Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 18 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin 26780, gleich 31,7% aller jüdischen Erwerbstätigen in festem Berufe (84 540) oder 26,7% der Gesamtheit der jüdischen Erwerbstätigen Berlins (100193). Die gesamte — jüdische und nichtjüdische — Industrie- und Handwerksbevölkerung beläuft sich im Preußischen Staate auf 7 771799 und in Berlin auf 1118 611, sodaß hier ihr Anteil im Verhältnis zu der Gesamtheit der Erwerbstätigen erheblich höher ist als bei dem jüdischen Bevölkerungsteil. Die in der Industrie und dem Handwerk Beschäftigten bilden in ganz Preußen 40,9% von den Erwerbstätigen in festem Berufe (insgesamt 18 981 987) oder 36,6% von allen Erwerbstätigen jeglicher Art (insgesamt 21 267 033) und in Berlin entsprechend 51,2 (2 183 947) und 45,4% (2462 692). Bezeichnend für die jüdische industrie- und handwerktreibende Masse ist ihre überwiegende Zugehörigkeit zum Unternehmertum und zum Verwaltungsapparat. Die Betriebsinhaber bilden hier (s. Nr. 6 der vorliegenden Zeitschrift, S. 83) beinahe ein Drittel der Gesamtheit, die kaufmännischen Angestellten, einschließlich des Büropersonals, 26,8% in ganz Preußen und 30,5% in Berlin. Schlagen wir außerdem noch die Direktoren und Geschäftsführer, wie auch die selbständigen Gewerbetreibenden, die im eigenen Hause für ein fremdes Geschäft arbeiten, hinzu, so finden wir zusammen 68,4% für ganz Preußen und gar 70,1% für Berlin in der Gruppe der Unternehmer- und Administrationsfunktionen. Die Arbeiter, mitsamt der Werkmeister, des Aufsichtspersonals, der technischen Angestellten und des Fachpersonals, kurz alle die, die an der Werkbank tätig sind und im Abhängigkeitsverhältnis stehen, liefern nicht mehr als 26%. Das Verhältnis der Anteilssätze der Selbständigen und der eigentlichen Arbeitnehmer ist somit fast das reziproke des entsprechenden Verhältnisses bei der nichtjüdischen Bevölkerung. Bei dieser figurieren die Arbeitnehmer mit rund 80% (79,1% in ganz Preußen und 73,0% in Berlin), wohingegen die Sammelgruppe der Unternehmer, des Verwaltungs- und des kaufmännischen Personals nicht mehr als 19,4% in ganz Preußen und 25,7% in Berlin für sich in Anspruch nimmt. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der jüdischen Industrie- und Handwerksbevölkerung in Preußen, wenn man sie als Ganzes, unter Außerachtlassung der sozialen Schichtung nimmt, ist ihre Konzentration in einigen wenigen Wirtschaftszweigen. Ordnet man die 108 Wirtschaftszweige nach Maßgabe der in ihnen beschäftigten Juden, so hebt sich diese Tatsache plastisch hervor. In 41 Industrie- und Handwerkszweigen finden wir nicht mehr als je 0-49 Juden, wobei ihre Gesamtzahl in diesem Industrie- und Handwerksabschnitt nur 1,9% aller in der Industrie und im Handwerk beschäftigten Juden ausmacht. 43,2% von diesen sind in nur 4 Wirtschaftszweigen zusammengedrängt und zwar im: W 85. Fleischerei, Schlachthäuser usw. . . . 4075 Beschäftigte W 95. Schneiderei und Kleiderherstellung . . 12 908 W 97. Wäscheherstellung......... 2 250 W 100. Hutmacher und Putzmacherei..... 2 054 _ Zusammen .... 21287 Beschäftigte Anmerkung: zu W97—einschl. Schürzenherstellung; zu W 100—einschl. Strohhutmacherei. Die Einzelzweige des zweitgrößten Abschnittes nehmen je 1000-1999 jüdische Erwerbstätige auf: 18