Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 21 (18.11.1932)
- Date
- 1932-11-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Dar Jttdisflhtt Artftiter ist $3%» few Sie fördern die Hetzkampagne unserer Feinde * Die „Arbeiter-Zeitung" vom 1. November hat eindeutig erklärt, daß niemand das Recht hat, im N&tften der Sozialdemokratischen Partei für seine Liste bei den Kultuswahlen zu werben, daß die Parteü „mit diesem Wah'lkampf nichts zu tun hat". Dadurch ist die Legende von der Verantwortung der. Partei für den schmachvollen Palet mit der jüdischen Pluto-* kraue gründlich' zerstört worden» In der vorigen' NurrH mer unseres Blattes haben wir die „Werktätigen"' alsi die; Hochverräter an Sozialismus und Demokratie gebran'dmarkt und der jüdischen Wählerschaft zur Kenntnis gebracht, daß die Partei von dieser Gesellschaft. nichts wissen will. Inzwischen gelangten in unseren Besitz weitere Dokumente/ die einwandfrei beweisen, daß nicht nun die Parteileitung, sondern' daß auch Genosse Dr. Dawneberg und die Redaktion der „Arbeiter-Zeitung" mit dieser Angelegenheit nichts zu tun haben will. Die „werktätigen" Kostkiridef der reaktionären: „Union" aber setzen ihren Verleumdungsfeldzug gegen die Partei und ihre führenden Genossen unbekümmert fort! Wir sind bereit zu. beweisen, daß der Obmann der „Werktätigen" Bezirksrat Dr. Jose! Löwy, noch immer die Behauptung ver- , breitet, der schmachvolle Pakt mit der plu- . tokratisch-reaktionären „Union" ist auf Verlangen des Genossen Danneberg zustandegekommen. In einer Sitzung, an welcher zumeist Nichtparteimitglieder, die bürgerlichen Freunde der „Werktätigen", teilnahmen, erklärte gär der Leiter der Wahlarbeit im dritten Bezirk, Plaster, daß der Pakt mit der reaktio nären „Union" auf Wunsch des Bürgermeisters Seitz abgeschlossen wurde. Wann wird man diesen unverantwortlichen Menschen, die die Partei und ihre führenden! Männer verleumden, dfen schmachvollen Pakt mit der plutokratischen. „Union'' verlangt zu haben, das Handwerk! legen? Die jüdischen Genossen können es am 4. Dezember gründlich izustandebringen, durch das Stimmen und Werben für die einzige * ■ Sozialistische Liste w Jj© hit . "!«?,+ *(. tl ii vor Unsere Antwort auf die Nazi-Methoden der „werktätigen* Verräter | 'i Die''Demaski^äin'g. /der Werktätigen"? in;der'vo-- rjigen t<,^urnmer unseres Blattes,, die in 52.000 Exem- •ßlarerrvefbrei^t 'wiircfc^ die Anprängerung! ihres Verrates an Demokratie und Sozialismus, wie des Mair- 'ctaljsschachers, den der schmachvolle Pakt mit der plutokratischen .„Union" darstellt, hat den Angegriffenen zum Bewußtsein' gebracht, daß nicht nur ihre politische MoraH, sondern auch ihr- Schiff im Sinken begriffen ist SOS-Rufe ertönen: Alle Mann an Bord! >vy.t\Das.sie. aber scheinbar .darüber im Zweifel sind,, »ob die jüdischen Genossen' die Beantwortung der Frage: Warum 'gehen wir mit der „Union"? befriedigen wird, da sie vielmehr befürchten, daß ihr Versprechen, für das allgemeine Wahlrecht zu Icämbfen;- beantwortet werden könnte, mit den Worten: Ihr lügt! JJir habt euch' der Reaktion gegenüber verpflichtet iferöönlicne^ (siehe f,;Zkmis~üscHe Mist Ablagerung" in der „Jüd. Volkszeitung", Nr. 16) niedrigster Art. Da in derselben Nummer weitere persönliche Angriffe angekündigt werden, versichern) wir den; no'blen. politischen Gegnern, die an ■ einer, andereni Stelle desselben Blattes, heuchlerisch', .fragen: . ,muß der Kampt der Meinungeni deshalb in Formen vor "sich1 'gehen, wie sie die Nazi bei uns eingebürgert! haben, daß wir ihnen auf diesem Wege nicht folgen werden. . , Wir, Liberiassen es völlig den jüdir s c h;e. n W ä 2a 1 e r n,, s i c h . e i n e Meinung ü b e r eine Gruppe zu bilden, die diese Waffen! der" Nazi inK Wahl kam pfe anwendet. Da aber 'die werktätigen Verräter als Anlaß für diese ■. persönlichen Beschimpfungen 'die/^yerpffentl-;, chnng eines offenen Briefes jdes"Gen. Grünhüt an den verstorbenen Gustav Moritz durch die „Neue. ,Welt"< Robert Strickers anjgeben und uns beschuldigen; däß wir dem revisionistischen Blatte dieses „Material" zur Verfügung gestellt haben (der „Offene Brief" ist im, Jahre 1929 i n den .„Mitteilungen" vim;Druck erschienen und daher federn•Interessierten zugänglich), wollen wir darauf erwidern, daß es nicht unsere Art ist, den Klassengegner um Hilfe in unserem, Kampfe anzurufen, .auch wenn es sich um solche fragwÄrdtgie Sozialisten handelt, wie die „Werktätiu gen''. Diese ' Kam pfmethode möge für alle , Zeiten' 'ein Monopol der „Werktätigen" und ihrer Verbünd deten von der ,„Nrchtnatiorialen' Liste" bleiben. Wir .halben m i t der V eröf f e,n, 11 i c h'ung iit1 "der „Neuen Wel't" nichts gemein,. - Gegen die persönlichen Beleidigungen werden1 sich unsere Genossen wehren, wie es Sozialdemokraten geziemt, indem sie die „werktätigen" Ritter vor ein Parfcigerich't zitieren . werden. . , ■ Bei dieser «Gelegenheit wird von selbst1 die" Frage des schändlichen Paktes, aufgerollt werden. Die jüdischen Wähler1 aber, die jüdischen Genossen, beantworten diese niedrige Kampf methode am 4. Dezember mit Werben und Stimmen' für die Sozialistische Liste Liste •Ffiivden Kultusvorstand: 1. Dr. - Rudolf Glanz, Rechtsanwatt, Kultusvorsteher, . , 2; Mendel Singer, .Sekretär y Kultusvorsteher 3. Josef Gruntin*, Wäscheerzeuger, Kultusvorsteher ,4. Saul W e i n t e h, Vertreter 5'i Salem Mayer," Kaufmann '"' 6. Dr. Emil Gaste r, atädt. Arzt; 7. Dn1 Moses'Marguili e s, Arzt; - 8« Josef Teller, Friseur i ,Q. Jehuda Meilen, Lehrer ■ ■■. 10, Bernhard Drucmann, Privatangestellter 11!. Sigmund Nußberg, Kaufmann ' 12, Leopold ErbeTi Tapezierermeister : .13. Abraham Lachs, Kaufmann i ..>_ , 14. Jakob S c h e u e, r m a n n, Buchhalter, , ' , jl5j,. Hermann Jonas, Straßenbahner .! 16. Salo H orovitz, Kaufmann; 17" Abraham Jakob K a m m, Strwnpferzeuger 18; Jakob Kammer mann , 19y Leib K a t z, Kaufmann J . ,;. 20, Sakxmon Epler, Vertreter . j.!• 21. Jonas Michael in nerr Kaufmann 22|, Baruqh Dawid, Kaufmann, : } :' 23i Ing. Josef La^zkovitz i . 24. Paul K atz, Möbeihandler 11 : ' . -25, S.'W. Kaitz, Vertreter ■•' . j - f i -. r> .26. Josef; G o l d s ta u b, . Beamter i 27. Richard Löwy, Kaufmann , j! 2ST Dr, Leo A U e n, Arzt , , , ' 29/Dawid Kling ho ff er, Vertreter - 31, Jakob Winter, Kaufmann > 1 i... 32.. Abraham H o,r o v i t z, Kauf mann . 33T Moses Qkin, Attwarenhandter A , . osenst r^auch, n W$fn%W ^Öeftul«: | ,H' Kundgebung der zionistischsozialistischen Jugend Montag, den 7, November fiand im Festsaale des „Alten Rathauses" eine Kundgebung der zionistisch-sozialistischen Jugend statti in welcher zu den bevorstehenden Kultuswahlen Stellung genommen wurde. Gen. Dr. Scharr leitete die Kundgebung mit einem Hinweis auf die Bedeutung der Kultuswahlen für die Jugend hin. Gen. Wenkert referierte über die Forderungen der Jugend, worauf. folgende ,; Resolution angenommen wurde: I. Die furchtbare ,V/irtschaftskrise in der, ganzen Welt lastet mit besonderer Strenge auf der jüdischen Jugend. Arbeitslosigkeit und Aussichtslosigkeit sind die hervorstechendsten Momente im Leben der jüdischen Jugend. Die Kultusgemeinde als die vom Gesetze autorisierte einzige .Körperschaft des Judentums in Wien, hat die Pflicht, hier helfend einzuspringen und nach Ihren Kräften für die notleidende jüdische Jugend zu sorgen, durch a) "Schaffung eines Arbeitsamtes, das gleichzeitig sinn-* gemäße' Berufsberatung und Vermittlung von Arbeitsstellen besorgt, . . ■ > / , ■ b) Organisierung einer weitausgedehoiten LehrUngsfürsorge, umfiassend Schaffung und Uebernahme von LehrUngsheiraien, Vermittlung von Lehrstellen und Schaffung von Lehrlfagserholujujsheiinien; . c) Gründung einer t Undwirtschaftlichen Lehrfarm" zum Zwecke der Fö^d«rung ^ewer ^n^ums^h^tuwg, Ä«r jö* dtschen Jugend, sxwie* zi^m Zwecke d^:.;'Vb>berejÄiu^t< .4iwd Ausbildung der nach Palästina ^«4rei>esK|eo<#>j<l<iiscl|<Sni^ Jugend« Uchen'(Cbaluzim); '-.