Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1904
- Issue
- 1 (1904) Heft XIII
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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59 Fackel aber: SPÄT. Rückseite: Inschrift in 7 Zeilen: SARA j GEBORNE | DE | CASTRO | GEB. D. 22. NISSAN. | DANIEL ABENSUR | GEB. D. 6. IJAR | 5513. ] (= 1753). Darunter ein Strich. Silber: 18 Gr. Dm. 35 mm. Ueber die Persönlichkeiten, denen diese Medaille gewidmet war, ist nichts bekannt; wohl aber steht es wenigstens sicher, dass diese Medaille nach Altona gehört, und dass sie gelegentlich der Hochzeitsfeier des auf der Medaille genannten Paares geschlagen wurde, da dies Herr Leopold Jessurun in Hamburg, dessen Grossmutter eine geborene Äbensur war, aus dem Munde seines längst verstorbenen Vaters gehört. Das auf der Medaille genannte Jahr 1753 scheint sich aber nicht auf die Hoch zeitsfeier, sondern auf die Geburt des Paares beziehen zu sollen, und dürfte die Medaille daher wohl erst um 1780 geschlagen sein. Von denMiszellanmedaillen werden die sogenannten Kornjudenmedaillen vom Jahre 1694 von einigen Münzforschern nach Hamburg gelegt Gaedechens, der sie (a. a. O. II, S. 16) beschreibt, sagt darüber: ״Diese Medaille wird häufig zu den Hamburgischen gerechnet“. Er möchte aber ״nicht bestimmt behaupten, dass sie in Hamburg entstanden, indem J. C. Kundmann in seinen ״Heimsuchungen Gottes in Zorn und Gnade über das Herzogth. Schlesien in Münzen“, Leipzig u. a. 4° Pag. 37 diese Denkmünze beschreibt und abbildet und sagt, dass sie sowohl als der Pendant von 1695 auf die wohlfeile Zeit, auf der der Kornjude sich an einem Baum erhäugt, in Schlesien geschlagen worden; möglich jedoch, dass man sie in Hamburg nachgeprägt habe“. Unter den nach Hamburg gehörigen ״Diverse Marken und Jetons führt Gaedechens (a. a. O. I, S. 316) unter No. 6 auch ״Ein Ebräisches Zeichen“ an, das er folgendermassen beschreibt: Avers: Die beiden Thürme, an beiden Seiten und unter denselben in zwei Zeilen eine Ebräische Inschrift, welche zu Deutsch lautet: Jerusalem, die heilige Stadt. Revers: Dreizeilige Ebräische Inschrift, zu Deutsch : König David und sein Sohn König Salomo (Lappenberg). Dieses Stück, zirka 1 Zoll im Durchmesser, in Blei gegossen, möchten wir für ein Kontroll־ oder Legitimationszeichen irgend einer Israelit, milden Stiftung halten, indes hat uns niemand sagen können von welcher; den Gemeindevorstehern, die wir deshalb befragten, war es gänzlich unbekannt; ein sehr erfahrener israelitischer Münzsämmler, dem wir es vorlegten, bezweifelte überhaupt, dass es Hamburgischen Ursprungs sei, und hielt es vielmehr für einen Abklatsch einer antiken jüdischen Münze; die 3 Thürme bedeuteten nicht das Hamburger Wappen, sondern die Stadt Jerusalem“. In Wahrheit aber ist dieses ״Ebräische Zeichen“ weder ein Kontrollzeiehen einer Israelitischen milden Stiftung, noch