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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 572

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
29 (1926)
Issue
Heft 1
Date
1926-01-01
Page
Seite 572 (sequence 30)
Language
German
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572 MENORAH der Hebammen hieß Schifra, das ist Jochebed (Moses Mutter), die andere Puah, das ist Mirjam (Moses Schwester). Ihnen, als den Oberhebammen — denn es gab viele Geburtshelferinnen — versprach Pharao großen Lohn, wenn sie seinem Befehle nachkämen. Aber sie taten nicht, was der König geboten, und erhielten dafür Gottes Lohn. Jochebeds Nachkommen waren Priester und Leviten, Mirjams Nachkommen wurden Könige in Israel. Das waren die „Häuser", die ihnen Gott errichtete. Kap. IL Wajelek isch ... Amram war ein gelehrter Mann und lebte glücklich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Aron (der damals drei Jahre alt war) und (der viel älteren) Mirjam. Nach den Anordnungen Pharaos trennte er sich von seiner Frau, da ihm verboten war, den eigentlichen Zweck der Ehe zu erfüllen, und gleich ihm taten es alle jüdischen Männer. Erst Mirjam machte den Eltern klar, daß ihr Unrecht größer als Pharaos grausame Verordnung sei; denn diese beträfe nur die Knaben, der Eltern Vorgehen erstrecke sich aber auch auf die Mädchen. Da nahm Amram seine Frau wieder zu sich; sie war aber — wohl 130 Jahr alt — trotz ihres Alters und ihrer Sorgen eine schöne Frau geblieben, die so jugendlich wie ein Mädchen, eine „Bath" aussah. Wlo jachla... Nur drei Monate konnte Jochebed ihr Kind Mose verbergen; die Ägypter hatten nach der Wiederverheiratung Amrams mit der Geburt eines Kindes nach neun Monaten gerechnet, während Mose schon nach sechs Monaten und einem Tage geboren ward; so konnte die Mutter ihr Kind bis zu dem Tage verheimlichen, den man in Ägypten für den Geburtstag errechnet hatte. Und als an diesem Tage die Boten Pharaos kamen, um das Kind zu sehen, da sagte man ihnen, die Mutter habe ihr Kind bereits zum Nil gebracht. Das war am 6. Sivan, da Mose am 7. Adar geboren worden; der 6. Sivan, an welchem Mose einmal aus dem Wasser gerettet worden, er sollte für Israel und die Menschheit ein Tag werden, an welchen ihr die Thora, die vor den Wassern der Leidenschaften rettende Kraft gegeben wurde. Watesazab achotho... Als die Königstochter mit ihren Begleiterinnen am Ufer des Nils spazieren ging, da sah sie das Kästchen und wollte es retten; die Mädchen aber fürchteten des Königs Zorn und wollten sie zurückhalten. Da starben sie eines plötzlichen Todes. Bithja, so hieß die Königstochter, holte das Kästchen und, als sie den weinenden Knaben sah, da überkam sie Mitleid und sie schickte Boten, um Ammen zu holen; aber Mose wollte an keiner Brust saugen;

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