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Jüdische Rundschau · 1903-05-22 · Heft 21 (22.5.1903) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 21 (22.5.1903)
Date
1903-05-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1 . .. .. rffrif^rimgnufHKr^* 4.‘!«*ייומיי ן .' •, #4 * Seite 206! «Tiicii Rolie jE^ttn(isei&a.1i• No. 21. 6666666666660666666666666666־666666666666 Lustige Ecke. 60t0666666666666666666666666 Rumänische Erklärung des Premierministers. Es Ist nicht wahr, dass für die *rumänischen Juden ein Sondergescti existiert. Sic werken ebenso behandelt, wie alle. Sie zahlen Steuern wie alle Inländer. Sie dürfen keine festen Wohnsitze erwerben, wie alle Ausländer. Sic dienen im Militär wie alle Inländer. Sic können ausgewiesen werden wie alle Ausländer. Sic bekommen Einquarticrung wie alle Rumänen. Und persönliche A 1t s quarticrung wie alle Nichtrumänen (Lustige Blätter). Wir entnehmen folgendes Inserat der Nummer 1 des ersten Jahrgangs des ״Kladderadatsch“ vom 7. Mal ISIS, in der Hoffmuig, dass sich heute nach 55 Jahren niemand durch die Anzeige verletzt fühlt. Anzeige. Böswillige Concurrenten haben seit einigen Tagen das Gerücht zu verbreiten gesucht, ich wolle deutscher Kaiser werden, und beabsichtigte ich demnächst mein Geschäft aufzugeben. Wer mich näher kennt, wird wissen, woran er ist. Fremden und Auswärtigen empfehle ich nach wie *vor mein reichhaltiges Lager von Nachtmützen und Unterbcinkleidern. Levy lleirnann Schlossplatz. j — —""־ Kleine Chronik. "0S1 Zum zweiten Male seit kurzer Zelt wurde in Kattowitz | ein Einbnichsdiebstahl in die Synagoge nächtlicher Weile verübt. Die Diebe stiegen von der nördlichen Seite aus durch ein Fenster ein. Mit einem Meissei erbrachen sic einen eilige- ’mauerten Opferkasten und entleerten ihn seines atis Kupiergeld bestehenden Inhalts. Die gestohlene Summe wird auf etwa 20 Mk, geschätzt Ein zweiter Opferkasten widerstand den Versuchen der Einbrecher. Am Tatort blieb der Meissei zurück. Die luter sind nicht ermittelt, doch vermutet man sic in zwei jungen Leuten, die sich kürzlich in auffälliger Weise in und bei der Synagoge aufhielten. Nicht um Gewissenszwang auszuüben, — denn das ist unchristlich —, sondern aus freundlichem Mitleid mit den Tieren hat der Sächsische Flcischcrvcrbandstng beschlossen, reichsgesetzliche Bestimmungen zu erstreben, dass bei Schlachtungen die Betäubung der Blutentziehung vorauszugehen habe, und dass diese nur von Personen vorgenommen werden dürfe, die hierzu durch eine geeignete Prüfung die Berechtigung erworben hätten. , Es genügt den ntildfühlenden Leuten eben nicht, dass nur in Sachsen und Umgegend das Schächten verboten ist. -- Die Zahl der Juden in Petersburg. Nach der letzten Volkszählung in Petersburg in! Jahre 1900 gibt es dortselbst 1.439613 Einwohner, darunter 20 385 Juden (19 279 in de! Sladt, 1106 in den Vorstädten), also L54 pCt. der Gesamtzahl. Von diesen Juden haben 12 535, das ist 62 pCt., Jüdisch-Deutsch als ihre Muttersprache angegeben. Karaiten befinden sich in!5ctersburg in der Anzahl von 317 Personen. Sbitoralr. Aufforderung des Rabbiners. Wie die ״Now. Wr.“ dem ״Wolyn“ entnimmt, ist in den Strassen Shitonnrs mit Genehmigung der Obrigkeit eine Bekanntmachung des Rabbiners ausgehängt worden, in der die Juden aufgefordert werden, den Sabbath möglichst ruhig zu verbringen, auf den Boulevards keine Spaziergänge zu unternchrtien und an öiientliehen Orten Ansammlungen zu vermeiden. — In der Staatsbank — meldet dasselbe Blatt — war am 18. April ein ausserordentlieh starker Andrang des Publikums zu bemerken: eine grosse Menge von Juden, Jung und Alt, Männer und Frauen, Übergaben der Staatsbank ihre Wertsachen zur Aufbewahrung. Der Zu• drang war so gross, dass dem betreffenden Beamten Hilfskräfte beigeordnet werden mussten, doch konnte auch mit den verdreifachten Kräften die Arbeit kaum bewältigt werden. In einem Artikel ״Wer ist der gefährlichste Gegner" •n ״Tag" kommt Eduard von Hartmann auch auf die Juden r nrcchen. Wenn Wir Klasse;1־1״ Brühe sorgfältig scheiden. .st das Resultat seiner Ausführungen: ״Die Juden hätten v ' glücklich gcäeppt!" Er schreibt: ״In .11 jüdischen Geiste liegt eine gewisse Gefahr für die deuts .