Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 30 (1927)
- Issue
- 1 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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26 MITTEILUNGEN ZUR JÜDISCHEN VOLKSKUNDE darunter auch die der Vögel, und die ganze Thora. Dann schleuderte er ihn 300 Parasangen15) weit, wo er auf einen von Menschen unbewohnten Boden fiel. Da sah er zwTei Raben fliegen und hörte, wie der* eine zu seinem Vater sagte: Siehst du diesen Menschen, ist er tot oder nicht?" — „Ich weiß es nicht." — „Nun, ich will ihm die Augen fressen, Menschenaugen fresse ich gerne." —. „Kind,44 warnt ihn der Vater, „gehe nicht hin, vielleicht lebt er." Er ging aber doch. Der Mann hörte es. Er verstand die Sprache der Raben und war daher auf der Hut. Als der junge Rabe sich ihm auf die Stirne stellte, ergrilf er seine Füße. Er rief seinen Vater um Hilfe, dieser wiederum jammerte um seinen Sohn und bat den Mann, er möge ihn frei lassen, wofür er ihm verrät, daß unter seinen Füßen große Schätze Salomos vergraben seien. Er ließ den Raben los, grub und fand den Schatz16). l) Moreh Neb. III 23. 2) Torczyner, Das Buch Hiob 318. 3) Gunkel, Schöpfung und Chaos 42. 4j Lewysohn unterscheidet einen biblischen und einen ta]mudischen Livjathan. Der biblische ist ein Krokodil, der talmudische ein Wallisch a. 0. 155. In der Mystik wird ihm sogar eine Menschengestalt zugemutet, Midr. Talpijoth 151 d Dublin. 5) Nach Sohar II 35 a heißt er bariach, weil er von zwei Seiten eingeschlossen ist und nur einmal im Jobel zum Vorschein kommen darf. 6) Die fii3 Gebote zerfallen in 365 Verbote, den Jahrestagen entsprechend, und 248 Gebote, den menschlichen Gliedern gemäß. Mak. 23b u. Parall. ~<) Gott teilt den Tag in -vier Teile und alle drei Stunden erfüllt er eine andere Aufgabe: 1. beschäftigt er sich mit der Thora. 2. hält er Gericht über die Welt. 3. sorgt er für die Nahrung aller Geschöpfe. 4. spielt er mit dem Livjathan, nach Ps. 104, 26. R. Acha behauptet, Gott sei in den letzten drei Stunden mit dem Unterrichte der Kinder beschäftigt, denn seit dem Untergange des Heiligtumes scherzt Gott nicht. Ab. Zar. 3 b. 8) Midr. Konen 3 a. Nach einer Version hat Gott am fünften Tage den Livjathan nachasch bariach geschaffen, der in den unteren Gewässern wohnt und zwischen dessen beiden Flossen der mittlere Riegel der Erde steht. Pirke R Elieser 9. 9) Sohar II 27 b 34b, III 279 a. 10) Z.f. Ethnol. 1885, 32. ") Otsar Midr. 105b. 12) Midr. Konen 8 a. Otsar Midr. das. Nach Sohar III 172a geschieht dies am 9. Ab. Denselben Beruf erfüllt der Behemoth zur Erhaltung der Vierfüßler und der Ziz schadaj zum Schutz für die kleinen Vögel. 13) Sabb. 77b AZ 35b 39h 40a. Nach Raschi ein kleines Tierchen. R. Chananel nennt es Kilkith. In der Halacha spielt eine wichtige Rolle die Frage, ob es rituell genießbar ist oder nicht. Seh. A. J. D. 83,6 wo es kulkuth und kalbith geschrieben wird. Bochart, De anim. sac. Script. 791 sagt, es sei ein Ichneumon benanntes, einem Hunde ähnliches Tierchen, das in den Hals des Krokodils kriecht. Nun aber wissen wir, daß dieser Ichneumon die Eier des Krokodils frißt. Lewysohn a. 0. 275 hält es für einen Fisch. 14) Der Verstand liegt im Herzen. Der Fuchs frißt das Herz des Esels und als es der Löwe fordert, sagt er, der Esel hatte kein Herz (Verstand). Jalk. Ex 182. Heller, Heber mese 117. 15) Eine Parasange 3520 m. Kraus, Talm. Arch. II 391. 16) Alfabeta B. Sira, Otsar Midr. 137 a. Jüdisches Druckerzeichen (Krakau)