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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 3 (1913) · p. Seite 18

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
3 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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' , 7.. ' ■ . Ach! Morgyn mit dein Unkymen, Dy Tou derkwikt nor dy Erd, Ach wie schejn dus Angenyme, Dus Qesang fyn die Feigel,- as men hert, Dus Grus ys beim Kolier rejn gryn, Yn der Kanaryk schwyptschyt, Es heibt ouch un zy sym'n die Byhn, Yn dus kleine Hindale pyschtschet, Der Byschyk ys ous dem Nest gefloigen, Yn dy Nachtygal gyt arojs a Klang Ihr Menschen reist of ajere Ojgen, Dankt yn lojbt Qot myt a Gysang. Bemerkungen zur „Fürther Megilla". Von Dr. Löwenstein. Zu dem im 2. Heft enthaltenen Aufsatz des Herausgebers habe ich im allgemeinen zu bemerken, dass die Sprache des auch in meinem Besitz befindlichen Büchleins nicht von jedermann zu verstehen ist; man muss speziell im süddeutschen Milieu aufgewachsen sein und gelebt haben/, um' diesen echt volkstümlichen, zuweilen sogar recht trivialen Humor begreifen und würdigen zu können. Fürth, wo das Büchlein verfasst und gedruckt wurde, war als grosse und ehrwürdige Kehilla der richtige Nährboden für diesen gesunden Humor. Der in süddeutschen Kreisen heute noch, als Witzling und Schalksnarr bekannte, auch . in diesen „Mitteilungen" behandelte „Löbele Fürth" entstammte diesem Kreise. Ueber den Verfasser der Fürther Megilla, Josef Herz, habe ich im Jahrbuch der jüd.-lit Gesellschaft VIII, 111, einiges mitgeteilt; vgl. auch Monatsschrift 1904 p. 242 u. 504. Schliesslich mögen, noch einige kleine Bemerkungen zu der vom Herausgeber der Mitteilungen veröffentlichten Uebertragung hier gestattet sein. S. 5 letzte Zeile: Statt Menaschke muss „maneschocho" gelesen werden; es ist ein volkstümlicher Ausdruck, der aus maneschomo (= meine Neschomo, bei meiner Seele) entstanden ist, s. v. a. wahrlich, wahrhaftig; um das Wort Neschomo nicht unnötig auszusprechen, hat der Volksmund es in dieser Weise abgeändert. S. 6 Z. 24: Dass dich so jämmerlich tascht torscht.. dürstet. Z. 26: Statt Leffelech lies Zipfelich Zipfelchen. Wascht =■ Woscht WoTscht (Würste). Z. 8 v. u.: jich ach. S. 7 Z, 8 v. u.: Schabchen bedeutet einen verwirrten Menschen (vgl das talmudische schabeschta Fehler). Z. 6 v. u.: Statt Lefz 1. Zepf; sie könnte graue Zöpfe kriegen, d. h. grau und alt werden. S. 8 Z. 8: Statt Jo lies Is ist Z. 19: Statt schüttelt lies schusselt (schusselt herum, schiesst herum läuft herum). Z. 2 v. u,: nit (nicht). S. 9 Z.21: sauer. S. 10 Z. 15 u. 20: thu. Z. 26: O weh! Das senn (sind) Horeglech — sehr klein. S. 11 Z. 13:, überich über euch. Z. 14: watt werdet. Z. 22: tick dick. S. 12 Z. 1: Zescht zecht zieht. Z. 11 v. u.: Macht Magd. S. 13 Z. 8: Weisszeug. Z. 11: Chefzos bedeutet Kostbarkeiten. Z. 22 ff.: Die werden die Schnäbel, spitzig wie die Giebelich (Gabeln), dazu verziehen. Z. 28: tieben toben, lärmen.

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