Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 468)
- Language
- German
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453 18) 1770, März 19. 22, Trebitsch. — Moises Beer Ssnobl, Landesältester des kön. Iglauer Kreises, an den Gutsinspektor in Pirnitz: er habe die Pirnitzer Schutzjuden Perenz, Saloinon Eechnitzer und Lazarus Pollak, die dank seiner, des Inspektors Assistenz sich vor ihm gestellt haben, in ihren Streitigkeiten wegen eines Wechselbriefes auf 75 fl. verglichen. — (Fasz. IV. 7. i. c.) 19) 1770, August, 27. 30, Trebitsch. — Derselbe an denselben, er habe die beiden Tschernaer Bestandjuden Jakob Abraham und Markus Aaron wegen aller strittigen Punkte (Geldsachen) verglichen. — (Fasz. IV. i. 7. e.) 20) 1770, Oktober 17, Trebitsch. — Derselbe bittet denselben um Assistenz für einen armen jüdischen (nicht genannten) Arbeiter, der schon 8 Jahre in Pirnitz zu allgemeiner Zufriedenheit lebt, der durch „Spitzbüberei44 fast um sein Aug gekommen wäre, und ihm sowie dem Bader zum Ersatz ihrer Kosten zu verhelfen. — (Fasz. IV. i. 7. d.) 21) 1772, Mai 20, Pirnitz. — Natan Meseritscher, Judenrichter, und die Geschworenen Salomon Politzer, Wolf Jakob und Hersehl Suchy stellen einen Revers aus, dass sie für David Markus, wenn er aus dem Iglauer Arrest entlassen werden und aus Pirnitz fliehen sollte, für alle Schäden und Unkosten haften, das Wirtschaftsamt aber von allen Verpflichtungen frei sein solle. — (Fasz. IV. i. 7. h.) 22) C. 1772. — Die Schutzjüdin Blume, Witwe nach dem ehemaligen herrschaftlichen Brantweinbrenner David Hersehl bittet den Gutsinspektor um Ermäßigung ihres Zinses für das von ihr bewohnte Häuschen von 10 auf 5 fl. — (Fasz. IV. i. 7. b.) 23) 1774, November 10, Iglau. — Ernest Berner, Apotheker in Iglau, bittet den Iglauer Gutsinspektor, „nachdeme ich durch eine ganze Reihe von 26 Jahren schon unglaublich vieles bei der Judenschaft verlohren, denen Armen es willig geschenket und nachgelassen habe44, zuletzt noch 1774 dem alten Koprl 6 fl. 3 kr., des Lazar Tochter 56 kr. und einem Armen auf Rechnung der Judengemeinde 48 kr. „als unvermögende ausgelöschet", ihm bei dem bemittelten Adam Bauer (Ascher) zu dem Rest von 2 fl. seit 1772 und bei Simon Feith Bodanzki zu 3 fl. 54 kr. für gelieferte Medizinen, in einem Falle gegen „Ausschlag, s. v. Grätze", zu verhelfen. — (Fasz. V, 27 a.) 24) 1775, Februar 17, Pirnitz. — Der Pirnitzer Schutzjude Beer Meseritscher bittet das Iglauer Kreisamt um Schutz gegen Lazar Rechnitzers Eheweib, die ihn beschuldigt, auf dem vergangenen Brünner Markt ihrem Manne in einem dortigen Gasthaus 1 Stück Zeug im Werte von 16 fl. weggenommen zu haben und ihm mit Arretierung droht. Er ersucht um Aufschub, weil er am nächsten Brünner Markt am 1. März 1775 mit Simon Wodantzky das verlorene Stück ausfindig machen wolle. — (Fasz. IV, i. 8.)