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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 424

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 424)
Language
German
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IRI
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Ludwig Singer. Die Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Cechoslovakischen Republik hat einen schweren Verlust zu beklagen. Am 28. September 1935 ist Dr. Ludwig Singer, Professor im Ruhestand und Regierungsrat, gestorben. Eben war der Druck des VII. Bandes des Jahrbuches beendet worden und Singer hatte noch die Freude, seine Abhandlung über das Judensystemalpatent von 1797 gedruckt zu sehen. Es war die dritte große Publikation Singers zur Geschichte der Juden in Böhmen zu Ausgang des XVIII. Jahrhunderts. Dieser Periode der Aufklärung, des Toleranzpatentes und der Emanzipation der Juden hatte er sich zugewandt, nachdem er viele Jahre als Lehrer der Geschichte an der Mittelschule (darunter auch in Prag) gewirkt hatte. Mit derselben Hingebung und mit demselben unermüdlichen Eifer, die ihn als Lehrer auszeichneten, hat er sich der wissenschaftlichen Forschung gewidmet. Seine Abhandlungen, die in Band V bis VII unseres Jahrbuches erschienen sind und verschiedene an anderen Orten gedruckte Aufsätze zeigen Singer als Forscher in den Archiven, ganz besonders als gründlichen Kenner der Akten des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchives. Aus ihnen wollte er noch mehr für die Geschichte der Juden in Österreich schaffen, so vor allem eine Schilderung der Tätigkeit der Familie Hönig, die in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte des XVIII. Jahrhunderts oft genannt wird, ferner eine Biographie von Herz-Homberg, der auf das Schul- und Erziehungswesen der Juden in Böhmen und Galizien zur Zeit des Kaisers Franz II. Einfluß übte und anderes mehr. Allen diesen Plänen machte sein Tod ein Ende. Samuel Steinherz.

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