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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 566

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
29 (1926)
Issue
Heft 1
Date
1926-01-01
Page
Seite 566 (sequence 22)
Language
German
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566 M E N O R A H das Fleisch vom Halse des Viehes zieht und es dadurch, als unvorschriftsmäßig geschlachtet, rituell ungenießbar macht, so wird auch sein Geld von ihm abgezogen und anderen gegeben103). (Eine wichtige Ergänzung des vorstehenden Aufsatzes liegt vor in R. Lilienthal, The Evil Eye in „Jidische Filologye", I, 245 ff., Dr. Grunwald.) ANMERKUNGEN: 1) 14, 10 ed, Kohn, Cassel, die Apokryphen, 'ajin ra'ajin ta 'it 'al lechem 'ajin toba marbe 'al lechem. Machsor Vitry 583 al tischte jajin ra' 4ajin ködern tischbor tsimaka al ha — 'ajin. — 2) Also sprach Zarathustra, Von den Tugendhaften 138. — 3) Wortgetreu übersetzen LXX Dt. 15, 9 ponereusetai ho ophthalmos su. Vulgata: avertas oculos tuos, aber Dt. 28, 54, 56, baskanei to ophthalmo autu und dis baskanei bedeutet schon „behexen", „beschreien". Vulgata hat: invidebit. auch Prov. 23, 6 andri baskanei, Vulg. homini invido. Hier hat Peschito gabra chura neidisch blickender Mann und Prov. 28, 22 debischa *ena 'iven Samuel 18, 9, Raschi und RDK: er betrachtete ihn mit bösem Auge; RLBG: mit feindseligem Blicke. Miskaroth Jes. 3, je kann nur einen frechen Blick bedeuten, wenn nicht ein „geschminktes Auge". Der Midrasch erklärt es: ein mit roter Farbe bemaltes Auge. Lev. r. 16, 1, Peschito 1. Sam. 18, 9 übersetzt 'iven mit lemiskera anblicken. Ein Magier fasziniert eine Schlange lemiskar Gen. r. 10, 7; Lev. 22, 4; Koh. r. 15b; R. Haschana 18a wekullan niskarin biskira achath „sie werden alle mit einem Blicke überschaut". Am Versöhnungstage bitten wir um Verzeihung für sikkur 'ajin „unsittlichen Blick", denn für b. Blick bitten wir ja betsaroth 'ajin. — 4) Mt. 20, 15 ophthalmos poneros vom Arbeiter, der den anderen beneidet, Marc. 7, 22. Aber Galat. 3,1 tis hemas ebaskanen — Wer hat euch bezaubert? — ö) Aboth II 9, 11, V 13, 19. Ab. R. Nath. II 30, 31 b Schechter. Zu II 9 bemerkt R. Obadja, 'en hara' sei 'ajin ra'a. Allgemein punktiert man 'ejn hara'. Dieses 'ejn hara', sagt Obadja, bedeutet entweder: unzufrieden sein oder: man beschädigt mit dem Blick das Gut oder die Kinder seines Nebenmenschen. Nach Machsor Vitry 500 beneidet er seinen Nächsten um die ausgeübte Wohltat, wodurch Streit entsteht. Das Sepher Mussar von Josef b. Jehuda ed. Bacher 42, 55, 163 erklärt: Man beneidet einen anderen um den Lohn für die erwiesene Wohltat. Neben 'ajin ra'a und *ejn hara* findet sich noch 'ejn ra: Sanh. 68a j. Sanh. I 18c, 69 allein 'ajin j. Sabb. XIV 14c, 49. Tanch. Gen. 99b, 102a Buber, 1896 Lublin. Jalk. Gen. 148, Secharja 570. Es kommt nur im Singular vor, weÜ man nur mit einem Auge schaden kann, wenn das andere geschlossen ist: Sefer ta'ame haminhagim 79b. Aramäisch 'ejna bischa oder 'ajin bisch j. Sota III 19a. 41. Ein Sohn nennt seinen Vater kalba ra' 'ejna, einen bösäugigen Hund, weil er sich von ihm reichlich verpflegen läßt. Beth. hamidr. I 76. Vielleicht gehört hieher 'ejna d'ba'i Tmechze l'ku bischutha „das Auge, das euch mit dem Blick schaden will", nicht wie Raschi A. z. 65a. — 6) tsar ma'on 1. Sam. 2, 32 bedeutet „scheelsüchtig" wie Isar 'ajin. Übersetze: Du wirst scheelsüchtig blicken. Auch Vers. 29 ist tsaroth ma'oen für tsivithi ma'oen zu lesen. Torczyner ZDMG 70, 559. tsar 'ajin j. Schek. III 47c Nu. r. 7, 5. Jalk. Ester 1046. Eisenstein, Ozar Midr. 342a, 348b, 368a, 379a. Plural tsare 'ajin oder tsare ha-'ajin Sota 38b. Auch die Vögel erkennen die Bösäugigen, nach Prov. 1, 17. Midr. Mischle 3a im ssudartha thefilla lo jehe lakh tsare 'ajin milma'la: Wenn du dein Gebet ordnungsgemäß verrichtest, findest du oben keine Neider", j. Taan III 66a, 28, dafür lautet b. Sanh 44b en lo tsarim milma' la, demnach ist tsar 'ajin tsarim Feinde, aber 'ajin ha-ra' ist auf Grund von Dt. 15, 9 auch mit belija'al (schlecht) identisch. Midr. til. 53. Beide Ausdrücke nebeneinander metsar 'ajin ra'a Ab. R. Nath. II 45 (62b) Schechter tsarath 'ajin und tsaruth 'ajin. Jalk. Ruth 600, Midr. Zuta Ruth 46, 47, 50. Nach dem Muster von 'ajin ra'a bildete man 'ajin tsara Tanch. Emor 31a Reeh 90a Lubl. Jalk. Ruth 600. Jalk. Ri 73. Koh. r. 11 (29b) Rom, b. Mez 87a Kidd. 82a. j. Ber IX 13a 19 j. Sanh X 29b, 3, XI 30b ez. Zusammen 'ajin ra'a wetsara Schir. r. 32a Rom. Gewöhnlich 'ajin tsara mit Beth konstruiert wie 'ajin ra'a, aber auch mit keneged Oz Midr. 348b. sche'ejno ra'a keneged gabbae tsedaka Ex. r. 31, 3. Der Plural 'ejnav tsaroth b. Bathr. 75a. In diesem Sinne wird auch einmal mar'ith 'ajin gebraucht, Midr. til. 7. — 7) Sota 38b Or. Chaj. 479. Darum soll man den Becher zum Segensspruche nur einem

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