Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 6 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 98 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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teilung «Industrie einschl. Bergbau und Baugewerbe» setzt sich bei den Juden zusammen aus 41,3 % Selbständigen, 28,8 % Angestellten, 27,2 % Arbeitern und 2,7 % mithelfenden Familienangehörigen. Für die Katholiken lautet die Reihe: 16,2; 13,6; 69,5 und 0,7 %; für die Gesamtbevölkerung: 14,5; 14,9; 69,8 und 1,0 %. In der Abteilung «Verwaltung, Heerwesen, Kirche, freie Berufsarten» ergibt sich für die jüdische Bevölkerung entsprechend 40,2; 56,8; 3,0%; für die katholische 12,4; 77,4; 10,1 und 0,1 %, für die Gesamtbevölkerung: 10,9; 77,7; 11,2 und 0,2 %. Im «Gesundheitswesen und hygienischen Gewerbe einschl. Wohlfahrtspflege»: für die Juden 61,1; 30,6; 8,1 und 0,2 %; für die Katholiken 25,3; 41,3; 34,6 und 0,8 %; für die Gesamtbevölkerung 20,9; 45,1; 55,2 und 0,8 Prozent. Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Krakau i?8?—1928 Das Statistische Amt der Stadt Krakau hat uns in dankenswerter Weise ein handschriftliches Tabellenmaterial zur Verfügung gestellt, das uns die Entwicklung der jüdischen und nicht jüdischen Bevölkerung auf der Zeitstrecke von 140 Jahren (1787—1928) vor Augen führt. Wir sehen hier zahlreiche Unterbrechungen im stetigen Verlauf der Bevölkerungsbewegung, in offenkundigem Zusammenhang mit Ausbrüchen schwerer Epidemien, politischen Unruhen, wirtschaftlichen Katastrophen u. ä. Die Folge dieser häufigen Störungen ist das langsame Anwachsen der Gesamtbevölkerung und namentlich der jüdischen, bei welcher dieser charakteristische Zustand länger anhielt als bei der nicht jüdischen, und zwar bis um das Jahr 1890. Juden N. Juden Zus. Juden N. Juden Zus. 1787 . . . 5 655 19 985 25 591 1857 . . . 11455 25 574 57 027 1791 . . . 1986 17 227 19 215 i 1842 . . 11794 50 058 41832 1815 . . . 4 884 18 525 25 409 1845 . . . 15 080 29 910 42 990 1818 . . . 7 252 18 208 25 460 1844 . . . 15 272 30 651 43 923 1823 . . . 8 010 19 526 27 556 1847 . . . 15 066 27 244 40 310 1824 . . . 9 566 21218 50 584 1850 . . . 15 425 26 286 39 701 1825 . . . 9 690 21811 51501 1857 . . 41 086 1826 . . . 9106 25 049 52155 1869 . . . 17 670 32165 49 835 1827 . . . 10121 22 656 52 777 1880 . . . 19 947 59S85 59850 1828 . . . 9 755 25 172 52 905 1890 . . . 20 756 48 594 69130 1831 . . . 9 820 25 070 52 890 1900 . . . 25 450 59 844 85 274 1832 . . . 10215 22 865 55 076 1910 . . . 52146 110 572 142 518 1853 . . . 9 709 25 491 55 200 1921 . . . 45 229 158 477 185 706 1834 . . . 10 655 25 717 56 552 1927 . . . 50 649 149 685 200 552 1835 . . . 10 952 25 075 56 027 1928 . . . 51990 155150 205120 Während die nicht jüdische Bevölkerung im Jahrzehnt von 1880 bis 1890 eine Zunahme von 21,5 % (48 594 gegen 59 885) erfahren hat, läßt sich bei der jüdischen Bevölkerung im gleichen Lustrum ein Zuwachs von nur 4 % (20 756 gegen 19 947) feststellen. Dieser Unterschied ist durch die politischen Ereignisse dieser unruhigen Zeit bedingt, in der die Gefahr eines Krieges mit Rußland (1888) allenthalben schwebte. Zehn Jahre später, nachdem sich die politische Atmosphäre gereinigt hat, hat sich das Wachstumstempo beider Bevölkerungsgruppen einander angeglichen, um vom 1900 ab wieder kraß auseinanderzugehen. Seither bleibt die jüdische Bevölkerung dauernd hinter den Nachbarn zurück. Diese Divergenz ist in der Hauptsache eine statistisch-rechnerische, entstanden dadurch, daß um das Jahr 1910 beträcht- 98