Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 137)
- Language
- German
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Solomon Wolff Artzt, Prager Jud wird befragt: Hast du ein Privilegium zu kuriren? R.: Ja, ich hab von der Appellation, auch von der Universität. V.: Ob du dich bei der Fakultät angemeldet hast, die Leut zu kuriren? R.: Nein. Kylian Gabriel, Zimmermeister, beschweret sich wider ihne, daß er sein Weib auf den Fueß übel kuriret hat. Die Böhmin wird befragt, an welchen Tag er sie angefangen zu kuriren. R.: Die erste Wochen in der Fasten. It. Seindt referiret worden die Memorialia der zwei klagenden Christoph Kühnel und Wentzl Böhmen, dann auch die Appellations-Missiv de anno 1694, in Martio. Werden befragt, ob sie es beweisen können? Antwort: Ja. Der Jud wird befragt: Ob deme also? Der Jud laugnet es und begehrt die Kommunikation, sagt, er habe viel morbos incurabiles kuriret. Der Jud wird ferner befragt, ob er sich vergleichen wolle in der Güte? Worauf er geantwortet: Er begehre nachmalen die Kommunikation auf zwei Wochen. Dictum: Dem Juden werden die Beschwernussen kommuniziret werden auf 14 Tage. Fol 79: 1686, Mense Majo, die 31. Sub 2: Dem Marco Beran, Prager Judenarzten, ist auferleget worden: 1°: Er so keine Christen kuriren. 2°: Soll ein Kreß tragen und kein Halstuech. Fol. 139: 1691, Mense Nov., die 19. Ist praesentirt worden Beschwernusschrift des Marci Beran, jüdischen Wundärzten, wider den Hiersehl, auch Prager Juden. Fol. 83b: 1687, Mense Junio, die 30. Sub 2: Ist eingetreten Catharina Stoltzenhanin, arme Wittib, und beschweret sich wider den Hirschel Lebel Pendiner, Prager Jud, daß er ihren Mann Johann Georg Stoltzenhan, welcher eine Geschwulst am Bein gehabt, in die Kur angenomen und eine Inzision darein gemachet, nachmals aber verlassen, also daß der Brand darzu geschlagen, und er ihr Mann das Leben lassen müssen. Er Hirschel negiret anfänglich 1°, daß er bei ihme jemalen gewesen, 2° habe er nur ein Kataplasma aufgeleget und weiters nichts. Nachmals aber bekennet er selbsten, er habe Corrosiva aufgeleget, 3°, er seie nur zue selbigen Zeiten zu ihme sei. gekommen, wie er in die Altschuel gegangen. Hierauf hat ein löbl. mediz. Fakultet nach reifer der Sachen Erwegung resolvirt: Weilen der Jud einem wassersichti[gen] Schaden ein Korrosiv appliziret und dardurch den Schaden verärgert, als soll er sich mit der Wittib vergleichen und sie contentiren, und weüen er Jud in den Vergleich bewilliget, als ist sie Wittib dahin geneigt worden, daß sie sich mit fünfundzwanzig Gulden vergnüegen lassen und weiter an ihme nichts zu praetendiren haben wolle. Welche er auch alsogleich erleget, und die Wittib empfangen hat. Was aber das Publikum anlanget, weilen er einen Christen in die Kur angenomen, den Herr[n] Decanum aber diesfals nicht begrüeßet, als ist ihme ein Straf, daß er nemblich drei Wochen in akademischen Arrest verbleiben solle, diktiret, auch alsogleich von dem Bidell in Arrest geführet worden. 132