Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 30 (1927)
- Issue
- 1 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JIDDISCHE THEATER IN NEW YORK 7 Dramaturgen Josef Lateiner. Diese erste Jargonbühne New York hieß Orientalisches Theater. Das Jahr darauf eröffnete Mogulesco, der eine eigene Truppe mit dem Theaterdichter Prof. Hurwitz gebildet hatte, ebenfalls in New York das „Rumänische Theater" und fand bald Nachfolge. Schon vor der Einwanderung jüdischer Schauspieler war hier der Versuch einer jüdischen Bühne gemacht worden. In einer Das Grand Theatre« in Neu, York Zigarettenfabrik im H erzen des Ghetto arbeitete ein Jüngling, in dem das theatralische Feuer verzehrend loderte, und der nichts unversucht ließ, um ein regelrechtes Theater in New York zu gründen. Boris Tomaschewsk i, wie der Achtzehnjährige hieß, war als Sopransänger sehr populär und es gelang ihm wirklich, einige Leute für sich und sein Unternehmen zu interessieren. Er wählte ein Schauspiel von Abraham Goldfaden, mietete die Turnhalle in der vierten Straße von New York und gab die erste Vorstellung. Obgleich sie durchaus kein finanzieller Erfolg war und andere längere Zeit nicht folgten, hatten doch Tomaschewski und seine Freunde ein gewisses Interesse wachgerufen. — An den ersten vier Abenden der Woche ist das jüdische Theater, über das uns Hapgood eingehend berichtet hat, gewöhnlich, nach Art unserer Wohltätigkeitsmatineen, für Soireen von „Chewres", jüdischen Klubs, vermietet, die im Ghetto nach Hunderten zählen und die Landsmannschaften, wie die Wilnaer, die Warschauer usw. darstellen. Der Überschuß aus dem Kartenerlös fließt in die Vereinskasse. Man nennt das „Benefiz44. Freitag, Samstag und Sonntag Abend ist das Theater nicht vermietet. Es sind die Feierabende des New Yorker Ghettojuden. Die große Bewegung in den Zwischenakten erklärt sich, abgesehen von dem Lärmen der Kinder, die zwischen den Sitzen unge-