Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3-4
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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- 61 - Groß-Berün. Jüdischen Beerdigunga» ___________ weien in Grofi-Berlin. Die jüdische Gemeinde zu Berlin hat drei Friedhöfe. Der älteste ist in der Großen Hamburger Straße gelegen und geht auf das Jahr 1672 zurück. Den Bedürfnissen der erst langsam wachsenden Gemeinde genügte er rund 150 Jahre bis zum Jahre 1827, in welchem er geschlossen und der Friedhof Schönhauser Allee eröffnet worden ist. Wieviel Tote der Friedhof in der Großen Hamburger Straße aufgenommen hat, läßt sich heute nicht mehr genau feststellen, weil die Beerdigungsregister der Gemeinde nur vom Jahre 1751 an erhalten sind. Die 77 Jahre bis 1827 ergeben 7063 Beerdigungen. Den gesteigerten Bedürfnissen der Gemeinde entsprechend war die in der Schönhauser Allee verfügbare Grundstücksfläche von rund 4,5 Hektar bereits nach 53 Jahren belegt. Auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee befinden sich zurzeit 22469 Gräber und 746 Erbbegräbnisse. Der Friedhof Schönhauser Allee ist als geschlossen zu betrachten. Es finden dort nur noch Beerdigungen in Erbbegräbnissen und reservierten Stellen statt Am 9. September 1880 wurde der Friedhof auf dem in Weißensee für den Zweck erworbenen Gelände in Angriff genommen und hatte bis zum 31. Dezember desselben Jahres 200 Grabstellen. Die Beerdigungszahl des Jahres 1881 betrug 811, die des Jahres 1925 2248. Die Erweiterung des Friedhofes mußte mit der Vergrößerung der Gemeinde, die sich ganz besonders in den letzten 20 Jahren auffallend bemerkbar machte, gleichen Schritt halten. Am 1. November d. J. umschloß der Friedhof rund 72000 Gräber (darunter 3472 Erbbegräbnisse). Das für den Friedhof zur Benutzung stehende Gelände umfaßt zurzeit rund 42 Hektar, von denen etwa 5 Hektar für die Bedürfnisse der Verwaltung des Beerdigungswesens und insbesondere der Gärtnerei in Anspruch genommen wird. Infolge des außerordentlichen Anwachsens der Gemeinde in den letzten Jahren dürfte der Rest des Reländes kaum noch lange reichen. Die Gesamtzahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter im Friedhofswesen beträgt zurzeit 268 Per- Den augenblicklichen Umfang des Beerdigungswesens zeigen folgende Zahlen: 1. 1. bis 1924 1925 31.10.1926 Zahl der Beerdigungen 2293 2248 1301 Darunter Aschen 78 77 68 Entnommen dem Jüdischen Jahrbuch für Groß- Berlin, 1926. naiscünn Die Palästina-Einwanderung Palästina. toJIII„.1MS. Im Jahre 1926 sind 13056 Juden in Palästina eingewandert und 7340 ausgewandert. Die Zunahme der Bevölkerung durch Einwanderung betrug demnach 5716. Im letzten Quartal 1926 betrug die Gesamtzahl der Palästina-Einwanderung 1920 Personen, darunter 752 aus Polen, 220 aus Rußland, 234 aus Mesopotanien, 127 aus Rumänien und 127 aus den Vereinigten Staaten. Im gleichen Quartal sind aus Palästina ausgewandert: im Oktober 1057, im November 822 und im Dezember 642 Personen. NortfameriKa. ^JT^Z^Z ten Staaten von Nordamerika im Fiskaljahr 1925-1926. Die Zahl der jüdischen Einwanderer ist in den letzten 12 Jahren stark gesunken. Während noch im Jahre 1914 138051 Juden in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, waren es in dem Immigrationsjahr 1. Juli 1925 bis 30. Juni 1926 nur 10267, 1924/25 10292 jüdische Einwanderer. SUdAlriha Jüdische Einwanderung nach Süd-Afrika im Jahre 1925. Im Jahre 1925 wanderten in Süd-Afrika 5428 Weiße ein, dagegen verließen 6041 das Land. Unter ihnen befanden sich 1353 jüd. Ein- und 71 jüd. Auswanderer. Die Mehrzahl jüd. Immigranten kommt auch heute wie in den Jahren vor dem Kriege aus Litauen. Von den 773 Juden, welche 1924 Süd- Afrika als Einwanderungsziel wählten, stammten 458 aus Litauen, 102 aus Rußland, 55 aus Polen, 51 aus Lettland, 67 aus England, 12 aus Deutschland und 28 aus sonstigen Ländern.