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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1904-01-01 · 2 (1904) Heft XIV · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1904
Issue
2 (1904) Heft XIV
Date
1904-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 seit lanffev Zeit nicht mehr. Dieses Gebäude war so alt. dass es o abgetragen werden musste. Wir geben hier die genaue Abbildung (Fig. 8), wie dasselbe einst ausgesehen hat. Die Synagoge wurde, wie die Tradition lehrt, zu Ende des 17. Jahrhunderts nach den Plänen eines Simc.ha Weiss, Sohnes des jüdischen Baumeisters Schlarn aus Zuck, erbaut. Wir müssen gestehen, dass es das Werk eines talentierten Künstlers ist, welcher ganz genau den originellen Typus der alten jüdischen Architekten wahrte. In Sobieszczanskis ״Encyklopedyi Powszechnej” 1865 Bd. 19 S. 227 fg. wird diese Synagoge als die schönste dieser bekannten Stilarten erwähnt. Es ist leicht begreiflich, dass dieses Gotteshaus ]licht verfehlte, einen grossen Eindruck zu machen, zumal es keine zweite Holzsynagoge giebt, welche mit solch verschiedenartigen Schnitzereien verziert ist. Alle Gesimse, Pfeiler, Thüren und Fenster sind hier, wenn auch einfach, so doch geschmackvoll geschnitzt. Die mit Blech gedeckte Synagoge in Nasielsk hatte seinerzeit 30 m Länge und 22 m Breite. Zwar fanden sich dort künstlerisch ausgeführte Gerätschaften. Zieraten aus Silbe!־ für die Gesetzesrollen, schöne Armleuchter u. s. w.. aber die Sachen waren zu verbraucht, um in die auf demselben Platze errichtete Synagoge überführt werden zu können. Wir bringen hier (Fig. 9) zwei grosse Messingbleche, welche als hängende Wandleuchter zu beiden Seiten des Thoraschrankes (Aron Hakodesch) angebracht waren. Diese Art Bleche finden sich fast in allen früheren Holzsynagogen und sind unzweifelhaft Werke jüdischer Meister. In diesem Gewerbe, welchem die Juden mit Vorliebe oblagen, brachten sie es zu einem gewissen Grade von Vollkommenheit, wie wir später sehen werden. Von den alten silbernen Gegenständen verblieb nur ein altes ziseliertes Blech, welches als Zierat zum Aufhängen auf die Gesetzesrollen diente (Fig. 101. Eine hebräische Inschrift, die auf demselben eingraviert ist. besagt, das; O O wissen Bei* und seiner Frau im Jahre Insofern die Stickerei verschiedenartigen, religiösen Zwecken O O diente, war ihre Anfertigung eine sehr willkommene Beschäftigung der Jüdinnen. Dies beweisen die vielen reich und kunstvoll gestickten Vorhänge, welche die Synagoge schmückten. Wir geben hier das Bild eines solchen Vorhanges in der früheren Synagoge zu Nasielsk (Fig. 11) wieder. Es ist dies eine auf schwarzem Samt ziemlich künstlerisch ausgeführte Silberstickerei. 2 111 4 cm lang und 1 in 6 cm breit. Die Zeichnung ist zwar weder reich noch hervorragend, aber doch originell und in rein jüdischem Stil gehalten. Die gestickte Aufschrift besagt, das; י es ein Geschenk eines ge- 1750 gewesen ist. Jahre 1770 angefertigt wurde. dieser Vorhang im Nach dem schwedischen Kriege und verschieden F euers-

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