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Der Jüdische Arbeiter · 1933-01-04 · Heft 1 (4.1.1933) · page 9

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 1 (4.1.1933)
Date
1933-01-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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4. Jänner 19&ä DER. JtiftlSOffi AftBElTEfo Seitö ÖL soll der verrat aar„Werhiäügen Iii Vergessenheit geraten? tn mehreren 'Zuschriften an uns fragen jüdische Genossen am ob unser Kampf gegen den Verrat der „Werktätigen" an dem Sozialismus nur als Wahlschlager verwendet wurde und jetzt nach Beendigung des Kampfes, alles wieder in Vergessenheit geraten soll. In einem dieser Schreiben heißt es wörtlich: »Werden die Vertreter der Sozialistischen Liste jenen Rothschild' Lakaien, die Parteilegitimationen 6e* sitzen und den Sozialismus geschändet haben, die Hände reichen?" Wir werden auf den Inhaltdieser Zu- Schriften und auf die Frage der „Werktätigen" noch zurückkommen Und werden bei dieser Gelegenheit manche Tätsachen, mitteilen, die wir nur aus gewissen Rücksichten im Wahlkampfe nicht veröffentlichen wollten. Wir können aber schon jetzt alle Genossen und Freunde versichern, daß wir die „werktätigen" Verräter am Sozialismus so behandeln werden, wie ihnen geziemt — mit Verachtung; Au6 cfe* tiefte* QtganteaUon. S Gesprochene Zeitung Nr. 2: Dr. Saul Sokal: Eduard Bernstein. Saul Weinreb: Die letzten Ereignisse in Palästina. Dr. Chaim Tartakower: Presse-Schau. Humoristische Vorlesung. — Freier Sprechsaal. S Arbeitsgemeinschaft für Probleme des sozialistischen Zionismus. (II, Blumauergasse 1.) Freitag, den 6. Jänner 1933: Dr. R. Karpeles: Die Kolonialpolitik Englands und Palästina. Freitag den 13. Jänner: S. Drechsler: Die Araberfrage. Freitag den 21. Jänner: Adolf Böhm: Bodenprobleme Palästinas. Anfang immer präzise 8 Uhr. —r- Die Arbeitsgemeinschaft ist frei zugänglich. An die Referate anschließend Diskussion. H Unsere große Aktion. — „Jüdische Jugend in Not". Sonntag den j. Jänner um 'S'Uhr'^achmiMäglh mserem Seinle II, Blumauergasse 1 Eröffnung der Aktion „Jüdische Jugend in N o t". Es wirken mit: Frau Graf-Weintraub und die Schauspieler der Wilnaer Truppe. Gäste willkommen! S Hebräisch-Kurs für Anfänger. Beginn: Dienstag den 3. Jänner um 8 Uhr abends im Heim, Blumauergasse 1. — Anmeldungen im Sekretariat. 3öc(\cdod. JfötkbueA. jüdischer Kulfus im Budget 1933. . In dem eben angenommenen Staatsbudget für das Jahr 1933 haben die Posten für Jüdischen Kultus eine nicht unbedeutende Erhöhung erfahren. Während im Jahre 1932 für den Kultus der jüdischen Religionsgemeinschaft in , der CSR. Kc 1,650.000'— präliminiert waren, beträgt dieser Posten im Jahre 1933 Kc 1,808.000"—, u. zw. in Böhmen, Mähren und Schlesien 1,008.000 (1932 nur 875.000'—), der Slowakei 689.200-— (602.000-—) und Karpathorußland 110.800— (während i-932 Kc 172.500"— eingesetzt waren).-* Es fand allgemeine Beachtung, daß in Karpathorußlarid die Staat&zuwendungen für die .Orthodoxe Kanzlei, die nur bis zum Jahre 1925 bestand, aber noch im Jahre 1932 mit Kc 30.000'— dotiert war, auf Kc 1000— gekürzt worden ist, während zur selben Zeit die staatliche Subvention des anerkannten Obersten Rates der Jüdischen Gemeinden, de vorübergehend von Kc 120.000'—- Bilder der Woche r^hßh'S&'Jfr'**'. £ , * *-.' ' r •><ÄS,- . J5s*r ■» Jüdische Arbeiter erzeugen Grapefruit-Kisten in Petach-Tikwah. Jüdische Arbeitorkinder auf einem Dachachulgarten in Alt-Jerusalem. Fabrikation der Röhren für Bewässerungsanlagen in Wadi Chawarith. 7-».'