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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 279

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 279)
Language
German
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IRI
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Zur Geschichte der Juden in Kassejovicz (Kassovitz), Mitgeteilt von Bernhard Mandl, Budapest. Die hter zum. Abdrucke gelangenden Schriftstücke sind getreu« Kopien zweier Originaldokumente, die mir vor Jahren Herr B61a Sa&väri s. A. emeritierter isr. Schuldirektor zu Pees (Fümfkirchen) behufs gelegentlicher Veröffentlichung schenkte, welche ich aber später in seinem Namen dem ungarisch-jüdischen Museum zuführte. Beide Dokumente, besonders aber die Judenordnung, sind für die Geschichte der Kassejovitzer Judengeineinde von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit, zumal dieselben meines Wissens bisher noch nirgends im Drucke erschienen sind. Als kurze Enleitung mögen nachfolgende Daten vorausgeschickt werden: Das Städtchen Kassejovicz, deutsch Kassowitz, zuweilen auch Kasaelovitz genannt, ist ein Flecken in Böhmen, Bezirk Blatna. Die Einwohner dieses Ortes, der im alten Zeiten zur Herrschaft Schlüsselburg gehörte, unter deren Schutz auch die dortigen Juden standen, betrieben im XVHI. und XIX. Jahrhundert bedeutenden Viehhandel. Die jüdische Gemeinde daselbst beruft sich (siehe Jahrgänge des Wiener isr. Unionkalenders) mit Recht auf ihr dreihundertjähriges Alter, denn in dem Werke von Bondy-Dworskay: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, I, S. 530, wird ein Kaasowitzer Jude sogar aus dem Jahre 1570 erwähnt. Auch Hock und Kaufmann, Die Familien Prags, S. 302, erwähnen einige seit alten Zeiten am dortigen Friedhof begrabene Kassowitzer Juden, darunter einen, der schon im Jahre 1640 dort seine ewige Ruhes-tätte gefunden hat. Im Jahre 1721 waren., wie aus dem hier mitgeteilten Gesuche der jüdischen Gemeinde ersichtlich ist, 24 jüdische Familien ansässig,, die ihr Grund- und Schutzherr, der im Jahre 1727 verstorbene Graf Leopold Joseph Künigl, Herr auf Kampenuß und Schlüsselburg, k. k. Kämmerer und Assessor des böhmischen Appellationsgerichtes, im der vor ihm am 25. Oktober 1721 erlassenen Judenordnuiig auch nicht vermehren ließ. Um diese Zeit hatten die Juden in Kassowitz ihre Häuser mitten unter den christlichen Häusern. Damals erging von der böhmischen -Statthaltern der Erlaß, daß die zwischen den christliehen Häusern und in der Nähe der katholischen Kirchen liegenden jüdischen Häuser gegen in der Nähe von Synagogen liegende Häuser christlicher Besitzer eiu- 275

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