Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 452)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2644300-2644303--0909-2645251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
437 zufolgen, bevor nicht das normalmäßige Abzuggeld festgesetzt ist. (Das Geld scheint bei der Herrschaft angelegt gewesen zu sein.) (Fasz. IV, 7. i. y.) (Vgl. auch Anm. 23.) 23) Fasz. V, 49. — Zwischen David Austerlitz und Rechnitzer bestanden verwandtschaftliche Beziehungen, wie aus folgender Urkunde sich ergibt: 1774, März 20, Pirnitz. — Nathan Mesritscher Judenrichter, Salomon Politzer und Salimon Kopferl Geschworene, bekunden, daß Lazar Berel aus Hürtzfeld, 28 Jahre, ein erstgeborener Sohn, die Pirnitzer Schutzjüdin Judit, verw. Rechnitzerin, 31 Jahre, Tochter des verst. David Austerlitzer, zu heiraten beabsichtigt, daß er 1000 fl. Habschaft, sie 1000 fl. Morgengabe besitzt und durch diese Ehe die 1769 konscribiertc Anzahl von 56 Judenfamilien, die aber infolge Absterbens auf 48 gesunken ist, nicht vermehre. (IV. i. 7. m.) 24) 1747, Juni 31. Pirnitz. — Jakob Politzer Judenrichter, Gerschel Markus und Aron Mandl Geschworene beurkunden, daß der Pirnitzer Schutzjude Feisch Bodansky von hier, wo er sein Unterkommen nicht finden konnte, mit seinem Weib Kehle und seinen 4 Kindern Oktober 1746 nach Polna abgegangen ist u. sich dortselbst wohnhaft gemacht hat. (Fasz. V, 17.) 25) Fasz. V, 21. 25. — Die Schuldprozesse V, 10. 11. 12. 26) Im Jahre 1747 anläßlich einer Erhöhung des sog. kais. Fleischkreuzers wenden sich die 4 christlichen Fleischhacker in Pirnitz an den Iglauer Kreishauptmann, Reichsgraf en von Althann, mit der Erklärung außerstand zu sein die neue Last auf sich zu nehmen und führen u. a. auch an: „Wir arme 4 Fleischhacker, welche in mindesten schlachten und aushacken, jährlich geben müssen 124 fl., der herrschaftliche Bestandjued aber in Pirnitz 80 fl. nur, und schier zweimahl soviel Viech im Jahr aushacket, als wir alle vier; auch durch ganzes Jahr sine minima exceptione nicht nur allein traybet, sondern annoch alle diejenige Jueden, so von dem herrschaftl. Bestandtjueden in Fastzeith Erlaubnus nehmen müssen und Kälber schlachten, durch die Häuser im Markt verkaufen, ihme Jueden von jedem Kalb Fleischkreuzer nomine pr 10y2 kr. auf seine 80 fl. bezahlen müssen, in welcher Fastenzeit, wann auch die Erlaubnus Fleisch zu essen wäre, wir nichts verkaufen können, weliches uns armen eilenden Leuthen zum höchsten Nachtheil und zu Verterbung ist . . (V, 2.) 27) Fasz. V, 41. 28) Von 1772, Mai 20 bis 1774, Nov. 28 wird allerdings in den Akten wiederholt ein Geschworener der Gemeinde Salomon Politzer genannt. Dessen Sohn ist wohl Isaak Salomon Politzer, dessen Heiratsschein ddo 1779 Mai 15 im Fasz. IV. 7. i. w. erliegt; ob es Nachkommen des Jakob sind, ist nicht ersichtlich. 29) Von dem Mann dieser reichen Witwe, Salomon Rechnitzer, der 1768 als Geschworener und 1770 als Judenrichter genannt wird, hören wir nur aus folgendem Aktenstück: