Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1904
- Issue
- 2 (1904) Heft XIV
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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0 zu ihm fünf breite und bequeme Stufen hinauf; für sich allein macht er den Eindruck, als bildete er die Front eines erhabenen Gotteshauses. Die ganze Höhe und Breite der Doppelthiir, welche den Schrank mit den Gesetzesrollen schliesst, ist eine wunderschöne Schnitzerei, welche einen riesigen siebenarmigen, in verschiedene Arabesken gearbeiteten Kronleuchter darstellt. Wie wir in der Abbildung sehen, befinden sich zu beiden Seiten des Schrankes in kunstvoller Schnitzarbeit ausgeführte Ornamente, um die sich Weinlaub windet. Grosse Adler breiten darüber ihre gespreizten Flügel aus. Die an Ort und Stelle aufgenommene Photographie giebt uns so naturgetreu, wie möglich, die Abbildung dieser schönen und künstlerischen Ausführung’ dieses Denkmals aus dem 17. Jahrhundert wieder. Wie wir schon erwähnten, enthält die Synagoge in Woipa viele Ueberreste der Vergangenheit, unter anderem sind noch drei grosse Messing-Kronleuchter vorhanden Der eine, weicher vor dem Altar (Fig. 4) hängt, ist sehr sorgfältig ausgeführt. Kr besteht aus drei Gliederungen, welche nach oben zugespitzt und schön mit Laubgewinden und ziselierten Löwen und Hirschen verziert sind. Ganz oben bemerkt man eine Krone, in deren Mitte ein Adler mit ausgespreizten Flügeln steht, dessen Rücken die zum Aufhängen nötige Oese trägt. — Wer diesen originellen Armleuchter verfertigt hat, ist unbekannt. Auf der Krone sind nur die hebräischen Initialen E. M. eingraviert und das Jahr 1685. Unten auf der grossen Messingkugel ist eingraviert, dass dieser Krönleuchter der Synagoge von Hirsch und seiner Frau Debora im Jahre 1781 geschenkt worden ist. Durch schöne Arbeit zeichnen sich auch die Hachen, aus Messingblech gearbeiteten Armleuchter aus, welche zu beiden Seiten des Altars hängen. Diese runden Bleche, die einen Darehmesser von 20 Centimeter haben, sind poliert. Die!Mitte ist etwas gewölbt und der symmetrisch gekerbte, breite Rand ist von kurwtvoll ziselierten Früchten, Weinlaub und Kränzen umgeben. Die Synagoge in Woipa besitzt noch einen sehr schönen siebenarmigen Messing-Armleuchter, welcher auf dem Pulte rechts vom Altar steht. (Fig. 5). Die Zeichnung dieses Armleuchters ist leicht und einfach und unterscheidet sich nur durch den Untersatz, welcher auf drei künstlerisch ausgeführten kleinen Löwen ruht. In der Synagoge befinden sich im Thoraschranke einige alte Thorarollen mit Kronen und silbernen Blechen verziert. Wir müssen jetzt einiger Manuskripte Erwähnung thun, welche noch heutigen Tages in der Synagoge aufbewahrt werden. Vor allem zeichnet sich das Gebetbuch (״Siddur44) für die Wochentage aus. Es ist ein starker Pergamentfoliant ohne Titelblatt und ohne Einband, sonst aber gut erhalten. Die Schrift ist