.;^ tschechischen Legionäre g-ekämpft häbetfil Diese Neugrtindung ist wohl durch die Äüf*i wärtsentwicklung der Jüdischen Frontsoldat^ tenbewegung im Ausland inspirierte hat ihtinV Grund aber Meli in dem Wachstum antijffdi^. scher itnd reaktionärer Haltung in geWiäsÖü j0 Legionärkreisen, denen allerdings die gfÖÖtö^ tschechische Legionärorganisation und di<S tiberwiegendo Mehrheit aller aktiven ünd>. nichtaktiven Mitglieder der Armee schaff ablehnend gegenübersteht. Als Nachfolger des vor mehreren MöV naten bei einem Unfall tötlich verunglückten bisherigen Präsidenten der Orthodoxen Läittf iv deskanzlei für die Slowakei Koloman W 6* ). ber wurde in einer in Trend. Töplitz abge*v haltenen Tagung der Präsident der orthodoxen Gemeinde Bratislava, Isidor Pap*, penheim, gewählt. Gegen die Kandidatur Pappenheims wurde insbesondere von Seiten . der gemäßigten Elemente Stellung genom-'.; men. da er die extremste Gruppe der slowa* " kischen Orthodoxie vertritt. Von dem heftig'; gen Kampf zeugt die für dieses Gremium tin-.- fawöhnlich schwache Mehrheit von 102 i 80 ' feimmen für den neuen Präsidenten. .•»..•> *$emi4cfttte. auf Kc 20.000'— herabgesetzt worden war, wieder auf Kc 70.000'— erhöht wurde. Im Übrigen bezieht sich dieses Kultusbudget in der Hauptsache auf die Kongrua (staatliche Bezüge der Rabbiner und Beamten des jüdischen Kultus). Der orthodoxen Landeskanzlei für die Slowakei ist ein gegen das Vorjahr um Kc 19.000'— erhöhter Betrag von Kc 99.000'-— zugewiesen worden. Eine Anweisung -des Postministeriums an alle untergeordneten Postämter hat Beachtung in jüdischen Kreisen erweckt, in der verfügt wird, daß Geldanweisungen naoh Palästina nur mit französischer Adresse versehen sein dürfen. Aus der Tschechoslowakei seien in Port Said wiederholt mit hebräischen Adressen versehene Geldüberweisungen eingetroffen, deren Weiterbeförderung Schwierigkeiten mache, da die Postbeamten in" Port Said der hebräischen Sprache nicht mächtig seien. — Port Said gilt als Bestimmungsort für nach Palästina gerichtete Geldüberweisungen. In tschechoslow. jüdischen Kreisen erwägt man, der Postverwaltung 'nahezulegen alle Vorkehrungen zu treffen, die;oine direkte Adressierung von Geldanweisungen der Tschechoslowakei nach Palästina und dadurch auch eine Adressierung in ,hebräischer Sprache ermöglichen würden. Wie die ITA aus dem Ministerium für nationale Verteidigung nahestehenden Kreisen erfährt, befindet sich in Prag ein Verband der jüdischen Legionäre in Gründung, der > nach dem Muster ausländischer jüdischer Organisationen dieser Art die ständischen Interessen derjenigen Legionäre jüdischer Konfession bezw. Nationalität vertreten soll, die;; vor dem Umsturz für die Schaffung der Tspheckoslowaki8chen Republik an Seite der 0 Brünn. Mittwoch, den 4. Jänner, findetein öffentlicher Vortrag des Gen. Dr. Elieser,;; Schächter -Leipzig, eines als ausgezeichneten Redner bekannten führenden Genossen aus der Poale Zion Deutschlands, statte Thema: Das Programm des Poale Zionismus. — Ort: Kultusgemeinde, Koligte* 57. — 20UHrV 0 Im Kampf gegen den Revisionismus.• Über dieses Thema sprach1 auf einer von der Ortsgruppe .Brünn der Poale Zion' einberufenen Kundgebung im Saal der Kultusgemeinde Mendel Singer- Wien vor etwa 200 ■ Mensohen. Der starke Besuch (unter den An-: weaeaideii) befanden sich, „inoffiziell", etwa 20 revisionistische iStudenten, während eine nachtexi&tente revisionistische Ortsgruppe in - Brünn in einer Tageszeitung uns; „Boykott" angesagt hatte) sprach für die Aktualität des Themas und die Dringlichkeit einer Auseinandersetzung mit der jüdischen Reaktion. ' Gen. Singer charakterisierte