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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 429

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 429)
Language
German
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IRI
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daß Gott die Herrschaft des Frevels entwurzele und zerschmettere, dann bedenke doch, daß uns in den Sprüchen der Väter, welche unsere Weisen nach der Tempelzerstörung verfaßt haben, geboten wurde, für das Wohl der Regierung zu beten, unter deren Schutz wir leben.82 Auch ermahnte der Prophet Jeremia:23 Betet für das Heil der Stadt, denn in ihrem Heile liegt auch euer Heil. Wie sollten da die Verfasser unserer Gebete, die Männer der großen Versammlung angeordnet haben, daß wir unsern Herrschern im Gebete fluchen? Beachte noch eines! Im Gebet heißt es nicht: Die Könige der Völker entwurzele oder die Könige der Christen, sondern die Herrschaft des Frevels, Gemeint sind diejenigen, die nicht vom königlichen Stamme sind und aus eigener Machtvollkommenheit zu Regenten sich auf werfen, in ihrem Frevelmut gegen die richtigen Könige sich stellen, um sie unmöglich zu machen, ihre Reiche und Länder zu verderben. Darum sprechen wir von einer Herrschaft des Frevels. Und da ist doch das Gebet am Platze, daß eine solche Herrschaft ein Ende nehme. Noch fügte er zu seiner Sünde Frevel, wenn er sprach: Am Versöhnungstage betet ihr, daß Gott die Völker Aimim, Samsumim, Kedar und Edom vernichten möge. Ich aber sagte, daß er den Sinn des Gebetes mißverstehe. Nicht von einem Gebete kann da gesprochen werden. Wir beten doch nicht: O Herr vernichte sie! Die Rede ist von einem historisch Gegebenen und bezieht sich auf das Vorangegangene. Das vorangegangene Stück schließt: Die Anklage überlasse ich den frommen Betern, die heute bußfertig an deine Türen pochen. Darum beten wir, daß Gott auf unsere Anklage höre und sie beachte. Welcher Art diese Anklage ist, darüber schweigt der synagogale Dichter in dem voraufgehenden Poem. Erst im folgenden gibt er ihre Erklärung. Die Völker Aimim, Samsumim, sprechen von uns zueinander: Vernichte sie! Darum erflehen wir von Gott Schutz gegen solches Ansinnen. Das Ganze ist eine Nachbildung des Wortes im Propheten Jeremia:24 „Ihr Sitzen und ihr Stehen schaut an, ich bin ihr Spottlied". Doch nicht nur das hat Peter gegen uns unternommen. Er verfaßte auch eine Schrift unter dem Namen „Die Juden", in der er die weiter unten angeführten Redewendungen verzeichnet, um uns für sie büßen zu lassen. Die Redewendungen sind folgende: *lbr\ Gehenkter. Ich hörte eine Erwiderung. Danach bedeutet der Ausdruck etwa im Zweifel sein, in der Schwebe sich befinden. Ähnlich: „Dein Leben wird dir vorschweben".25 Ein Glaube, der nicht von der ganzen Menschheit geteilt wird, wie der Glaube an Jesus und Mohammed, ist ein Ding, das in der Schwebe ist und in der Luft hängt. Hingegen ist der jüdische Glaube von einem Gotte, der Himmel und Erde geschaffen hat, ein wahrer Glaube, zu dem sich jeder Denkende bekennt. 434 6

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