- / ' k .;d) .dwc|» fEtoauß^aJ^^aui,aie^K^ gemeinde, daß sie ,kig/$fejreiji ^aßjitebe ^jier Ig^che. Acheiter und Angestellte in ihren Betrieben .und Unternehmungen einstellen. ' ' II. ■ ,y. Die jüdische Jugend stell* fest,.■daß die Leistungen der. Kulrusgemeinde auf dein Gebiete der jüdischen Erziehung der jüdischen Jugend unzuMnglich sind. Die jüdische Jugend; verlangt die Umwandihing des heutigen Religionsunterrichtes in den Unterricht jüdischer Volks- und Gegenwartskunde, und der modernen hebräischen Sprache endlich vorzunehmen. III. ,f; Die jüdische Jugend fordert ferner die Errichtung eines 'Zenitraijugendheimes zur Pflege jüdischen Wissens, zur Erleichterung der Erziehungsarbeit der jüdischen Jugendbünde und zum : Zwecke der leichteren Erfassung der noch außerhalb der jüdischen Einflußsphäre stehenden jüdischen Ju- gendlichen. IV. Endlich fordert die jüdische Jugend die tatkräftigste Unterstützung des Turn- und Sportwesens durch Beschaffung von geeigneten Uebungslokalen und Sport- und Turnplätzen. ' < '.'.'■•i Zionistisch-sozialistischer Jugendverhand. Blau-Weiß-riaschomer Hazair. ■■■■■ ■••> ' . Brith Hamischmar. ■■ •. ■ Gordonia. ■ Haschomer Hazair. J. S. A. J. Gen; Singer erklärte hierauf namens der „Sozialistischen Liste", daß ihre Kandidaten diese Forderungen restlos akzeptieren und rief die Jugend auf, für diesen Kampf alle Kräfte zur Verfügung zu stellen. Agitationslokale der Sozialistischen Liste Zentralorganisationslokal, II., Blumauergasse 1 täglich von 9—1 und 2—9 Uhr. I. Bez.: I. Herschkowitz, Geschäft, I., Ruprechtsstiege 1, Wahlauskünfte, Tel. U 29-3-35. ■'■ II. Bez.: Restaurant Guth, IL, Hollandstxaße 14 (Eingang Kl. Sperlgasse 1), täglich abends. . - Prater: Cafe Abbazia, II., Ausstellungsstraße 1, Tel. R 46-1-74, tSgUch abends. III. Bez.: Cafö Rabenhof, III., Rabengasse 12, Tel. U 15-5-42. Mittwoch, Samstag, Sonntag abends. Caf£ Nordcap, III., Hauptstraße 8, Tel. B 50-0-13. Montag, Donnerstag, Samstag abends* IV. , V. und X. Bez.: Cafe" Draschepark, IVM Seißgasse 9, Tel. U 41-5-89. Montag, Dienstag, Donnerstag abends* XII.^-XV. Bez.: Cafe Schwenderhof, XIV., Mariahiiferstraße 189, Tel. R 31-5-80, täglich abends. XVI.i XVII. Bez.: Cafeßaldiahof, XVI., Otta* krmgerstraße 102, Tel. A 21-3-81, täglich abends. XVIII., XIX. Bez.: Wahlauskünfte bei Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraße 19, Tel. A 12-2-34, täglich von 2—3 Uhr nachmittags. XX., XXI. Bez.: Cafe jägerhof,XX., Gaußptatz 11, Tel. A 41-3-58, täglich abends. : Gegründet 1882 Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Versicherungsbestand Ende 1931 Prämien- und Zinsen* Einnahmen i. J. 1931 Garantiemittel Ende 1931 AusTablufigen an d. Vereicherte» i. J. 1931 S 2,746,000.000*- , 182,000 000'- , 472,000.000'- , 42,300.000-— TltigbtItsgeWtti OoMerrwch, p«« ^, Rcicö, T«cH«cii««t«yiiki„Ktit RcvobiU^, 8etel«n, Uoito&d, FratiHreJd»; SjwOoj. Itali«a, Unua Polea lue '»foirtcn 8u|g«rleiit OriecttenUBd, R«nJo<«>, PtmtixM, Syrien, TOiW, ru«ü» und Aegjpteo, r^epsWiner, Verieger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Ptakas Komhlüh, Student, Wien, II., Bliunauergasse 1. — Drwcl«: „Adria/', Wien, U„ Taborstraöe 52 b.