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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 421

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 421)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644311--3798-2648146
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Ein Steckbrief aus dem Ende des XVIIL Jahrhunderts. Mitgeteilt von D. Herzog. Herr Univ.-Prof. Dr. Fritz Byloff machte mich auf folgenden Steckbrief, den er in einem Faszikel über Räuberunwesen am Ende des XVIII. Jahrhunderts in Österreich gefunden hat, aufmerksam. Dieser Brief wirft nicht nur wieder ein grelles Licht auf die Unsicherheit der Straßen am nahen Ausgang des XVIII. Jahrhunderts, sondern gewährt uns gleichzeitig einen interessanten Einblick in die Kleidung (Trachten) und auch in die Vermögensverhältnisse einiger Juden der damaligen Zeit. Namentlich Isak Jeiteles aus Prag scheint ein für die damalige Zeit bedeutendes Vermögen besessen zu haben. Ob die Räuber ermittelt und der Strafe zugeführt worden sind, wissen wir ebensowenig, wie auch, ob das geraubte Gut aufgefunden worden ist. Selig Ascher, der aus Brody (Kleinpolen) stammte, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach nur einen Teil der Strecke bis nach Mähren zu fahren die Absicht gehabt haben und ist so auch das Opfer der Räuberbande geworden. Nicht uninteressant ist es auch, daß von Ritualien nur ein TaUith dem David Koref aus Prag gestohlen worden ist. Es ist aber immerhin anzunehmen, daß alle Gebetriemen und Gebetbücher mitgeführt haben, an welchen die Räuber allerdings kein Interesse hatten. Auf jeden Fall aber bietet uns dieses Schriftstück einen recht interessanten Einblick in Verhältnisse am nahen Ausgang des XVIIL Jahrhunderts. BESCHREIBUNG Deren den nachbenannten Juden durch eine aus 6 oder 7 Kerls bestandenen Räuber-Banda den 25. Oktober zwischen 11 und 12 Uhr Nachts auf der Prager Post Strasse an der mährischen Gränze ohnweit des sogenannten Haid-Wirtshauses auf der zur Herrschaft Haugstorf gehörigen Augenthaller-Landgerichts-Freyheit nach vorher begangenen Misshandlungen, und Verwundungen mittels Erbrechung der auf der Landkutsche befindlich gewesten Küste, entwendeten Effekten, und Geldes. Dem Seelig Ascher aus Prody in Gallizien. Ein schwarz pohlnisches ganz neues Kleid von Ratza-Waar mit schwarzen Samet-Bändern, und blau kutteüschen Unterfutter. 1 423

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