Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- – (sequence 466)
- Language
- German
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Am 27. November 1936 starb Prof. Dr. Berthold Bretholz, emeritierter Direktor des Mährischen Landesarchivs in Brünn, im 75. Lebensjahre. Bretholz, der sich durch seine Geschichte der Stadt Brünn, ferner durch sein Werk über die Geschichte Böhmens und Mährens bis zum Aussterben der Premysliden (1306), durch seine Geschichte Böhmens im 16. Jahrhundert und eine große Zahl von Abhandlungen und Aufsätzen einen Ruf als Geschichtsprofessor erworben hatte, war bald nach Gründung unserer Gesellschaft mit ihr in Verbindung getreten. Im II. Band des Jahrbuches veröffentlichte er die gehaltvollen Abhandlungen über den Gewitscher Judenrichter Joseph David und über die Judenschaft im Markte Pirnitz im 18. Jahrhundert, welchen Schriften im IV. Band des Jahrbuches die Abhandlung über die Judengemeinde in Ungarisch-Brod und ihr Streit mit dem Grundherrn Leo Wilhelm von Kaunitz folgte. Daneben hat er ein wichtiges Quellenwerk, eine Sammlung von Regesten, aus den Quellen zur Geschichte der Juden in Mähren vom 11. bis 15. Jahrhundert verfaßt, welches Werk in den Schriften unserer Gesellschaft erschienen ist. Auf Grund des geschichtlichen Materials, das in diesem Werk gesammelt ist, hat er dann eine Geschichte der Juden von Mähren im Mittelalter, und zwar bis zum Jahre 1350 herausgegeben. Durch diese Werke hat sich Bretholz, der als der beste Kenner der Geschichte Mährens gilt, ein großes Verdienst um die Geschichte der Juden in der Cechoslovakei erworben. Sein Tod bedeutet für unsere Gesellschaft einen schweren Verlust.