(ultur, die Jedoch nur mit geistigen Mitteln zu überwird», ,st; aber in der deutschen Judeiischait eine Gefahr für das Deutsche Reich sehen wollen kann nur ein Gespensterscher . Wenn nicht die Soziaklmokratie noch eine Anzahl Juden in den Reichstag entführte, so wären diese dort seit1! ״ t! a 11 e - zu a 11 s g c s t o r b e n. Keine der andeien Parteien wagt mehr, einen jüdischen Kandidaten auizusfellen. aus Furcht, dadurch eine Anzahl wertvoller Stimnien abzuschrecken; ia scheint es kaum nötig, für den Wahlkampf gegen das Judentum mobil zu machen. Die jüdische Bevölkerung im Deutschen Reich ist vo.1 1871־ bis 1895 von 1.25 auf 1,19 v. H. herabgesunken. Die deutsche Judeiischait strömt mehr und mein vom Lande und de!! kleinen Städten in wenige grössere Städte zusammen, steigt dort zu Wohlstand und Bildung au! und verliert damit die konfessionelle Beschränktheit, die das grösste Hindernis der deutschen Nationalisierung bildet. Die Zahl de! Geburten nimmt mit den! Aufstieg zu Wohlstand und Bildung auch bei den Juden ab; die Zahl der Uebertritte und der Misch* ehe•!!, insbesondere die statistisch nicht nach w c i s b a r c Zahl jüdischer Kindertatifcn. nimmt zu. Bald dürfte der Punkt erreicht sein, wo die Zahl der Juden im Lkutschcu Reiche nicht nur relativ, sonder,, auch absolut abnimmt. Dies alles spricht gegen die Fortdauer des politischen Antisemitismus, der sich bereits mehr und mehr tungewandelt hat. bei uns iu Antikap'talisuius und Alldeutschtum, in Oesterreich i!1 einen Ultramoiöanisinus mit christlichsozialer Färbung. Der Antisemitismus tn'mt .Mitschuld an dem Vnrrfiekeii des Pokntums, weil er d Landesteilen, die die besten Bundes waren, teils zur Abwanderung, teils zum Uebcrgang ins pollösche Lager gezwungen hat. Die Judenaustreibungen haben den westeuropäischen Ländern ebensowenig zum Vorteil gc• reicht, wie die übermässige Judeneinwanderung den osteuropfuschen Ländern. Deutschland und die Vereinigten Staaten scheinen gerade einen solchen Prozentsatz zu haben,, wie er als Sauerteig dienlich und doch ohne Indigestion zu verdaue׳! ist." — Drollig mutet die Notiz von der Abschwächung dos Antisemitismus an. Weiss denn H. von Hartman!! nicht, dass Könitz in Preusscn liegt? -- ie Juden in den polnischen *enossen der Gerrnanisicrung Kleine Mitteilungen. Der Jüdische Turnverein Bar Kocltba veranstaltet am Sonnabend, dem 23. Mai, abends;i»9 Uhr, im Restaurant Sdie, Oianicnburgerstrassc 65 pt. (unweit der Artillericslrasse), eine ausserordentliche Hauptversammlung. Tagesordnung: Spiel- PI a t z f r a g e. Zuin Besten der notleidenden Juden In Klschlnew werden 3 grosse Woliltätigkeitskonzcrtc und Uuterhajtungsabende abgehalten und ־zwar finden dieselben statt: 1. am 23. 5. 03 8k! Uhr abends in Dräsels Festsäle. Neue Friedrichstrasse 35. 2. am 28. 5. 03 81-• Uhr abends in Keller's Neue Philharmonie. Kopei'ickerstrasse 96. 3. am 6. 6. 03 8’-> Uhr abends. Philharvtonie. Bcrnburgctstr. 22. Das Programm Ist stets wechselnd und haben bereits namhafte Künstlerinnen und Künstler ihre Mitwirkung zugesagt. Die Leitung ist der Konzert-Direktion B. Kristeller-Berlin W. Uhlandstr. 188 ühertragen, worden. Die Preise der Plätze sind: 10. 7.50. 5, 3, 2, 1,25, 0,60 Mark. Billets in allen durch Plakate kenntlich gemachten Vorverkaufsstellen zu haben, sowie im Bureau Uhlandstr. ISS (Telephon Amt Charlottcnburg, 1972). Ueber die Empiungnahtnc de: Billets w׳ird öffentlich quittiert. Für unsere unglücklichen Stammesbrüder in Kischinew׳ veranstaltet <Ue Jüdisch-Musikalische Vereinigung am Sonntag, d. 2•!. d. Mts. in der Aula der Sophienschule eine Musikalische Soiröe. Herr Dr. Th. Zlocisti hat eine Ansprache freundl. übernommen, die Konzertsäiigeriimeit Fräulein Johanna Car- . 4 "4

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