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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1933-01-01 · 5 (1933) · page 428

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
5 (1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 428)
Language
German
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IRI
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die Lehre aufzuheben, sondern um sie zu erfüllen? Sieh auch meine Erklärung zu den Psalmen im Abschnitt 293 meines Werkes.18 Und mit diesen Figuren übertretet ihr das Zehn wort. Vergleiche auch meine Ausführungen im Abschnitt 58. Und noch mehr! Die Abbildungen, in denen ihr die Gottheit darstellt, sind falsch, weil kein Mensch eine genaue Darstellung von Gott geben kann. So heißt es in Jesaja:19 Und mit wem wollet ihr Gott vergleichen, was für Gestalt ihm geben? Darauf wußte Peter nichts zu erwidern. Noch sprach Peter: Ihr betet, daß den Getauften keine Hoffnung blühe und daß alle Ketzer im Augenblick verschwinden mögen. Damit meint ihr die Priester der Kirche. Und außerdem betet ihr: Alle Feinde deines Volkes, gar bald sollen sie vertilgt werden, und die Herrschaft des Frevels entwurzele, o Herr, schleunigst und zerschmettere sie. Darauf antwortete ich auf das erste zuerst und dann auf das andere. Den Getauften blühe keine Hoffnung. Das sagen doch die Christen unisono. Wer sich einmal getauft hat, darf ja nie wieder Jude werden. Darum haben die Freunde und Verwandten eines Getauften keine Hoffnung, daß der Verlorene je wieder reuevoll zu ihnen zurückkehren werde. Das ist der Sinn der Worte: den Getauften blühe keine Hoffnung. Und wenn wir beten, daß alle Ketzer gar bald verschwinden mögen, so sind damit nicht die Priester der Kirche gemeint. Wir hätten sonst den Ausdruck „Priester" gebraucht, wie er sich im 2. Königsbuche findet,20 oder wir hätten die Bezeichnung benutzt, wie wir sie im Mosisbuche haben.21 Wir sprechen aber von Ketzern. Diese Bezeichnung gilt von einer Menschengattung, die zwischen dem Glauben der Juden und dem der Völker hin- und herschwankt. Diese Menschengattung kann ruhig verschwinden, sie gehört nicht zu den Juden und nicht zu den Noachiden. Solche Menschen nennt man zu deutsch: Zweifler, Ketzer. Auf den Vorwurf, daß wir auf alle „Feinde deines Volkes*6 die Strafe Gottes erflehen, entgegnete ich: Du wirst doch zugeben, daß jeder, der am ewigen Leben Anteil hat, in die Gemeinschaft des Gottesvolkes gehört? Nun behaupten wir, daß alle Menschen, welche die sieben noachidischen Gebote beobachten, am ewigen Leben Anteil haben. Die sieben noachidischen Gebote sind: Raub, Unzucht, Mord, Götzendienst, Gotteslästerung, Tierquälerei, Gerechtigkeit. Jeder, der diese Gebote hält, zählt zur Gemeinschaft Israels. Darum sprechen wir im Gebete nicht von allen unseren Feinden, sondern von allen Feinden deines Volkes, im Hinblick auf Gott. Und das sind die Sünder und Zweifler, die Feinde des frommen Gottesvolkes. Ob sie nun Juden, ob sie andere sind, wir beten, daß sie aufhören. Aber auch von ihnen sagen wir nicht, daß sie sterben, nur daß sie aufhören, das heißt, daß der Haß aus ihren Herzen schwinden möge. Das ist das Aufhören der Feinde, ihre Feindschaft höre auf. Wenn wir noch beten, 5 433

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