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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 4 (sequence 49)
Language
German
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— 4 — Gleich Anschel A.'s Gattin Bella war sein Sohn Natan Adam Ä. ein warmer Anhänger der Mendelssohnschen Aufklärungsbestrebungen, wie aus Wesselys Schreiben an die Gemeinde Triest 1782 (Kerem chemed I p. 6) hervorgeht. Auch unter den Unterstützungen für die Salzburger stehen die A/s mit an erster Stelle vgl. Wiener Zeitung 1818 S. 559. Über Fanny voa Arnstein, Natans Gattin handelte der Verfasser in einem Feuilleton (»F. v. A.«) der »Neuen Freien Presse« vom 25. Nov. 1907, ferner in »Österreichs Juden in den Befreiungskriegen«, Leipzig 1908, S. 36 f. und in einem aufsatz »Die Bethmanns und die Juden« (Österreich. Wochen schrift v. 10. Sept. 1909), u. a. nach Urteilen über Fanny v. A. aus dem Nachlasse des russischen Reichskanzlers Nes seirode und aus den Aufzeichnungen des preußischen Staatsmannes Stägemann, der während des Wiener Kongresses im Arnsteinschen Hause viel verkehrt hat Wie wir jetzt aus der Biographie seiner Tochter Hedwig von Olfers (I, Berlin 1908, S. 221) erfahren, begrüßte man ihn dort als -Kind des Hauses«. Besonders zeichnete ihn F a n n y's Nichte, die schöne und geistreiche Marianne Saaling aus. in seinen Briefen erwähnt er wiederholt die Häuser Arnstein und Eskeles und ihren Kreis, die Schwestern Fannys, Frau Levy1), Frau Oppenheim und Frau Ep hraim, ihre Neffen Barth oldy und Julius Schmidt, dessen Schwester Ephraim, v. H e rz, RaheI von Varnhagen, Frl. v. Wertheimstein, ferner Moses Mendelssohn, dessen Tochter Dorothea, die Eltern Meyerbe ers u. a. (a. a. O. S. 227, 228, 242, 246, 275, 390). Von F a n n y v. A. sagt er u. a. (228): sFrau F a n n y v. A rn s t e i n ist in den Fünfzigern; eine für mich sehr interessante, gescheite Frau, ungemein lebendig, aber ernsthaft und durch vielen Umgang für die Welt gebildet, weiß sie sich überall zu mäßigen; sie weiß jedem etwas Verbindliches zu sagen und scheint sehr leicht den Gehalt und das Oemüt der Leute aufzufassen.« Als er zwei Abende lang nicht zu Arnsteins gekom- Pressburger, zu Fouragelieferungen; Marcus und Joachim,Famuli; S e s m e r, Bedienter; F ö g 1 a, Ammei; L e a, Kindsweib; M a I c a, Köchin; Krendel, Kuchelweib; Güttei, Reicha und Sehende 1, Kindsweiber; Gente, Malca und M i c h i 11 a, Stubenmensch; Sara, Einkäuferin; Rachel, Ammei; Hirsche 1, Wolf, David und Raphael, Bediente; Marx Getzel, Kellermeister.« Hierbei hat man sich zu erinnern, daß unter diesen »Domestiken« vielfach Fictionen zu verstehen sind, um ärmeren, nicht patentierten Glaubensgenossen unter solchem Titel den Aufenthalt in Wien zu ermöglichen. Verstieg sich doch eine unerschöpfliche Phantasie in diesem edlen Bemühen bis zur Erfindung von besonderen Fleischaussalzern, Mesusotanschlägern und ähnlichen Funktionen. Daß dieser traurige Zwang auch sonst humoristischer Folgen nicht entbehrte, dafür wissen Auerbach, Juden in Halberstadt und G. Wolf (Neuzeit VI, S. 69: noch aus dem 19. Jahrhundert) Beispiele anzuführen." *) Über sie s. Remy, Das jüd. Weib, 250 ff.

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