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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1914-01-01 · 1 (1914) · p. Seite 33

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
17 (1914)
Issue
1 (1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 33 (sequence 34)
Language
German
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oder dem anderen Gedanken seine Zustimmung versagen, einzelne dieser Arbeiten, wie die Uebertragungen aus dem Sohar von Bergmann und Müller, Birnbaums „Erwachen der jüdischen Seele". „Theodor Herzl und wir" von Weltsch, Bergmanns „Die Heiligung des Namens" dürfen allgemeiner Anerkennung sicher sein. Man freut sich mancher dieser Geister, die da gerufen sind und andere zur Nachfolge rufen. L. Shaw, Bernhard, Pygmalion. Berlin 1913, S. Fischer. — Die Lektüre dieses wahren Leckerbissens für jeden, der Sinn für Humor und feine Seelenanalyse besitzt, macht nach einer Bühnenaufführung lüstern. Ein echter Shaw! Endlich wieder ein wirkliches Lustspiel, ein Erbe Molieres. L. Habbels Konversationslexikon. Herausgegeben von A. Genius. J. Habbel, Regensburg. Band F.-K. 2,—, M. 4,—. — Die Vorzüge des 1. Bandes weist auch der vorliegende auf, bis auf einen, und zwar äusserst wichtigen: die Objektivität. Der Artikel „Juden" sagt u. a.: „Im allgemeinen ist das Judentum seit der Emanzipation eine politisch-soziale Macht geworden im Besitze des Grosskapitals, einflussreich in Presse,, Literatur und politischen Parteien (Sozialdemokratie., Freisinn) und wirkt vielfach destruktiv." Geradezu unglaublich aber wird unter „Judentum" über den Pharisäismus u. a. geurteilt. Wir können dem Herausgeber zur Steuer der Wahrheit nur dringend einen anderen Bearbeiter dieser Spezialartikel empfehlen. Kotik, Ezechiel, Majne Sichrojnojs. Erster Teil. 415 S, 8°. Warschau 1913, A. Gitlin. Rub. 1,50.. — Wer das Leben der Juden in Russland zur Zeit der Leibeigenschaft und des polnischen Aufstandes kennenlernen will, der lese Kotiks Erinnerungen, die fliessend und mit Sachkenntnis geschrieben sind. Ein grosser Fehler, der nicht selten ermüdend wirkt, ist die Weitläufigkeit so wie die Exzentrizität der Erzählung, die die Geschicke der zahlreichen Mitglieder der Familie bis ins einzelne verfolgt, was doch für die Aussenstehenden nur ein geringes Interesse haben kann. Dagegen fehlt ein einheitlicher Ueberblick über die Ereignisse sowie über die geistigen und materiellen Volkszustände jener interessanten Epoche. Auch bringt das Buch leider auffallend wenig Folkloristisches, schildert dagegen vorzüglich das Leben der Chassidim. An folgenden Stellen ist volkskundliches Material zu finden: S. 56 — Pekel im Cheder, S. 73 — Sterben, S. 168 — Hölle, S. 170 — Aberglaube, S.257 — Absprechen, S. 342 — Hochzeit und S. 380 — Cholera. S. Weissenberg. Bei Herrn. Barsdorff, Berlin, sind jüngst erschienen: Bischoff, E., Praktische Kabbalah. Man weiß sich vor Staunen über diese eiserne Zähigkeit, mit der hier ein vorurteilsfreier Forscher in ein mit dreifacher Dornenhecke umzäuntes Wissensgebiet eindringt, gar nicht zu fassen. Wie einen Ariadnefaden führt er überall innige Beziehungen zur allgemeinen Fachliteratur mit sich, so dass ihm Aufschlüsse gelingen, die jeden interessieren müssen, der auch nicht mit ihm in alle Einzelheiten dieser labyrinthischen Gedankengänge einzudringen imstande oder geneigt bildet das Buch ein unentbehrliches Handwerkszeug.

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