Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 39 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Leipzig ist bekanntlich der Sitz der Rauchwaren-Industrie und des Rauchwarenhandels. Die starke Konzentration der Juden in diesem Wirtschaftzweig kommt in der obigen Statistik ziffernmäßig zum Ausdruck. Nun noch einige kurze Bemerkungen über die Stellung der Juden im Beruf. Während von den Erwerbstätigen der Gesamtbevölkerung 16,9% auf die Selbständigen, 19,5% auf die Angestellten, 55,8% auf die Arbeiter und 7,8% auf die mithelfenden Familienangehörigen entfallen, sind von den erwerbstätigen Juden 54,9% Selbständige, 32,1% Angestellte, nur 7,5% Arbeiter und 5,5% mithelfende Familienangehörige. Für die beide Hauptabteilungen der Berufsstatistik: Industrie und Handel lauten die Verhältniszahlen folgendermaßen: Jüdische Bevölkerung Gesamtbevölkerung I II III IV 1 II III IV Industrie 42,9 30,0 24,9 2,2 13,7 10,8 73,9 1,6 Handel 59,6 31,9 1,3 7,2 25,7 46,0 19,4 8,9 I—Selbständige; II—Angestellte; III—Arbeiter; IV—Mithelfende Familienangehörige. Auch diese Statistik ergibt die hinlänglich bekannte Tatsache, daß die Juden und die Gesamtbevölkerung in ihrem sozialen Aufbau grundsätzlich von einander abweichen. Eine Gegenüberstellung der Ziffern von 1907 und 1925 ist leider aus technischen Gründen nicht möglich. Versuch einer Feststellung der Zahl der Juden in U. S. A. 1927 Von Dr. Harry S. Linfield, New-York, Direktor des Statistischen Departaments beim American Jewish Committee. Die unter der Leitung des Verfassers durchgeführte schätzungsweise Feststellung der Stärke der jüdischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten für das Jahr 1927 unterscheidet sich von den bisherigen Schätzungen dadurch, daß sie anstelle der üblichen Beschränkung der Ermittlungen auf die einzelnen Staaten und Teilgebiete des Landes eine Differenzierung nach den einzelnen Agglomerationsgruppen und Wohnortstypen vorgenommen hat. Die Hauptschwierigkeit bestand auch diesmal in der Errechnung der jüdischen Einwohnerschaft in den Orten der stärksten Agglomerierung. Denn auch geringfügige Ungenauigkeiten und Fehlerquellen bei der Erfassung solcher Orte können das Gesamtergebnis beträchtlich verzerren. Wir verfuhren bei der Behandlung dieser großen Landeszentren in der Weise, daß wir als Ausgangsdate die Anzahl der jüdischen Kinder in den Volksschulen der jeweilig betrachteten Stadt wählten unter der Voraussetzung, daß das Verhältnis der Zahl der Volksschulkinder zur Gesamteinwohnerschaft eine konstante Größe für die Juden sowohl als auch für die Nichtjuden ist. Da jedoch in der amtlichen amerikanischen Schulstatistik die konfessionelle Gliederung der Schulkinder nicht erfaßt wird, so mußten wir uns nach indirekten Wegen zur Ermittelung der unseren Untersuchungen zu Grunde zu legenden Ausgangsdaten umsehen. Ein erfolgsicheres Mittel dazu bot sich uns in der Statistik der Schulbesuchsversäumnisse. Von 39