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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1931-03-01 · Heft 3 (März 1931) · p. Seite 50

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1931) (Neue Folge
Issue
Heft 3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 50 (sequence 19)
Language
German
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Zum Unterschied von den Römisch-Katholischen, bei denen die Austritte in den Jahren 1928-29 um mehr als 50% gegenüber 1927 abgenommen haben, ist bei der jüdischen Bevölkerung — und ebenso bei den Evangelischen, Altkatholischen, Griechisch-katholischen und Sonstigen — ein fast stabiler Zustand eingetreten. Es wurden Austritte angemeldet: Rönu-Katholisch Israeliiisch sonstig 1927 . . . . 24 837 909 1 963 1928 . . . . 14 023 921 1803 1929 .... 12081 862 1822 Die Zahl der Eintritte zum Judentum hat seit 1923 keine wesentliche Veränderung erfahren. Sie zeigt das Maximum mit 237 im Jahre 1923, sinkt dann auf 205 i. J. 1924, 180 i. J. 1925, 185 i. J. 1926, 122 i. J. 1927, 138 i. J. 1928 und 150 i. J. 1929. Ehescheidungen bei den Juden in Preußen 1923—1929 Die preußische Statistik der Ehescheidungen für die Zeit von 1923 bis 1929 registriert 1 664 Scheidungen beiderseits jüdischer Ehepaare, 830 evangelisch-jüdischer und 212 römisch-katholisch-jüdischer. Die durchschnittliche Zahl der jährlich geschiedenen Paare betrug: 1905/13 1914/18 1919/22 1923/29 abs. o/o abs. »/» abs. % abs. »/o Insgesamt .... 8 985 100,0 8 069 100,0 21 189 100,0 23 075 100,0 beide jüdisch . 131 1,5 118 1,5 219 1,0 258 1,0 evang.-jüdisch . 48 0,5 50 0,6 135 0,6 119 0,5 röm.-kath.-jüdisch 12 0,1 11 0,1 31 0,1 30 0,1 Dr. E. Simon, Regierungsrat im Preußischen Statistischen Landesamt, der diese Zahlen veröffentlicht (s. Zeitschrift des Preußischen Statistischen Landesamtes, 70. Jhg. 1. Abt. Berlin 1951), bemerkt dabei, daß letztens «von der Verfassungsbestimmung, daß niemand verpflichtet ist, seine Religionszugehörigkeit öffentlich zu bekennen, bei der Ausfüllung von Zählkarten leider allzuhäufig Gebrauch gemacht wird». Die Zahl der «Sonstigen», unter denen sich zahlreiche Fälle ohne Angabe der Religion finden, ist von 1,5 im Durchschnitt der Jahre 1919/22 auf 13,9% in den Jahren 1923/29 emporgeschnellt. Man wird daher — meint Simon — den jüdischen Anteil beider letzten Zeitabschnitte um die Hälfte heraufsetzen dürfen. Uber die Konfession des schuldigeu Teils und die Scheidungsgründe bei den einzelnen konfessionellen Gruppen unterrichtet die Statistik für die Jahre 1927-29. Danach war der Scheidungsgrund: Auf seilen des Mannes Auf seilen der Frau jüdisch nichtjüdisch lüdisch nichtjüdisch Ehebruch........... 43,7 37,8 26,4 46,1 Lebensnachstellung....... — 0,1 — — Bösliche Verlassung...... 1,4 2,6 0,9 3,7 Schwere Verletz, ehel. Pflichten usw. 54,6 59,0 70,0 48,2 Geisteskrankheit........ 0,5 0,5 2,7 2,0 Zusammen .... 100,0 100,0 100,0 100,0 Die amtliche Tabelle faßt die Scheidungen rein-jüdischer und gemischtjüdischer Ehen zusammen und vermag daher kein zutreffendes Bild der herrschenden Verhältnisse zu geben, und zwar aus dem Grunde, weil die Mischehen sich ihrer sozialen und Alterszusammensetzung nach von den reinjüdischen Ehen ganz wesentlich unterscheiden. 50

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