den Fragenkomplex zu behandeln, der in dem Ostafrikaprojekt gegeben ist. Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt und die Meinungen zu klären begonnen, und cs ist an der Zeit, an die eingehende Behandlung dieser aktuellen Frage des Zionismus heranzutreten mit der ganzen notwendigen Sachlichkeit, mit dem Ernste, der ihr zukoinmt, und mit dem ehrlichen Willen, damit der Einheit der Partei und dem Besten des jüdischen Volkes zu dieucu. Es ist nun von vornherein ein gewaltiger Irrtum gewesen, wenn man in der Stellungnahme zum Ostafrikavorschlag einen Gegensatz zw ischen Ost und West, zwischen russischen Zionisten einerseits und europäisch-anierikamschen andererseits hat konstruieren wollen. Man hat die ״Jasager" zu Westeuropäern, die ״Neinsager" eo ipso zu russischen Juden gemacht. Als ob Awinowitzki und Chasanowicz nicht Söhne des Ghettos wären, oder Herbert Bentwich, der erste der״Generalreduer gegen Ostafrika", nicht ein Sohn alteingesessener englischer Juden. Im Gegenteil haben -<jie sachlichen Gegensätze in den Landsmannschaften unendlich viel dazu beigetragen, die gleichgesinnten Zionisten der verschiedenen Länder noch näher zu bringen, als das durch den Zionismus überhaupt schon ohnedies der Fall war. . 1 _• ■ . 4