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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 1 (1898) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 7 (sequence 20)
Language
German
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7 In China7) sind von Juden nur sehr spärliche Reste vorhanden. Bis vor kurzem hatten sie noch in Khai-Fung-Fu ein Gotteshaus, welches mehr Tempel als Synagoge und nach Westen gerichtet war. Sie assen kein Schweinefleisch, schlossen keine Ehen mit den Einheimischen und hatten ihren eigenenFriedhof. Ihre Gebete waren die der Sefardim, doch manches von den Deutschen entlehnt. Sie hatten besondere Habhdalagesänge. daruntereinaramäischesElia-Lied.IhreSprache war die chinesische, persische Brocken darunter wiesen auf persische Herkunft hin. Hiermit schliessen wir vorläufig die Liste derjenigen Sprossen an dem weitest verzweigten Stamme der Erde, deren Judentum hie und da mit Unrecht in Frage gezogen worden8), und wenden uns nun unserer eigentlichen Aufgabe zu, nämlich an der Hand von Beispielen eine Anleitung zu ähnlichen Sammlungen zu bieten. Wir verweisen hierbei auf unseren Fragebogen und auf das Heftchen: Jiriczek, Anleitung zur Mitarbeit an volkskundlichen Sammlungen. Brünn 1894. Zunächst sei ausdrücklich betont, dass ein jeder ohne irgend welche Vorkenntnisse als Sammler entsprechenden Materials an unserem Werke sich beteiligen kann. Nur verneide es der Laie, das gesammelte Material mit eigenen Zusätzen, mit vermeintlichen Verbesserungen oder, falls Dialektproben vorliegen, in hochdeutscher Uebertragung einzuliefern. Wenn jedoch Analogieen oder ältere Quellen oder aus dem Volksmunde selbst vernommene Erklärungen geboten werden können, so sind diese natürlich sehr willkommen. Ferner untersuche man nach Möglichkeit, inwieweit das Gebotene eine jüdische Besonderheit darstellt, und bemerke im anderen Falle, wo und in welcher Form es sich auch in anderen Kreisen findet. Auch lasse man es sich nicht verdriessen, alle bekannten Varianten einer Sage, eines Liedes oder Sprichwortes, alle Formen eines Brauches getreu wiederzugeben. Denn der einzelne Findling wird ja nicht nur aus älteren Quellen oder durch Analogieen n~V^L An. 244ff. Del 272. Jfld. Wochenschr. 18. Vll. 96. HB 1880 8. 74; XX, 118. AUg. Z. d. Jdt. 1879. De le Roi, die Juden 213. Z. 58 SUeber die Szombasniker und ähnliche Erscheinungen s. O 1844, 80. ergl 136; Löw II, 80.

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