Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 6 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 81 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ZEITSCHRIFT für DEMOGRAPHIE und STATISTIK der JUDEN Sckriftleitung Dr. Jacob Segall I. Koralnik 5^JaWang Dezember 1930 Xö 6 (Neue Folg«)_____ _ Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die Juden im Wirtschaftsbau Preußens 1925 Von I. Koralnik, Berlin An dieser Stelle* wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Ergebnisse der Volkszählung in Deutschland 1925 die wirtschaftliche Struktur der Bevölkerung in einer völlig anderen Beleuchtung darstellt als die Erhebungen für 1882, 1895 und 1907. Bei den früheren Zählungen wurde die Bearbeitung der Zählungslisten auf die Berufs art aufgebaut, und die Wirtschaftsträger waren es, die die Zellen der statistischen Struktur bildeten. Individuen gleichen Berufes wurden in Berufszweigen, diese in Berufsgruppen und schließlich in Berufsabteilungen zusammengefaßt. Das statistische Gefüge von 1925 dagegen gliedert sich in differenzierte B e - i r i e b s gebilde, ist somit nicht nach beruflichem, sondern nach wirtschaftlichem Merkmal aufgebaut. Gleichartige Betriebseinheiten werden zu Wirtschaftsabteilungen zusammengefaßt. Dem Bereiche einer Betriebsart, eines Wirtschaftszweiges, einer Wirtschaftsgruppe oder -Abteilung gehören hier Träger verschiedener Berufe an. Inbezug auf die jüdische Bevölkerung konnte das neue Verfahren freilich keine erheblichen Veränderungen der strukturellen Charakteristik herbeiführen. Denn die jüdischen Erwerbstätigen haben in ihrer Mehrzahl selbständige Stellungen inne oder sind als kaufmännische und Büroangestellte beschäftigt. Jene aber, wie zum großen Teil auch diese bleiben 1925 in den gleichnamigen Abteilungen, deren berufliche Charakteristik sich mit ihrer wirtschaftlichen Charakteristik so gut wie deckt. Die einzige Schicht, die bei dem neuen Verfahren bedeutende Veränderungen des inneren Baues davongetragen hat, die Arbeiterschicht, ist bei der jüdischen Bevölkerung nur sehr wenig vertreten. Infolge dieses differenten Verhaltens gegenüber der neuen Einteilung des Zählungsmaterials ergeben sich erhebliche Schwierigkeiten für die statistische Auswertung des Anteils der Juden in den verschiedenen Wirtschaftsgebieten. Für die Gruppen der Selbständigen und der Angestellten lassen sich auch bei dem neuen Verfahren Vergleiche zwischen der jüdischen und Gesamtbevölkerung anstellen, aber eine solche Gegenüberstellung ist inbezug auf die A r b e i t e r gruppe schon deshalb unzulässig, Dr^J. Segall: Berufsgliederung u. soziale Schichlung der Juden im Freistaat Sachsen 1925, Nr; 3, S. 33-39. 81