Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
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unndt haben diesen Brieff gesehen unndt die Confirmation gantz unuersehrt befundten, mit gueten unsern Bedacht unndt Wiessen unser lieben getreuen Räthe aus königl. Macht in Böhmen haben wier selbe menniglichen in allen Puncten Clausulen u. Artickeln also unndt nicht anders, als wann dieser unser Brieff von Wortt zu Wortt auch mit denen Confirmationen beschrieben wehre, zue loben zue uerneuern auch mit diesen unsern Brieff unndt Mayesteten loben unndt verneuern unndt mächtieglichen bekräfftiegen, darbey sie also verwahret sein, das neben der Tuchmacher unndt die, welche in ihrer Zunnfft unndt Zech verbleiben, keine andere, es sey was vor ein ander Handtwergk es immer wolle, inn ihrer Anwehrung Handtlungschafft unndt Nahrung sich kein Mensch zue gebrauchen haben solle, sonderlich aber ein Ausländer, von wann unndt was Landtes er immer sey, welcher ordtentlich das Handtwergk der Tuchmacher nicht lernet oder ihrer Zunfft in diesen unsern Erbkönigreich Böhmen alda, wo es sich gebüehret, nicht ordentlicher Weyse angenohmen wordten, bey den Jahrunndt Wochenmärckten daz Tuch an der Ellen unndt sonsten auch zue uorkauffen nicht Macht haben noch geniessen unndt also jetzt unndt künfftig vermög ihrer Ordtnung darbey verbleiben solle, viel weniger ein Juede, welcher, wannenher er auch sey, keiner allerdüchten Weis unndt Gestaldt, wie es das immer Menschenliest erdencken möchte, die Wolle an Gewiechte unndt auff dem Schafen stuckweis kauffen, desgleichen das Tuch auff der Seithen unndt heimlicher Weise unndt anders, wo es wolle, tragen noch zue Schaden mehrgedachten Handtwergkßzunfft der Tuchmacher zue schncidten nürgendts auff dem Dörffern unndt Höfen auch andere darzue nicht gehöriege Orther, es were dann, daz er von uns absonderliche Verehrung gegeben hette, sich nicht zue unterstehen, unndt das alleß bey Straff vermöge unserß Vorfahren Herrn Ferdinandi des Ersten unndt dero gesezten Confirmation gegebenen Mayestatß Ausmessung, jedoch mit dieser zwar sonderlichen Meinung, das diese Gnadt unndt auch unsern seeligen Vorfahren keiner, welcher der wahren unndt seeligmachenten röm. catholieschen Andacht unndt Religion nicht wehre unndt in dero Gehorsamb nicht verbliebe, keiner anerdichten Weyse unndt Gestaldt in wenigsten in Acht genohmen werdten solle unndt sie die eltiesten Zunfftmeister unndt andere Meister inn ihre Zunfft unndt Zuesammenverfüegung weiter mehr keinen Uncatholieschen anzuenehmen Macht zue haben befuegt sein sollen, izo künfftieg unndt zue ewiegen Zeiten. Aus der Zunftordnung Kaiser Ferdinands II. für die Komotaiier Tuchmacher im Privilegienbuche, S. 34v—36. 89