den Revisionis-,' mus als eine Assimilationserscheinung primitivster Natur; lim jeden Preis wolle diese Bewegung dias Judentum den anderen gleich machen, jenen Erscheinungen anpassen, die sich außerhalb des jüdischen Lebems absple-', len! Er gab eine prachtvolle Analyse zu. der ' Präge, wer eigentlich nationale Interessen-in und außerhalb Palästinas vertrete und'.führte aus, daß die Revisionisten noch in allen -frag- ' liehen Fällen (Klagemlaueirkonflikt, Einheit des Kongresses und der Organisation) die nationalen Interessen, die Parolen! des Waad Leumi, die Würde der höchsten zionistischen - Instanz verraten hätten. Auf dlas Arbeitsproblem Palästinas eingehend ' ©rkülrte er, daß/ die Erhaltung des Lebensstandards für den jüdischen' Arbeiter und -die" Angleichung jenes des arabischen an ihn im nationalen . Interesse des Aufbauwerkes liege. Ohne diese» Prinzip gebe es keinen jüdischen Aufbau, sei Zionismus eine Schiande und keine fortschrittliche Bewegung. Die Arbeiterparteien sind auch.für eine paritätische Stellenvermittlung eingetreten, aber sie wehren sich dagegen, daß sie nach politischem Schlüssel besetzt werde. Nur Arbeitgeber und Arbeit-, nehmer könne hier entscheiden. Im allen sei-", nen Lebensäußerungen erweise sich deri Revisionismus als ein gefährlicher Fremdkörper, der in der zionistischen Bewegung in der schönsten Epoche ihrer Verwirklichung ge-', •wachsen sei und radikal entfernt werden-' müsse. v . ' , In der Debatte trat ein revisionistischer ■Student namens Fischer auf, der in außerordentlich naiver Weise die üblichen Phrasen , der Jabotinskys servierte und so Gen. Singer die Gelegenheit su einem) sachlich und redner ' risch außerordentlich eindrucksvollen und überzeugenden Schlußwort gab. Es braucht nicht bemerkt zu werden, daß der Abend die > allgemeinen Zionisten mit ganz wenigen Ausnahmen nicht interessiert hat. 0 Prag. (Ortsgruppe der Poale Zion.) Am 7. Jänner findet im Wintergarten des Beth Haam ein humoristischer Abend unter Mitwirkung bekannter Prager Künstler ■ statt. - Bei der am 21. Dezember abgehaltenen Mitgliederversammlung der Ortsgruppe referierte Gen. B. Zelcbuch über „Aktuelle Probleme der jüdischen "Arbeiterschaft in Palästina". Im Rahmen ihrer allgemeinen Kultur- und Aufklärungsarbeit veranstaltete die Ortsgruppe am 14. Dezember im Hotel Bristol einen Vortrag des Gen. Dr. J. N och a m k i s über .,Das Problem. der Abtrei-, bung". An diesem Abend entwickelte sich eine außerordentlich interessante Debatte, z 0 Die Ortsgruppe Bratislava im neuen Heim, Die straff arbeitende Bratislavaer Ortsgruppe hat ihr Heim am 1. Dezember d. J. am Franziskanerplatz Nr. 4 (Grenzbote-Gebäude) be-' , zogen. Zionistisch-sozialistische Arbeiterorganisation Poale Zion-Hitachduth, Wien IL, Blumauergasse Nr. 1 Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Weltbewegung Poale Zion und zum Andenken an den verstorbenen Führer unserer Bewegung Ber Borochow veranstalten wir Sonntag« den 22. Jänner 1933» pünktlich halb 8 Uhr abends Im Festsaal der gastgewerblichen Arbeiterschaft, Wien IV., Treitlstraße 3 (nächst dem Karlsplatz) eine FESTAKADEMIE Prof. Dr. Max Ädler spricht über: Sinn der Sozialistischen internationale — Dr, Saul Sokal spricht über; Unsere Weltbewegung: und ih%Ftthrer — Im künstlerischen Teil wirken mit: Jüdische« Quartett unter Leitung vom Dirigenten Israel Brandmann, JehudaEhrenkranz, Jüdischer Gesangverein u. a. Karten zum Preise von S v6o bis S 5— sind im Sekretariate, II., Blumauergasse l, und bei unseren Vertrauensmännern zu haben.

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