Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 30 (1927)
- Issue
- 1 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
- Tunis 1× ep/1048155
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SCHIBCHE HA-ZADDIKIM 35 5. Der Rabbi als Kreiszieher Zur Zeit einer großen Teuerung geht der Rabbi auf den Markt und macht einen Kreis, seit dieser Zeit hört die Teuerung auf. Die magische Handlung des Kreisziehens findet sich in der Geschichte des Choni ha Meaggel (B. Taanit 19 a, 23 a). Die Agada erzählt auch von Moses, daß er für magische Zwecke einen Kreis gemacht hätte (s. Aboth R. N. Ic9, S. 41, Deut. r. 11., 6.), ferner erscheint das Motiv in der Geschichte der Löwenreiter (vgl. oben, Nr. 1). Auch in Beschwörungen und Geisteraustreibungen wird ein Kreis gezogen. 6. Lichtanzünden In dieser Erzählung haben wir einen sonderbaren Rechtsbrauch vor uns. Das Recht des Mieters an seiner Wohnung heißt „Seha' ul al Kindal", das heißt das erste Lichtanzünden. Diesem Ausdruck muß ein alter Brauch oder eine Handlung zugrunde liegen, die einer Erklärung bedarf. Der Brauch wird auf Moses oder das mosaische Recht zurückgeührt. Die Quelle ist mir unbekannt. 7. Verwandlungen Vor der französischen Okkupation von Tunis wurden die Juden von den Eingeborenen mißhandelt. Ein Metzger war den Juden besonders feindlich gesinnt. Sein Laden war auf dem Wege zur Synagoge. Jesaja Basis ging eines Sabbats zum Gottesdienst und wurde von diesem Manne arg mißhandelt. Der Rabbi richtete seinen Blick auf den Laden und das darin befindliche Fleisch. Durch den Blick verwandelte sich das Fleisch in die Gestalt einer geschlachteten Frau. Bevor die Hand des Metzgers das Haupt des Rabbi erreichte, wurde er in Ketten gelegt und unter der Anklage eines Mordes vor den König gebracht.'Der König sah die Menge, die das Fleisch als corpus delicti heranschleppte, und der Metzger wurde zum Tode verurteilt. Er beteuert seine Unschuld. Auf die Frage eines alten Mannes erzählt er die Begebenheit mit dem Rabbi. Er will nun den Rabbi um Verzeihung bitten. Dies wird ihm erlaubt. Der Rabbi schläft und darf nicht gestört werden. Er erwacht und weigert sich, dem Manne zu vergeben, bis er seinen Laden der Gemeinde als Geschenk für eine Synagoge anbietet und ein Gesetz erlassen wird, das verbietet, die Juden zu schlagen. Hierauf verwandelt sich die Gestalt der Frau wieder in die eines Ochsen. Die talmudische Zeit kennt bereits die Vorstellung, daß der Blick der Gelehrten oder Frommen Tod oder sonstige Übel zur Folge haben kann. In einer Borajta wird gelehrt, daß dort, wohin die Weisen ihre Augen lenken, Tod oder Armut, auch Brand und Vernichtung entstehen kann (B. Ned 74 B, Sota 47 B, Chag. 5B, MK 17 a, b Sabbat 33 B—34 a, Pes. 90 B). Hier kann der Blick des Frommen auch Wunder üben. 8. Der Fromme kennt die Zukunft Jacob Salveriah lebt in der Nähe des Wundermannes Chaj Tayyab. Seine Frau war kinderlos und weinte deshalb sehr. Nach