Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 310)
- Language
- German
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ihrer Reise Prag berührten (wie in der vorhergehenden, so ist auch in dieser Rubrik den Namen auch die Personenanzahl beigesetzt; in der zehnten die Summe sämtlicher Personen, die sich zur Zeit der Konskription in der Familie aufhielten; und schließlich in der elften die Beschäftigung des Familienoberhauptes. Nach Absolvierung aller in einem Hause wohnhaften Familien wurden die Ziffernangaben addiert, ein horizontaler Strich daruntergesetzt und gleich anschließend die Volksbeschreibung des nächsten Hauses eingetragen. Eine anschauliche Probe der Konskription bietet z. B. die Beschreibung des Hauses Nr. 7 im vierten Viertel (auf S. 114—117 der Konsignation), die wir S. 300 ff. mitteilen. Die Konskriptionskomission teilte die Judenstadt in XIII Viertel ein, wie sich schon aus der obzitierten KoMkriptionsaufsiciirift ergibt. Eine genaue Lokalisierung und Umgrenzung dieser Viertel ist jedoch bedeutend erschwert, weil die Konskription selbst nur ganz wenige und obendrein unbestimmte Anhaltspunkte bietet; in den Populationsstatistiken der einzelnen Viertel, weiter unten, werden diese Hinweise eingehend angeführt werden. Es ergibt sich daraus mit Sicherheit: zum II. Viertel gehörte die Umgebung des Judenfriedhofs sowie der Pinkas- und Klaus- Synagoge bzw. die Brandstätte der Benjamin Liepmann-Schule (Synagoge); das X. Viertel ist in die Umgebung der Altneusynagoge zu verlegen; das XI. Viertel um den Garten des Simon Frankl; das XII. Viertel um die Meisl-Synagoge und das XIII. um die Alte Synagoge. Die Erwähnung von Fleischbänken in den Vierteln H, HI, IX und X, sowie die Nennung von Schlachthäusern in den Vierteln VII und IX gewährt ohne Heranziehung weiteren topographischen Materials nicht die gleiche Sicherheit. Der Lösung topographischer Einzelheiten unserer Konskription stellen sich an mehr denn einer Stelle namhafte Schwierigkeiten entgegen; ich verweise diesbezüglich auf meine SpezialStudie über die erhaltenen Prager Ghettopläne aus nachweißenbergischer Zeit, die im kommenden Jahrgang dieses Jahrbuches veröffentlicht werden soll. Die Judenkonskription vom Jahre 1729 ließ es jedoch bei einer Konskription der Ghettobevölkerung nicht bewenden, sondern zog auch alle Bauobjekte bzw. Parzellen in den Kreis ihrer Evidenz, mit alleiniger Ausnahme der Gassen; bewohnt oder unbewohnt, das spielte keine Rolle; alle Objekte erhielten eine eigene Konskriptionsnummer und wurden samt und sonders in unser Verzeichnis aufgenommen. Die unbewohnten Objekte wurden von der Kommission einerseits in einem besonderen ausführlichen Namenverzeichnis genauer charakterisiert, anderseits in ziffernmäßigen Summaxien am Schlüsse der einzelnen Viertelkonskriptionen kurz und bündig registriert. Im ganzen hat die Konskriptionskommission im Prager Ghetto 367 Bauobjekte verzeichnet, darunter 333 3 299